Oberwerth Heidelberg „Fuji Edition“

Meine Inneneinteilung

Gut geschützt und gleichzeitig schnell zu erreichen. Durch die Mischung aus beidseitig und einseitig haftenden Polstern, teilweise mit und ohne "Klappe" sowie den viereckigen Polstern lässt sich die Heidelberg so ideal einrichten, dass sie nahezu ohne verschenkten Platz an jede Sucherkamera-Ausrüstung anpassen lässt.

Tascheninhalt ohne Polster

Um besser zu erkennen, was ich alleine im Hauptfach dieser kompakten Tasche unterbringen kann, hier einmal die gleiche Ausrüstung komplett ohne Polster. Zwei Kameras und sechs Objektive finden im Hauptfach Platz. Manchmal packe ich auch alle sieben Objektive ins Hauptfach. Dann kommt die Backupkamera ins Frontfach, wo sich auch reichlich Platz findet und noch immer gut geschützt ist.

Der Trick mit den Würfeln

Eine wahnsinnig gute Idee sind die Klettwürfel aus der Wetzlar. Sie sorgen dafür, dass die Kamera etwas weiter vom Taschenboden entfernt abgestützt wird. So entsteht Platz für eine zusätzliche Festbrennweite unter dem Objektiv. Um Kratzer zu vermeiden schützt ein einseitig angekletteter Deckel die beiden Objektive. So spart ein zusätzlicher "Fremdkörper" in der Tasche, den man im ersten Moment eher für Platzverschwendung halten würde, tatsächlich eine Menge Platz.

Der Jäger im Netz

Umweltfotofestival »horizonte zingst« 2017

Wie schon in den beiden vergangenen Jahren werde ich auch 2017 wieder beim Umweltfotofestival »horizonte zingst« dabei sein. Einerseits habe ich mir fest vorgenommen in Zingst auch selbst wieder einmal zum Fotografieren zu kommen.

Andererseits werde ich drei Vorträge halten und an bestimmten Tagen im Creative Center im Kurhaus eine Farbmanagement-Sprechstunde abhalten.

Kurzvorträge „Farbmanagement“

Jeder kennt das Problem: Man bearbeitet seine Bilder am Bildschirm, bis sie genau so aussehen, wie man sie haben will. Und abhängig davon, wie man sie dann weiterverarbeitet, sehen die Ergebnisse nicht so aus, wie man sich das vorgestellt hat bzw. wie die Bilder am Bildschirm ausgesehen haben.

So weit so schlecht. Doch was tun? Die Meisten gehen jetzt hin und versuchen, das Bild am Monitor so "falsch" zu bearbeiten und es erneut auszudrucken etc., bis das Ergebnis mit der Erwartung übereinstimmt. Das mag gelegentlich zum erwünschten Ergebnis führen, aber kann ja nicht der richtige Weg zum Ergebnis sein und ist nebenbei kostenintensiv und frustrierend. In meinem Vortrag erkläre ich die Grundlagen für einen farbtreuen Workflow von der Aufnahme bis zum fertigen Bild. Dazu gehörten Kameraeinstellungen, Einstellungen bei der RAW-Konvertierung, Anforderungen an den Monitor sowie Einstellungen in der Computersoftware.

Das Ziel ist eigentlich jedem klar: Man will das, was man am Monitor gesehen hat, auch hinterher in Händen halten. Und den Weg dorthin ist Thema dieses Workshops.

Termine:

Vortrag 1: 24.05.2017, 16 Uhr im Kurhaus Zingst (1.OG)

Vortrag 2: 27.05.2017, 15 Uhr im Kurhaus Zingst (1.OG)

Farbmanagement Sprechstunde im Kurhaus

Vom 23.05. bis zum 27.05. stehe ich euch zwischen 12 Uhr und 15 Uhr im Creative Center des 1. OG des Kurhauses für Fragen zur Verfügung. Dort findet ihr auch Ansprechpartner von Adobe, Epson, DOCMA und Datacolor, die euch mit Rat und Tat beiseite stehen werden.

Workshop Photoshop & Farbmanagement – der Weg zu besseren Bildern

Fotografen, die Bilder einem breitem Publikum präsentieren möchten, haben eines gemeinsam. Sie würden ihre Arbeiten nicht durch eine fehlerhafte Postproduktion entwerten.  In diesem Workshop geht es genau darum einen Farbverbindlichen Workflow zu zeigen, um Ihre Bildergebnisse zu optimieren.

Die Arbeit eines Fotografen hört nicht beim Druck auf den Auslöser auf. Der digitale Workflow in der Bearbeitung ist entscheidend für die finale Bildqualität. Die folgende Punkte werden in diesem Workshop intensiv behandelt. 

Inhalt
•    Welche Einstellungen mache ich an der Kamera?
•    Welchen Monitor brauche ich?
•    Farbmanagement: Wie kalibriere ich meinen Monitor richtig?
•    Optimierung der RAW-Bilder in Lightroom
•    Der komplette Workflow der Bildbearbeitung in Photoshop für Landschaft, Architektur und People,
     incl. der kompletten Beautyretusche
•    Vorbereitung der Aufnahmen für den Druck
•    Druck der Bilder, Einfluss der Papierart auf das Druckergebnis

Des Weiteren gibt es von der Einstellung der Kamera bis hin zum Druck alle Informationen, die Sie brauchen, um ein perfektes Bildergebnis zu erzielen. 

DIESER WORKSHOP IST LEIDER SCHON AUSGEBUCHT.

Videorückblick Umweltfotofestival »horizonte zingst« 2017

 

Zingst ist wirklich immer das Festival Highlight des Jahres und ich freue mich schon sehr, viele Freunde und Bekannte wieder zu sehen, mit Frau und Hund ein paar entspannende Tage zu verbringen und selbst mal wieder ein paar schöne Landschaften fotografieren zu können!

Schilf mit Leuchtturm

Kann die Fujifilm X-T2 Presse?

Eigentlich bin ich ja in den Stadtgarten in Köln gegangen, um der Frage näher zu kommen, ob Martin Schulz Kanzler kann. Eine weitere Frage, die mir schon lange im Kopf herumschwirrte war die Frage: Könnte ich meinen früheren Job als Pressefotograf heute auch mit einer Fujifilm Ausrüstung ausüben? Zur Schulzfrage möchte ich mich jetzt hier nicht äußern, aber die Fujifrage kann ich sehr klar beantworten. Ich könnte! Und wie! Ich will aber gar nicht mehr. 😉

Vor ein paar Jahren wäre ich auf einem Termin wie dem Wahlkampfauftritt von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz mit einer EOS 1DX, einer EOS 5D MKII (jeweis mit großem Blitz), dem 2,8/16-35 L, dem 24-70/2,8 L und dem 70-200/2,8 L aufgetaucht. Ich hätte nach einer Stunde Warten auf den Auftritt wie so oft Rückenschmerzen gehabt. Aber ich wäre mir sicher gewesen, dass mir die Ausrüstung bei der Jagt nach den richtigen Motiven schon mal keinen Strich durch die Rechnung machen würde. Heute fotografiere ich nur noch aus Spaß und meine Oberwerth Wetzlar hatte ich eigentlich eher aus Gewohnheit dabei. In der Tasche fand sich die Fujifilm X-T2, XF 2/23, XF 1,4/35, XF 1,2/56 und XF 4/10-24 und KEIN Blitz. Fotos wollte ich nur machen, wenn ich wirklich Lust hätte. Und nach einem ausgiebigen Schwätzchen mit einigen netten, ehemaligen Kollegen hatte ich Lust. Warum also nicht die latent schon lange in mir brodelnde Frage klären: "Könnte mann meinen alten Fotoreporter-Job heute auch mit meiner spiegellosen Cropkamera machen?" Gemeint ist damit, wie sich die Performance und Usability der Fuji gegenüber einer professionellen DSLR schlägt. Für die X-E1 hätte ich die Frage verneint. Mit der X-E2 wäre das vielleicht gegangen, aber man müsste häufiger Kompromisse in Kauf nehmen.

Rein ins Getümmel

Die Voraussetzungen waren denkbar tricky. Abseits der Bühne mieses Licht, alles sehr eng, viele Pressefotografen, Filmteams und mit Smartphone oder Tablet filmende Schreibkräfte, nicht zu vergessen reichlich Sicherheitsbeamte. Und da ich ja nur aus Spaß fotografieren wollte, wollte ich auch den professionellen Kollegen nicht im Weg stehen. Die müssen davon schließlich leben. Ich habe mich also meist hinter dem Getümmel aufgehalten und schon zeigten sich die ersten große Vorteile der X-T2: das Klappdisplay und das Gewicht. Im Gegensatz zu den Topmodellen von Canon und Nikon verfügt die X-T2 ja bekanntlich über ein Klappdisplay. Dieses hat mir sehr geholfen, den Bildausschnitt bei Überkopfaufnahmen richtig gestalten zu können und nicht wie früher mehr oder weniger blind zu schießen und zu hoffen, dass Bildausschnitt und Schärfe so sitzen wie sie sollten. Das Gewicht, das ja nur ein Bruchteil der DSLR-Profiboliden beträgt, ermöglicht es mir, die Kamera auch längere Zeit am ausgestreckten Arm dorthin zu halten, wo ich sie haben wollte. Daran wäre mit meiner früheren Ausrüstung nicht zu denken gewesen. Die Lichtempfindlichkeit des Fuji-Sensors war kein Problem. Mit Auto-ISO bis 6400 ISO war das wenige Licht bei offener Blende der drei Festbrennweiten überhaupt kein Hindernis mehr. Und beim Blick in die Displays der umstehenden Canon- oder Nikon-Nutzer, die per Monitorlupe die Schärfe ihrer Bilder kontrollierten, waren auch dort keine besseren Ergebnisse zu sehen. Ganz im Gegenteil. Ich hatte ganz vergessen, wie scharf die Fuji-Files bereits fotografiert werden. Dagegen wirkten die unbearbeiteten Bilder in den neuesten Canon bzw. Nikon-Topmodellen eher matschig.

Es lebe das Klappdisplay!

An die Nutzung von Zooms war kaum nicht zu denken - zumindest nicht, wenn man Available Light fotografieren wollte. Das galt natürlich auch für die Canon- und Nikonuser. Wer keine lichtstarken Festbrennweiten dabei hatte, kam ums totblitzen der Stimmung kaum umhin. Mit den lichtstarken Fuji-Festbrennweiten waren die Lichtverhältnisse aber nie grenzwertig. Der AF der X-T2 saß eigentlich immer exzellent. Da ich wie gesagt niemanden die guten Fotostandpunkte wegnehmen wollte, habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und eher aus der zweiten oder dritten Reihe fotografiert. Aber das gefielt mir auch fotografisch am besten. Dank Schwenkdisplay und geringem Gewicht fand sich stets eine Lücke, durch die man fotografieren konnte und reizvolle Silhouetten in der Unschärfe mit ins Bild einbeziehen konnte.

Fazit

Alles in allem bin ich von meiner X-T2 wirklich total positiv überrascht. Nach dem heutigen Test hätte ich überhaupt keine Bedenken, meinen alten Job mit einer Fuji-Ausrüstung zu machen. Was die Bildfrequenz angeht, ist die X-T2 absolut ebenbürtig, das Rauschverhalten ist ausreichend gut, der AF ist Klasse und die Bildqualität überragend. Jetzt, wo ich die Dimensionen einer auch heute noch üblichen DSLR-Ausrüstung wieder bei den Kollegen gesehen habe, freue ich mich mit meinem Rücken zusammen noch mehr über die Kompaktheit der Crop-Systemkameras. Dass ich meine Fotoausrüstung dabei hatte, habe ich nämlich eigentlich gar nicht gespürt.

Klar: die Voraussetzungen waren ungerecht. Ich war privat vor Ort, musste nicht liefern und auf Nummer Sicher gehen, konnte ohne Druck und mit freiem Kopf "herumknipsen". Unter scharfen Bedingungen wäre ich sicher mit zwei Bodies und auch mit Blitz unterwegs gewesen. Aber dennoch: aus meiner Sicht kann man heute genauso gut mit einer aktuellen Spiegellosen im Pressealltag bestehen. Die Vorherrschaft der Vollformat-DSLR-Boliden gerät auch in diesem Anwendungsbereich ins Wanken. Dennoch bin ich sehr froh, dass ich den Job nicht mehr machen muss. Auch das war ein Learning des heutigen Tages.

Bildbandempfehlung #3

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Details zum Buch

Ausstattung
Format: 30×22 cm Querformat
96 Seiten,
A4, Hardcover

Verkaufspreis: 49 Euro
(zzgl.Versandkosten)

Bestelladresse: Burgers Webshop

Weitere Buchempfehlungen

Fotografie-Blogbühne 2017

eingetragen in: Fotografie | 0

Ich blogge weil…

Einerseits blogge ich, weil ich andere Fotobegeisterte an meinen Erfahrungen teilhaben möchte. Wie viele andere Fotografen auch habe ich nicht nur Spaß an der Fotografie selbst, sondern kann eine gewisse Begeisterung für Fotoausrüstung nicht bestreiten. So habe ich z.B. einen ausgeprägten Taschenfimmel. Eine Charaktereigenschaft, die ich z.B. mit meinem Fotokumpel und Taschenfreak Jörk Langer teile. Und wenn mir etwas begeistert, teile ich meine Erfahrungen gerne. Genau so ist das z.B. auch bei Büchern und vor allem Bildbänden.
Andererseits bin ich der Meinung, dass Fotografen auch "on location" von ihren Erfahrungen profitieren sollten. Deshalb blogge ich auch gerne über Locations, die mir gefallen haben und gebe Tipps, wie und von wo man sie am besten fotografieren kann. Es muss ja nicht jeder das Rad neu erfinden.
Und zu guter Letzt kündige ich gerne Events an, die ich gut finde, oder an denen ich teilnehmen bzw. berichte über diese. In meinem Hauptjob als Marketingmensch bei EIZO komme ich in der deutschen Fotoszene ja relativ viel herum.

Die drei Beiträge in anderen Fotografie-Blogs, die mich im letzten Jahr am meisten inspiriert haben, sind…

Puh, das ist schwer. Einzelne Beiträge kann ich gar nicht benennen. Aber es gibt drei Blogs von Fotografen, die ich persönlich kenne und außerordentlich schätze, die ich hier gerne empfehlen möchte:

Beruf Fotograf von Christian Ahrens

Christian kenne ich schon eine gefühlte Ewigkeit. Zusammen mit Silvia Steinbach bildet er das Fotografenteam Ahrens & Steinbach Projekte. Die beiden haben sich auf Bilder aus der Welt der Arbeit spezialisiert und ich finde, sie machen das großartig! Christian hat privat schon längere Zeit mit Fuji-X-Kameras fotografiert. Und vor einiger Zeit ist er dann auch beruflich von Canon auf Fuji umgestiegen und hat über seine Erfahrungen gebloggt. Darüber hinaus schätze ich an Christian sehr, dass er ein sehr kollegialer Typ ist und seine Erfahrungen und Learnings gerne mit anderen Fotografen teilt.

Digitaler Augenblick von Jörg Langer

Auch Jörg kenne ich schon einer Ewigkeit. Kennen gelernt haben wir uns im dforum, als wir beide noch mir Canon fotografiert haben. Jörg ist genau wie ich ein hauptberuflicher Marketingmensch und der Godfather des Taschenfimmels mit ausgeprägtem Stativfetisch. Er ist nicht nur ein hervorragender Hochzeitsfotograf, er ist auch eine echte Contentmaschine. Einer seiner Blogs ist Digitaler Augenblick. Ich lese seinen Blog wirklich gerne und möchte ihn euch deshalb hier empfehlen.

28mm von Tomaso Baldessarini

Tomaso kenne ich noch nicht lange. Aber es war so zu sagen Liebe auf den ersten Blick. Sein Blog 28mm hat mich direkt in seinen Bann geschlagen. Tom ist nur mit einer Leica Q bewaffnet vier Wochen lang durch Manhattan gezogen und hat Street-Photography aus der ganz kurzen Distanz betrieben. herausgekommen ist ein eindringliches Soziogramm Manhattans, das in wenigen Wochen als Buch erscheint. Ich seinem Blog berichtet er ausführlich über dieses Projekt und gibt tiefe Einblicke in die Entstehung des Buches. Tom hat schon zahlreiche, spannende weitere Projekte in der Pipeline und ich bin mir sicher, dass wir noch eine Menge von ihm zu sehen bekommen werden.

Dieses fotografische Projekt möchte ich in den nächsten 12 Monaten realisieren:

In kommenden Jahr möchte ich mich weiter auf die Landschaftsfotografie konzentrieren. Aktuell plane ich 2017 drei Reisen, auf denen ich mehr oder weniger intensiv fotografieren möchte:

  • Zingst
    Wie in jedem Jahr werde ich wieder beim horizonte Zingst Festival sein und dort mehrere Vorträge zum Thema Farbmanagement halten. Aber dieses Mal möchte ich dort aber auch ein paar Urlaubstage verbringen und die wunderschöne Bodden- und Küstenlandschaft fotografieren.
  • Cornwall
    In meiner Kindheit war ich mit meinen Eltern mehrere Male in Cornwall. Und in diesem Jahr möchte ich im Sommer dorthin zurückkehren. Ich freue mich schon sehr darauf und habe schon zahlreiche Locations recherchiert, die ich gerne fotografieren möchte.
  • Bretagne
    Im August werde ich in die Bretagne reisen, um dort die Küste und Leuchttürme zu fotografieren. Ich bin schon sehr gespannt. In den letzten Jahren wahren wir mehrfach an der französischen Mittelmeerküste. Die Atlantikküste sieht völlig anders aus und bietet unzählige reizvolle Fotolocations. Auch auf diese Reise freue ich mich schon sehr.

Bildbandempfehlung #2

New York ist ein Sujet, an dem sich bereits Generationen von Fotografen abgearbeitet haben. Auch mich hat es schon viermal nach New York gezogen. Im April veröffentlicht Tomasso Baldessarini aus Berlin seinen ersten Bildband.

Dazu brach Tomaso im Herbst 2016 auf, New York, den Sehnsuchtsort von Millionen von Menschen, den Inbegriff von Moderne und Reichtum, von Glitzerwelt und American Way of Life zu erleben, zu fühlen und fotografisch festzuhalten. Er wollte den Bewohnern New Yorks so nahe wie möglich kommen, authentisch und schonungslos ehrlich. Deshalb besteht Toms komplette Fotoausrüstung lediglich aus einer Leica Q. „Das fest verbaute 28 mm Weitwinkelobjektiv der Leica Q zwingt, über meinen eigenen Schatten zu springen, Hemmungen zu überwinden Distanzen abzubauen. Seine Strategie: nicht auffallen!

ICH HABE DIE KONTROLLE KOMPLETT IN DIE HÄNDE DER SITUATION, DES MOMENTS UND DER MENSCHEN GEGEBEN

Tom entwickelt ein Gefühl für die Umgebung, lernt seine Fotolocations kennen, kleidet sich möglichst unauffällig in Schwarz. Die kleine Leica immer in der Hand, manuell auf 1 Meter vorfokussiert, die Blende zwischen 8 und 11 eingestellt und mit einer möglichst kurzen Verschlusszeit streift Baldessarini durchschnittlich 10 Stunden durch Manhattan und legt dabei täglich mehr als 10 km zu Fuß zurück. Er lässt sich treiben und wartet auf Situationen und den richtigen Moment. Im schwül-heißen Großstadtklima des spätsommerlichen New Yorks geht Baldessarini auch an seine eigenen Belastungsgrenzen. Sein Lohn sind Bilder von extremer Authentizität und schonungsloser Ehrlichkeit. Baldessarinis Plan nimmt Formen an: Vier Bildbände sollen entstehen – je ein Buch über die New Yorker Stadtteile Manhattan, Brooklyn, Harlem und die Bronx.

Nach vier Wochen kehrt Baldessarini schließlich mit 10.000 Fotos erschöpft aber glücklich nach Berlin zurück. Entstanden ist ein fesselndes Soziogramm abseits der gängigen Klischees: schräg, zerbrechlich, resignierend und kämpferisch – facettenreich wie die Stadt selbst. Zusammen mit seiner Kuratorin Bianca Winter hat Beldessarini in den folgenden drei Monaten eine Auswahl von 1.000 Bildern getroffen, die schließlich auf 450 Bilder reduziert wurde. Diese „Essenz“ wurde ausbelichtet – innerhalb von zwei intensiven Tagen entstand der rote Faden des Bildbands.

Während der Bildband konkrete Formen annimmt, steht Baldessarini nun vor einer entscheidenden Frage: Arbeitet er wie ursprünglich geplant mit einem Verlag zusammen oder verlegt er seinen ersten Bildband selbst? Nach zahlreichen Gesprächen mit Verlagen bekommt Baldessarini mehrere Angebote, entscheidet sich aber letztendlich dagegen: „Viele Verlage wälzen bei jungen Künstlern das verlegerische Risiko komplett ab. Die Verlage verwerdienen Geld, während der Künstler bestenfalls die eigenen Unkosten decken kann und schlimmstenfalls auf den Kosten sitzen bleibt.“ So lautet Toms ernüchterndes Resümee. Und so verlegt Baldessarini das Buch selbst. „Meine Postproduction mache ich ohnehin grundsätzlich selbst, da ich der Überzeugung bin, dass es nur so möglich ist, meine eigene Vision richtig zur Geltung zu bringen. Fotografie ist extrem subjektiv und deshalb sollte alles in der Hand des Fotografen bleiben. Jetzt übernehme ich auch noch die Gestaltung und Vermarktung“. 90 % seiner Bildbearbeitung macht Baldessarini mit Caption One – 10 % in Photoshop.

Ich arbeite inzwischen auch beruflich mit Tom zusammen. In der April-Ausgabe des Magazins ProfiFOTO erscheint ein vierseitiger Artikel über die Entstehung seines Bildbands. Ich habe schon eine größere Auswahl der Bilder seines Bildbands gesehen. Um es kurz zu machen: Dieser Bildband ist absolute Pflicht, die sich für Streetphotography interessieren oder Fans von New York sind. Ich kann euch diesen tollen Bildband wirklich sehr empfehlen und bin gespannt, was wir von Tomaso noch alles zu sehen bekommen.

 Aktuell arbeitet er nämlich schon an seinem nächsten Buch „Queens“ über Drag-Queens, welches im Sommer 2017 veröffentlicht werden soll. Ende des Jahres plant er, für drei Monate nach Amerika zu gehen, um dort seinen ersten Dokumentarfilm zu drehen. Ich bin mir sicher: Wir werden noch viele, spannende Projekte von Tomaso zu sehen bekommen.

Details zum Buch

Format quer 19cm x 30 cm
352 Seiten, Farbe
Leinencover
Buchumschlag
Fadenbindung
Farbanstrich (Rot an den Seiten)
Prägung (Rot)
Gewicht: 1,6kg
Voraussichtliche Veröffentlichung: Anfang Mai 2017
Auflage: streng limitiert 1000

Bestelladresse: https://shop.baldessarinistudio.com/

Weitere Buchempfehlungen

Bildbandempfehlung #1

Details zum Buch

Ausstattung
Format: 30×22 cm Querformat
Umfang: 176 Seiten
Abbildungen: 82 Farb- und 13 S/W-Fotos
Verarbeitung: Hardcover, Fadenheftung, gerader Rücken, Offsetdruck
Papier: LuxoArt Samt, 170 g/m², mit mattem Dispersionslack

Auflage: 333 Exemplare, limitiert

Editionen
Standard Edition:
Buch #34 bis #333, nummeriert und handsigniert
(noch ausreichend verfügbar)

Verkaufspreis Standard Edition: 55 Euro
(zzgl. Porto und Verpackung)

Der Bildband lässt sich hier bestellen: http://www.martin-huelle.de/shop

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Review: Stativ Rollei Rock Solid Gamma

eingetragen in: Ausrüstung, Fotografie, Review, Test | 5

Leicht, stabil und durchdacht sollte es sein, mein neues Stativ. Darum habe ich beim Fotofestival in Zingst die Gelegenheit genutzt und mir das Angebot der verschiedenen Hersteller direkt vor Ort angeschaut. Entschieden habe ich mich letztendlich für das Rollei Rock Solid Gamma. Seit zehn Monaten nutze ich das Stativ nun intensiv. Hier sind meine Erfahrungen und Eindrücke.

Zeit für ein neues Stativ

Fotoausrüstung EOS
Wir haben viel gemeinsam erlebt, mein Gitz Reporter und ich.

Mein letztes neues Stativ hatte ich vor über 20 Jahren gekauft. Mein Manfrotto 055 CB hat mir lange treue Dienste geleistet, war mir aber auf Reisen schon zu groß. Deshalb hatte ich mit schon vor vielen Jahren ein gebrauchtes Gitz-Stativ Reporter gekauft, das vermutlich genau so alt ist wie ich. Nun ist die Entwicklung bei Stativen nicht ansatzweise so rasant wie bei Kameras oder Objektiven, aber dennoch hatte sich in den letzten Jahrzehnten so viel getan, dass ich es jetzt einfach Zeit für ein neues Stativ wurde. Da man als Landschafts- und Reisefotograf natürlich über jedes Gramm froh ist, was man nicht mit sich herumtragen muss, sollte das neue Stativ aus Carbon sein. Während mir zu analogen Zeiten ziemlich wichtig war, dass sich das Stativ bis auf Augenhöhe ausziehen lässt, ist mir das Dank Live-View und Display heute nicht mehr so wichtig. Da kommt es mir eher auf die kompakte Bauform an. Und da ich ja schon länger mit meinen kleinen und leichten Fujifilm-Systemkameras fotografiere musste die Tragkraft des Stativs nicht besonders groß sein. Stabil sollte es aber natürlich dennoch sein.

And the winner is: Rollei Rock Solid Gamma

Rollei hatte ich eigentlich gar nicht auf dem Schirm. Aber das Rock Solid Gamma hat mich so überzeugt, dass ich mich für dieses Stativ entschieden habe.

Das Gamma ist das kleinste Stativ aus der Rock Solid Serie. Darüber gibt es noch die größeren Modelle Beta und Alpha und Alpha XL. Diese waren aber für meine Zwecke überdimensioniert. Rollei stellt noch zahlreiche kleinere Reisestative, teils sogar auch aus Carbon her. Das Gamma erscheint mir aber das beste Gesamtpaket für meine Zwecke zu sein.


Das schreibt der Hersteller

 

Produktbeschreibung

Für den steigenden Bedarf professioneller Reise- und Naturfotografen nach leichten, stabilen und witterungsresistenten Reisestativen hat Rollei die Rock Solid Carbon Stativ Reihe entwickelt. „Rock Solid“ steht im Englischen für „felsenfest“ oder „wie ein Fels in der Brandung“. Um in jeder Motiv-Situation einen entsprechend stabilen Stand zu garantieren, sind die Stativrohe zu 100 Prozent aus Carbon hergestellt. Komplett aus Kohlenstofffaser-verstärkten duromeren Kunststoffen besteht beispielsweise auch das Seitenleitwerk des Airbus A 380. Dieser Werkstoff trotzt nicht nur dauerhaft Wind und Wetter, sondern ist auch absolut korrosionsunempfindlich sowie Sand- und Salzwasser-beständig.

Unser Modell Gamma bringt gerade einmal 1.350 kg auf die Waage und trägt trotzdem beeindruckende 16 kg auf seinen stabilen Beinen. Das Packmaß beträgt weniger als einen halben Meter in der Länge, die zu 180° schwenkbaren Stativbeine erlauben auch die Verwendung als Makro-Stativ. Sowohl auf empfindlichen Untergründen als auch auf Eis oder Geröll steht das Rollei Rock Solid Carbon Stativ Gamma wirklich unerschütterlich: Die in acht Lagen kreuzförmig verwobenen Carbon-Fasern ermöglichen eine optimale Schwingungsdämpfung. Spikes sind im Lieferumfang enthalten und lassen sich schnell und unkompliziert an den dreifach ausziehbaren Stativbeinen (Dreibeinstativ) befestigen. Über widerstandsfähige Gelenke mit drei Rastpositionen und Schnellschraub-Verschlüsse kann das Stativ innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit gemacht werden.

Neben den stabilen Spikes liegt dem Rollei Rock Solid Carbon Stativ Gamma auch eine zusätzliche kurze Mittelsäule bei. Das Reisestativ lässt sich für sehr beengte Räumlichkeiten oder in Aufnahmesituationen, die schnelle Reaktionszeiten bei widrigen Lichtverhältnissen erfordern zu einem Einbeinstativ (Monopod) umbauen.

Maße Dreibein

Gewicht (ohne Stativkopf) 1,35 kg
Minimale Höhe 7 cm
Maximale Höhe 151 cm
Traglast 16 kg
Beinsegmente 4

Maße Einbein

Gewicht (ohne Stativkopf) 0,.43 kg
Maximale Höhe 162.5 cm
Minimale Höhe 78 cm
Traglast 16 kg

Lieferumfang:

  • Rock Solid Carbon Stativ Gamma
  • Stativtasche
  • Spikes
  • Inbusschlüssel
  • kurze Mittelsäule

 


 

Das Rollei Rock Solid Gamma Stativ in der Praxis

Ich war mit dem Rollei Rock Solid Gamma im Salzwasser von Nord-, Ostsee und Mittelmeer, an zahlreichen Sandstränden, im Rhein und einigen Flüssen Südfrankreichs sowie im Ockerstaub des Luberon. Nach 10 Monaten intensiver Benutzung hat es inzwischen ein paar Gebrauchsspuren, aber Schwachstellen sind mir keine aufgefallen.

Im Folgenden möchte ich euch ein paar Details zeigen, die mir am Rollei Rock Solid Gamma  in der Praxis besonders gut gefallen haben.

 

Verstellbarkeit

Die Stativbeine sind in drei Anstellwinkeln gerastet. Dazu wird ein jedem Bein ein kleiner Schieber an der Stativschulter herausgezogen. Leider ist dieser Schieber nicht wie bei anderen Stativen mit einer Feder versehen, sodass man den Schieber immer herausziehen und hineindrücken muss, wenn man den Beinanschlag arretieren will. Es ist wohl Geschmackssache, aber ich hätte einen Mechanismus bevorzugt, bei dem man nur auf die Raste drücken muss. Durch die unterschiedlichen Anstellwinkel bis hin zur 180°-Drehung gibt es kaum eine Aufnahmesituation, die man mit dem Gamma nicht meistern könnte.

Mittelsäule

Die Mittelsäule ist ebenfalls aus Carbon und lässt sich ein ganzes Stück ausziehen, ohne die Stabilität des Stativs allzu sehr zu verringern. Ich fotografiere aber meist mit eingefahrener Mittelsäule. Unten an der Mittelsäule ist ein Haken eingeschraubt, der das Einhängen der Fototasche ermöglicht und dem Stativ so noch mehr Stabilität verleiht. Schraubt man das Endstück mit dem Haken ab, kann man die Mittelsäule herausziehen und umgekehrt verwenden, um möglichst bodennah fotografieren zu können. Zum Lieferumfang des Stativs gehört jedoch noch eine kurze Mittelsäule. Mit dieser lassen sich auch sehr tiefe Aufnahmepositionen realisieren. Was mir sehr gefällt: anders als bei vielen anderen Stativen wird die Mittelsäule über ein anständiges Handrad oberhalb der Stativschulter arretiert. Das ist viel besser zugänglich als eine Arretierung, die unterhalb des Stativschulter sitzt, wie das z.B. bei meinem Gitzo war. Da hat man sich immer die Knöchel angehauen, wenn man die Mittelsäule lösen wollte. Außerdem lässt sich die Mittelsäule mit einem der Stativbeine als wirklich langes und stabiles Einbeinstativ nuzten. Eine wirklich extrem praktische Lösung!

Packmaß

Es ist heute keine Besonderheit mehr: Bei vielen aktuellen Stativen lassen sich die Stativbeine bei ausgefahrener Mittelsäule um 180° nach oben klappen, sodass der Stativkopf zwischen den Beinen verschwindet. So auch beim Rock Solid Gamma. Die Verringerung des Packmaßes ist groß. Ein Feature auf das ich nicht mehr verzichten wollte.

Stichwort Wasserfestigkeit

Es gibt Hersteller, die dichten Stative zur Verwendung im Wasser aufwändig ab, damit kein oder realistischer formuliert nur wenig Wasser in die Stativbeine hinein läuft. Rollei tut das nicht, was ich nicht weiter schlimm finde. Denn Wasser und Sand finden immer einen Weg in die Stativbeine. Auch bei "wasserfesten" Stativen kommt man um eine regelmäßige Demontage und Reinigung nicht herum. Rollei beschreibt das Gamma als "absolut korrosionsunempfindlich sowie Sand- und Salzwasser-beständig." Ich habe mein Rock Solid Gamma auf mehreren Reisen an Strand, Meer und Süßwasser nicht geschont und kann die Aussage von Rollei bestätigen.
Die Beine lassen sich schnell und einfach demontieren und reinigen. Und das sollte man spätestens nach einer Reise auch tun. Dann können weder Salzwasser noch Sand dem Stativ bleibende Schäden zufügen.

Zubehör

Mit dem Zubehör ist das Gamma wirklich seht gut ausgestattet. Mit den Spikes lässt es sich an unterschiedliche Untergründe anpassen. Die mitgelieferte Tasche ist solide verarbeitet, stabil und schützt das Stativ wirksam. Mit der kurzen Mittelsäule lässt sich das Gamma auch für extrem bodennahe Aufnahmen nutzen.

Stativkopf

Der Rolleo T5S Kugelkopf.

Ich habe mir zum Rollei Rock Solid Gamma auch noch den passenden Rollei Stativkopf gekauft: den Rollei T5S. Dieser Kugelkopf verfügt über eine Schnellwechselplatte mit Acra Swiss Anschluss. Somit lassen sich all meine Kameras, die mit passenden Handgriffen ausgestattet sind, ohne zusätzliche Platte am Kopf befestigen. Am Kopf befinden sich zwei Einstellräder. Mit dem einen arretiert man die Horizontalachse. Mit dem anderen Rad (dem größeren) stellt man die Friktion der Kugel sehr fein einstellen. Der Kopf läuft sehr weich in der Pfanne und der Bildausschnitt verändert sich beim Feststellen der Friktion auch bei längeren Brennweiten nur minimal. Mit 25 kg Tragkraft ist der T5S mehr als ausreichend dimensioniert und passt genau zwischen die Beine des Gammas. Die genauen Spezifikationen könnt ihr diesem Datenblatt entnehmen. Der Rollei T5S kostet knapp 100 €.


 

Mein Fazit

Es wird nach den vorangegangenen Zeilen nicht verwundern: Ich bin mit dem Rollei Rock Solid Gamma sehr zufrieden. Für 329 € (mit Kopf 428 €) bekommt man ein hervorragend verarbeitetes, toll ausgestattetes Carbon-Stativ, das leicht, kompakt und gleichzeitig extrem vielseitig ist. Einzig die Arretierung der Stativbeine hätte ich mir mit einem Federmechanismus gewünscht - ein richtiger Nachteil ist das aber nicht. Für meine Fujifilm X-Ausrüstung ist das Rock Solid Gamme mehr als ausreichend dimensioniert - vielleicht sogar überdimensioniert. Es ist wirklich superstabil. Ich habe es inzwischen mit mehreren gleichgroßen Stativen anderer Hersteller vergleichen können und ich habe kein Stativ gefunden, das bei gleicher Größe und Gewicht stabiler war. Ich kann dieses Stativ und den Kugelkopf wirklich sehr empfehlen und bin gespannt, ob mich das Rollei Gamma genau so lange auf meinen Reisen begleiten wird, wie meine bisherigen Stative das getan haben. Ich bin jedenfalls sehr zuversichtlich.

Hinweis:

Die aktuelle Version des Rollei Rock Solid Gamma wurde inzwischen etwas modifiziert: Während bei meinem Gamma lediglich das abschraubbare Bein mit einem Kunstlederschutz versehen war, sind die anderen zwei Beine zusätzlich mit einem Gummischutz versehen. Außerdem sind beim aktuellen Modell die untersten Stativelemente jetzt mit einer aufgedruckten Skala beschriftet. Das war bei meinem Gamma auch noch nicht der Fall.

 

Auch interessant:

Ockergelben im Luberon
Diese Review ist Teil einer Serie zum Thema Landschaftsfotografie in Südfrankreich. Ich werde in den kommenden Wochen folgende Ausrüstungsteile in einen Beiträgen näher beleuchten:

Außerdem werde ich zu einigen tollen Locations Fotos zeigen und Tipps geben.

Photographers For Charity 2017

Gruppenbild #forcharity
Alle ehrenamtlich und mit viel Begeisterung im Dienste der guten Sache dabei. Foto: Alexander Heinrichs

„Fotos machen und Gutes tun“ ist die Grundidee von „Photographers for Charity". 2014 fand die Aktion zum ersten Mal statt. Im Studio von Alexander Heinrichs veranstalteten namhafte Profi-Fotografen und bekannte Modelle den ersten gemeinsamen Workshop. Als Erlös wurden damals knapp 10.000 Euro gesammelt, die für Kinder in den Townships in Südafrika gespendet wurden. 2017 fand das Event nun zum dritten Mal statt. Sagenhafte 21.029,18 € kamen dieses Mal zusammen, die dem Tabaluga Haus in Dudastadt zugute kommen.

 

In diesem Jahr waren folgende Fotofragen mit dabei:

DomQuichotte, Robert Maschke Photography, Fotograf Felix Rachor, Jens Burger - Fotografie, Sacha Leyendecker, Peter Hawk Photography, Oliver Meyer Photography, Krolop & Gerst, Olaf Giermann und natürlich Alexander Heinrichs Photographie und Sven Doelle.

Die Veranstaltung hat wirklich unheimlich viel Spaß gemacht und ich bin stolz und glücklich, ein Teil davon sein zu dürfen.

Einen ausführlichen Bericht über das Workshopwochenende findet ihr jetzt auf der DOCMA-Website.

Peak Design Every Day Backpack 30L

Das Warten hat ein Ende. Der Everyday Backpack ist da. Meine ersten Eindrücke.

Lange habe ich darauf gewartet, kurz vor Weihnachten ist er gekommen: der Everyday Backpack 30L in Charcoal von Peak Design. Ich habe ja bereits den Everyday Messenger 13" in Benutzung und damit bereits beste Erfahrungen gemacht. Aber für meine komplette Ausrüstung und zusätzliches Tagesgepäck, wie man es für eine Fotoreise braucht, ist der Messenger einfach zu klein.

Deshalb habe ich die neuen Produkte, die Peak Design im Herbst angekündigt hat, besonders interessiert. Ich habe mich für den großen Backpack (30 Liter) entschieden. Jetzt ist er ein paar Tage bei mir und nachdem mein Fotokumpel "Taschenfreak" Jörg Langer quasi im Vorbeigehen beim Treffen der unanonymen Fotofreaks seine Eindrücke zu meinem Rucksack bereits veröffentlicht hat, möchte ich nun auch noch meine Eindrücke dazu schildern.

Die Features

Ich könnte mir jetzt die Finger über die unzähligen Features des Backpacks wund schreiben. Aber zum Glück hat Peak Design diese Woche ein Video veröffentlicht, in dem alle Features ausführlich erklärt werden. Und da das so viele sind, dauert das Video auch eine satte halbe Stunde.

 

Daneben gibt es inzwischen eine Menge Video-Rezensionen. Die Features sollten also hinlänglich bekannt sein. Aber was auf der Webseite gut klingt oder einen durchdachten Eindruck macht, muss ja in der Realität nicht unbedingt funktionieren.

Mein Eindruck

Meine Erwartungen waren nach den guten Erfahrungen mit dem Messenger hoch. Und um es kurz zu machen: Sie wurden noch übertroffen.

  • Der Everyday Backpack ist wirklich bis ins letzte Detail durchdacht und steckt voller guter Ideen. Die Verarbeitungsqualität ist hervorragend.
  • Von außen ist er nicht besonders groß und sieht nicht wie der typische Fotorucksack aus.
  • Von innen der Rucksack ein ein echtes Raumwunder. Wie erhofft, findet darin meine komplette Fotoausrüstung Platz und es bleibt noch genügend Raum für Tagesgepäck.
  • Das Konzept der seitlichen Beladung ist ein großer Vorteil. So kann man den Rucksack immer am Körper behalten, wenn man in be- oder entladen will und muss ihn nicht wie bei vielen anderen Rucksäcken (im Dreck) ablegen, um an die große Rückklappe zu kommen. Das war in meinen Augen immer das große Manko der meisten Fotorucksäcke.
  • Die Materialien sind hervorragend gewählt und die vielen, kleinen speziell für Peak Design hergestellten Details begeistern.
  • Die größte Überraschung: Selbst voll beladen trägt sich der Everyday Backpack extrem angenehm. Da kann mein Loewpro Rucksack nicht ansatzweise mithalten.
  • Peak Design hat sich mit diesem Rucksack selbst übertroffen. Viele Features wie z.B. die Divider wurden noch verbessert. Diese sind jetzt zweischichtig. So entstehen einzelne Fächer.

 

20 oder 30 Liter - welchen soll ich nehmen?

Diese Frage habe ich mir ziemlich oft gestellt. Letztendlich habe ich mich für den Everyday Backpack 30L entschieden. So sehr ich bei meinen Schultertaschen mag, dass diese nur so groß wie absolut nötig sind: Beim Rucksack bin ich extrem froh, dass ich die größere Variante gekauft habe. Denn was man oft nicht bedenkt: Abgesehen davon, dass die Fotoausrüstung mit der Zeit erfahrungsgemäß eher wächst als schrumpft, nimmt man zu Anlässen, bei denen man einen Rucksack benutzt, ja meistens nicht nur die Fotoausrüstung mit. Verpflegung, Kleidung, Unterlagen etc. wollen ja auch noch transportiert werden. Zwar ist meine spiegellose Fotoausrüstung mit 1,5 x Crop wirklich kompakt, aber mit dem 20L Backpack hätte ich wieder vor dem Problem gestanden, dass wirklich nur die Fotoausrüstung uns sonst nichts Platz findet. Ich kann deshalb jedem, der den Rucksack für Fotoreisen und -tagestrips nutzen will, nur zu dem 30L-Backpack raten. Auch der "große" Backpack wirkt auf dem Rücken nicht riesig. Und zu viel Platz ist erfahrungsgemäß besser als zu wenig Platz.

Vergleichsfotos der beiden Größen findet ihr hier.

 

Mein Fazit

In der Kickstarterkampagne sehen alle Produkte immer grandios aus. In der Realität ist das manchmal ganz anders. Nicht so bei Peak Design. Alle Versprechen des Herstellers werden voll eingelöst. Ich kann diesen Rucksack bisher uneingeschränkt empfehlen und freue mich auf die Ausflüge und Reisen, die ich mit ihm absolvieren werde.

 

 

In Deutschland wird der Rucksack übrigens von enjoyyourcamera verkauft, mit denen ich bisher auch nur beste Erfahrungen gemacht habe.

 

Natürlich werde ich auch noch eine Review schreiben, wenn ich intensivere Erfahrungen mit dem Backpack sammeln konnte.

Location-Tipp: Cotignac

Zufallsfund Cotignac

Auf meinem Weg nach Trans-en-Provence bin ich eher versehentlich durch Cotignac gefahren. Mein Navi hat mich mitten durch die schmalen Gässchen geführt, die gewiss nicht für heutige Fahrzeugdimensionen gebaut worden sind. Cotignac ist also eher eine Zufallsentdeckung und hat im Gegensatz zu den meisten anderen Fotolocations meiner Südfrankreich-Reise nichts mit Wasser zu tun. Aber verständlicherweise hat mich dieses Plätzchen mit der Mairie, gelegen unterhalb eine zerklüfteten Steilwand, sofort gereizt und ich habe mich entschieden, möglichst bald noch einmal zurückzukehren. 

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Place de la Mairie

Place de la Mairie

Ich habe mir den Großteil von Cotignac angeschaut und sicherlich ist einer der schönsten Flecken der Place de la Mairie. Gerade zur blauen Stunde ergibt sich aus dem Mischlicht aus dem restlichen natürlichen Licht und den unterschiedlichen Lampen, mit denen unter anderem viele Hausfassaden und die Steilwand beleuchtet werden, eine reizvolle Lichtstimmung. Und ich staune immer wieder, welch eine hohe Dynamik in den RAWs aus der Fujifilm X-E2 steckt. Hier lässt sich eine Menge Lichter- und Schattenzeichnungen herausholen, die man auf dem Kameradisplay schon verloren glaubte.

Steetlife – die Menschen von Cotignac

Doch auch viele andere Orte in Cotignac sind ausgesprochen fotogen. Ich bin mehrere Stunden durch Cotignac gelaufen und habe versucht, diese Orte zusammen mit ihren Bewohnern festzuhalten. Herausgekommen ist eine kleine Serie Streetlife.

Ockergelben im Luberon
Dieser Location-Tipp ist Teil einer Serie zum Thema Landschaftsfotografie in Südfrankreich. Ich werde in den kommenden Wochen folgende Ausrüstungsteile in einen Beiträgen näher beleuchten:

Außerdem werde ich zu einigen tollen Locations Fotos zeigen und Tipps geben.

Review: Peak Design Field Pouch

Die Tasche in der Tasche

Wie ich in meiner Review zum Everyday Messenger Bag bereits geschrieben habe, lag es vor allem, am Field Pouch, dass ich den Messenger so gut finde. Warum das so ist, versuche ich in dieser Review zu erklären.

Aber was genau ist es, was ich an Field Pouch so mag? Ich glaube, es ist die Vielseitigkeit. Der Field Pouch kann unterschiedlichste Aufgaben übernehmen. Auf meiner Reise nach Südfrankreich war er meine Filtertasche. Er eignet sich überhaupt für jede Art Zubehör, das man nicht lose in der Fototasche herumfliegen haben will. Aber auch als Fototasche für das "kleine Besteck" eignet er sich bestens, kann man doch zwei Fuji-Festbrennweiten und allerlei Krempel in ihm unterbringen. Und zu guter letzt kann man ihn auch noch als Herrenhandtäschchen benutzen. Aber der Reihe nach.

Was ist der Field Pouch?

Der Field Pouch ist eine kleine, moderat gepolsterte Tasche, die aus dem gleichen Stoff gefertigt ist, wie die großen Peak Design Taschen. Auch den Field Pouch gibt es in den Farben Charcoal und Heritage Tan. In den insgesamt sechs separaten Fächern, von denen sich zwei mit einem Reißverschluss verschließen lassen und dem Hauptfach findet allerlei Fotoausrüstung bzw. Zubehör Platz. Die Polsterung besteht aus dem gleichen Kunstfilz, mit dem alle Fototaschen von Peak Design geplostert sind. An der Vorderseite befindet sich noch eine Befestigungslasche für den Capture Clip von Peak Design.

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Neben dem Hauptfach stehen sechs Fächer zur Verfügung, um das Zubehör übersichtlich und sicher zu verstauen.

Der Deckel des Field Pouch wird mit zwei Klettstreifen geschlossen. Die inneren Netztaschen bestehen aus einem sehr flexiblen Material, was auch das Verstauen kleinerer Festbrennweiten ermöglicht. Dahinter liegen zwei weitere Taschen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Pouches finden sich hinter einem durchgehenden Reißverschluss zwei weitere Taschen. 

Flexibel für unterschiedliche Zwecke

Seine enorme Flexibilität bekommt der Field Pouch durch die Konstruktion des Verschlusses. Der Deckel lässt sich in unterschiedlichen Höhen schließen, wodurch das Ladevolumen der Tasche sehr flexibel ist. Da der Deckel wie ein Rüssel konstruiert ist, schließt er in jeder höhe sehr sicht, sodass man keine Sorge haben muss, den Inhalt der Tasche zu verlieren. Es ist schwer, das mit Worten zu beschreiben. Schaut euch einfach die Bilder an. 😉

Was für eine Tasche ist denn der Field Pouch nun genau?

Das Gute ist: Der Field Pouch ist genau die Tasche, die man haben will: Entweder man benutzt ihn als Zubehörtasche, die man in seiner Fototasche dabei hat. Und gerade bei einer Tasche wie dem Everyday Messenger Bag ist eine solche Tasche eine große Bereicherung.Doch auch als Gürteltasche und als Schultertasche lässt sich der Field Pouch nutzen. Auf der Rückseite der Tasche finden sich zwei Schlaufen, mit denen sich der Pouch an einem Gürtel befestigen lässt. Auf der Rückseite der Tasche finden sich serienmäßig zwei Anker für die Peak-Design-typischen Schutergurte. Besitzt man passende Gurte, lasst sich der Field Pouch somit zur Schultertasche umbauen. Ich benutze mit dem Field Pouch den Slide-Lite Schultergurt, der meiner Meinung nach genau die richtige Breite hat und sich in wenigen Sekunden befestigen und lösen lässt.

Wie benutze ich den Field Pouch?

Ich habe den Field Pouch auf meiner Reise nach Südfrankreich als Tasche für meine Filter benutzt. Der größte Vorteil war, dass ich meine kompletten Filter in einer separaten Schultertasche dabei haben konnte, ohne immer die komplette Tasche mit mir herumzutragen. Das hatte besonders in den zahlreichen Flüssen und Bächen, in denen ich herumgelaufen bin. Schlimmstenfalls wären nur die Filter nass geworden und nicht die komplette Fototasche.

Der Field Pouch als Filtertasche für die Landschaftsfotografie.
Der Field Pouch als Filtertasche für die Landschaftsfotografie.

In meinem Filter-Pouch hatte ich folgendes Filterzubehör dabei:

  • Mindshift Filter Hive Mini mit
    • Haida 100 GND 0,9 Soft und GND 1,2 Soft
    • Haida 100 ND 3,6
    • Haida Polfilter für Filterhalter
    • Haida 100 Filterhalter
  • Haida ND 0,9 & ND 1,8 & ND 3 Schraubfilter
  • Adapterringe für Schraubfilter
  • Microfaser-Tuch

Im Mindshift Filter Hive Mini sind meine Steckfilter sicher und leicht erreichbar verstaut. den Deckel des Etuis hatte ich dabei meisten nach hinten geschlagen, um schnell an die Filter zu kommen. Für meine Schraubfilter habe ich mir jeweils Etuis von Schneider Kreuznach gekauft. Darin sind die Filter ausreichend geschützt, aber die Verpackung ist wesentlich flexibler als die herkömmlichen Plastikdosen. Die Adapter für die Schraubfilter habe ich in einer der Seitentaschen des Field Pouches untergebracht. Der Filterhalter mit montiertem 77mm-Ring findet auch noch im Hauptfach Platz. Im Reißverschlussfach habe ich dann noch ein Microfasertuch verstaut, das so vor Staub und Dreck geschützt ist.

Obwohl der Field Pouch jetzt mit einer relativ umfangreichen Filterausrüstung gefüllt ist, lässt sich die Tasche danke des flexibel schließbaren Deckels auf ein kompaktes Format komprimieren und nimmt so  nur relativ wenig Platz in der Fototasche weg.

Mein Fazit

Wie schon gesagt: ich liebe den Field Pouch. Ich mag die Haptik sehr. Der Stoff und die Polsterung ist auf ihre eigene Art sehr flexibel und fest zugleich. In meinen Augen genau die richtige Mischung aus Schutz und Flexibilität. Der Peak-Design Charcoal-Stoff hat eine tolle Maserung und gefällt mir sehr gut. Die Tasche ist durch den flexiblen Verschlussmechanismus sehr wandlungsfähig. Gerade für Taschen wie den Everyday-Messenger, der serienmäßig nur über relativ wenige Fächer verfügt, ist der Field Pouch eine extrem sinnvolle Ergänzung. Aber auch für sich genommen ist er eine tolle Tasche, wenn man z.B. neben der Kamera mit Objektiv auch noch zwei weitere kleinere Objektive und Akkus sowie weiteres Zubehör mitnehmen will und einem die normale Fototasche einfach zu groß ist. 

Aber auch ohne Fotoinhalt kann man die Tasche als Herrenhandtäschchen nutzen. Ich habe das schon gemacht und das ist tatsächlich ziemlich praktisch.

Soweit so gut. Gibt es denn überhaupt nichts zu kritisieren?

Doch! Eine Sache sollte man im Hinterkopf behalten: Die Befestigung des Gurtes ist hinten und nicht seitlich. Und wenn die Tasche nicht in der Minimalhöhe oder gar nicht geschlossen ist, verschiebt sich der Schwerpunkt, was schon einmal dazu führen kann, dass sich die Tasche "überschlägt" und der Inhalt herausfallen kann. Deshalb sollte man immer darauf achten, dass der Taschendeckel immer per Klett verschlossen ist. Dann passiert nichts, wenn sich die Tasche dreht. Das Festkletten lässt sich ja auch in Sekundenbruchteilen erledigen, man sollte es halt nur aus besagten Gründen nicht vergessen.

Produktvideo von Peak Design

Ockergelben im Luberon
Diese Review ist Teil einer Serie zum Thema Landschaftsfotografie in Südfrankreich. Ich werde in den kommenden Wochen folgende Ausrüstungsteile in einen Beiträgen näher beleuchten:

Außerdem werde ich zu einigen tollen Locations Fotos zeigen und Tipps geben.

Photographers For Charity 2017

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„Fotos machen und Gutes tun“ ist die Grundidee von „Photographers for Charity". 2014 fand die Aktion zum ersten Mal statt. Im Studio von Alexander Heinrichs veranstalteten namhafte Profi-Fotografen und bekannte Modelle den ersten gemeinsamen Workshop. Als Erlös wurden damals knapp 10.000 Euro gesammelt, die für Kinder in den Townships in Südafrika gespendet wurden. Den Erfolg wiederholten die Macher Anfang 2015, diesmal zugunsten des Projektes „Childrens Wish“ – ebenfalls mit einem beachtlichem Ergebnis und Spenden über 15.000 Euro.

Auch 2017 wird es wieder einen Workshop für Fotografen geben. Als Projektpartner werden wir das Tabalugahaus in Duderstadt unterstützen, welches Schutzräume für Kinder, die aus schwierigen Verhältnissen und Ereignissen kommen, bietet.

Ich freue mich sehr, 2017 als Experte für Farbmanagement mit dabei zu sein. Zusammen mit Kollegen von Adobe, Tecco und Olaf Giermann vom DOCMA-Magazin werde ich den Teilnehmern am Set 8 zur Verfügung stehen.

Noch sind wenige Workshopplätze für Samstag, den 21.01.2016 und Sonntag, den 22.01.2016 buchbar: www.forcharity.de/charity-tickets

Außerdem verlost EIZO Deutschland zwei Stipendien-Plätze auf facebook. Einfach schnell per Kommentar bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 20.11.2016 um 24:00 Uhr.

Folgende Fotografen werden dabei sein:

DomQuichotte, Robert Maschke Photography, Fotograf Felix Rachor, Jens Burger - Fotografie, Sacha Leyendecker, Peter Hawk Photography, Oliver Meyer Photography, Krolop & Gerst, Olaf Giermann und natürlich Alexander Heinrichs Photographie und Sven Doelle.

Alle Infos findet ihr auf der Webseite.

 

Die Einnahmen werden dem Tabalugahaus in Duderstadt gespendet.

Das Tabalugahaus in Duderstadt. Viele Kinder wachsen unter schwierigen Verhältnissen auf, ihr Alltag ist von Ängsten oder Krankheit geprägt. Die Peter Maffay Stiftung ermöglicht seit mehreren Jahren therapeutische Aktivaufenthalte für benachteiligten Kinder und Jugendliche. Auch Prof. Hans Georg Näder, aufgewachsen in Duderstadt und Inhaber der Firmengruppe Ottobock, hegte bereits lange den Wunsch, Kinder zu unterstützen, „die nicht so behütet aufgewachsen sind“, wie er selbst. Aus dieser Intention und der Freundschaft zu Peter Maffay entwickelte sich das Projekt „Schutzräume für Kinder“ in Duderstadt. Dafür erwarb Näder zwei historische Fachwerkhäuser in der Altstadt. Innerhalb von sechs Monaten wurden die Häuser aus den Jahren 1620 und 1908 komplett energetisch saniert und neu eingerichtet. Helle, freundliche Räume mit insgesamt 19 Betten bieten Platz für jeweils 15 bis 16 Kinder mit ihren Betreuern.

Das Tabalugahaus Duderstadt ermöglicht Gruppen mit Kindern im Alter von vier bis 16 Jahren fünf- bis zehntägige Aufenthalte in Duderstadt -und das weitgehend kostenlos. Die Einrichtung ist fast vollständig barrierefrei, sodass auch für Kinder mit Mobilitätseinschränkungen ein unbeschwerter und müheloser Aufenthalt möglich ist. Auch Familien mit beeinträchtigten Kindern können im Rahmen von Selbsthilfegruppen das Angebot im Tabalugahaus in Anspruch nehmen.

 

Die vielfältigen Angebote unterstützen die Kinder und Jugendlichen dabei, ihre Talente und Fähigkeiten zu entdecken. Der Umgang mit Tieren sowie gemeinsame Erlebnisse in der Natur stärken ihr Selbstbewusstsein und vermitteln eine nachhaltig positive Lebenseinstellung. Über das Jahr verteilt besuchen rund 45 Gruppen das Tabalugahaus.

Location-Tipp: La Tour Fondue

La Tour Fondue auf der Halbinsel Giens.
La Tour Fondue auf der Halbinsel Giens.

Mittelalterliche Festung direkt am Hafen

Ganz im Süden der zu Hyères gehörenden Halbinsel Giens liegt der Tour Fondue. Eine Festung aus dem 17. Jahrhundert. Direkt am Hafen gelegen ist der Tour Fondue hervorragend mit dem Auto zu erreichen. Vorausgesetzt, man findet einen Parkplatz. Zwar gibt es mehrere große, kostenpflichtige Parkplätze, doch da am Tour Fondue auch die Fähren nach Porquerolles abfahren, ist hier in der Saison oft die Hölle los. Da ich bisher immer nur im Herbst  außerhalb der französischen Sommerferien dort war, war die Parkplatzsituation mehr als entspannt. 

Nicht ohne mein Stativ.

La Tour Fondue auf der Halbinsel Giens.
Immer dabei: Das Rock Solid Gamma von Rollei.

Fotografiere ich Landschaften, arbeite ich in den meisten Fällen vom Stativ aus. Zurzeit benutze ich das Rock Solid Gamma von Rollei. Das Stativ hilft mir, am Bildausschnitt zu arbeiten und ist bei der Benutzung von ND-Filtern überhaupt nicht wegzudenken.


 

Standpunkt Hafenmole

Am Beginn der aus großen Steinblöcken bestehenden Hafenmole liegt der Tour Fondue auf einem vorgelagerten, großen Felsen. Dieser ist mit einer kleinen Brücke mit der Festung verbunden. Die Hafenmole selbst ist kein besonders reizvoller Vordergrund. Aber manchmal hat man Glück und es findet sich Treibholz, was sich bestens als Vordergrund eignet.

An sich nicht besonders reizvoll: Die Hafenmole besteht aus großen Felsblöcken.
An sich nicht besonders reizvoll: Die Hafenmole besteht aus großen Felsblöcken. Mit Glück findet man Treibholz, das den Vordergrund erheblich aufwertet.

 

Langzeitbelichtung

Die Festung an sich ist normalerweise geschlossen, was mich aber nicht gestört hat, da ha der Turm selbst das Fotomotiv sein sollte. Auch außerhalb der Saison sind meistens einzelne Besucher am Turm. Wenn man das Gebäude ohne Menschen fotografieren möchte, bietet sich eine Langzeitbelichtung an.

fondue02Belichtungszeiten von mehreren Sekunden sorgen dafür, dass sich bewegende Menschen nicht mehr zu sehen sind.
Belichtungszeiten von mehreren Sekunden sorgen dafür, dass sich bewegende Menschen nicht mehr zu sehen sind.

 

Die Festung bei Nacht

Östlich vom Hafen gehen mehrere sehr stabile und erschütterungsarme Stege ins Wasser, die sich auch nachts sehr gut eignen, den passenden Standpunkt zu suchen, um z.B. die Milchstraße an passender Position hinter der Festung zu fotografieren. Ich nutze zu diesem Zweck gerne die App SunSurveyor. Mit dieser praktischen Smartphone-App kann man die Position der Sonne, des Mondes und auch der Milchstraße vorhersagen und sich so eine geeignete Fotolocation suchen. Leider wird der Tour Fondue nachts beleuchtet, sodass der Kontrast zwischen Sternenhimmel und Flutlicht sehr groß ist. Für schöne Fotos der Milchstraße wäre es besser, wenn der Turm nicht beleuchtet wäre.

Nachts wird die FEstung angestrahlt.
Nachts wird die Festung angestrahlt.

 

Wind und Wellen

Wie viele andere Fotomotive, ist auch der Tour Fondue kein reines Schönwetterziel. Bei Wind und Wellen zeigt sich die Küste von einer ganz anderen Seite und der Tour Fondue bietet einen schönen Hintergrund für das tosende Meer. Um die Dynamik der Wellen zu betonen, bieten sich mittlere Verschlusszeiten an. Bei kurzen Verschlusszeiten werden die Bewegung der Wellen eingefroren. Das ist reizvoll bei wirklich spektakulären Wellen. Bei langen Verschlusszeiten von mehreren Sekunden verschwindet die Wellenbewegung.

In diesem Fall war es mein Ziel, die Wellen möglichst dynamisch festzuhalten. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war es sehr windig und es hat geregnet. Der Wind rauschte durch die Gasse am Hafen und es war nicht leicht, unter diesen Bedingungen Fotos zu machen und die Kamera halbwegs zu schützen. Ich habe mich an diesem Tag dreimal umgezogen.

Eine längere Belichtungszeit verleiht dem Bild Dynamik.
Eine längere Belichtungszeit verleiht dem Bild Dynamik.

Filtertechnik: Um den bedrohlichen Himmel zu erzeugen, habe ich einen GND 0,9 Grauverlaufsfilter benutzt. Um die längeren Verschlusszeiten zu erreichen und durch die (ohne Filter) sehr kleine Blende keine Beugungsunschärfe zu erzeugen, habe ich zusätzlich noch einen ND 64x Neutralgraufilter benutzt.

Um die Wellenbewegung festzuhalten, habe ich im oberen Bild mit einer Verschlusszeit von 1/4 Sekunde belichtet. Besonders schöne Effekte erzielt man, wenn man die Belichtung beginnt, wenn sich das Wasser im Vordergrund gerade zurückzieht. Die Belichtungszeit war hier mit 1,6 Sekunden etwas länger gewählt.

Abfließendes Wasser lässt besonders schöne Bewegungseffekte entstehen.
Abfließendes Wasser lässt besonders schöne Bewegungseffekte entstehen.

Outtakes

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Die kurze Verschlusszeit (1/150 Sekunde) friert die Bewegung des Wassers ein. Das Meer sieht langweilig und unspektakulär aus. Um die Bewegung der Wellen festzuhalten, benutze ich je nach Wellengang und Geschwindigkeit der Wellenbewegungen ich in diesen Situationen Belichtungszeiten zwischen 1/2 und 2 Sekunden.

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Wegen des starken Windes, des Regens und der Gischt, hatte ich jeweils nur wenige Sekunden Zeit, um zu fotografieren. Danach war der Filter so nass, dass ich erst einmal wieder zum Auto eilen musste, um die Ausrüstung trocken zu legen und wieder einsatzbereit zu machen. Das war das erste Mal, dass ich mir eine spritzwassergeschützte Kamera und Fujinon-WR-Objektive gewünscht hätte. Und eine Regenkombi.

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Dieser Location-Tipp ist Teil einer Serie zum Thema Landschaftsfotografie in Südfrankreich. Ich werde in den kommenden Wochen folgende Ausrüstungsteile in einen Beiträgen näher beleuchten:

Außerdem werde ich zu weiteren tollen Locations Fotos zeigen und Tipps geben.

Location-Tipp: Trans-en-Provence

Trans-en-Provence zur Blauen Stunde
Trans-en-Provence zur Blauen Stunde

Eine Gemeinsamkeit hatten die meisten Fotospots, die ich im Vorfeld unseres diesjährigen Urlaubs in Südfrankreich recherchiert hatte: Wasser. Das hatte gewiss auch damit zu tun, dass ich mir in den letzten Monaten einige neue Filter gekauft hatte und diese jetzt in passender Umgebung kennen lernen und Erfahrungen damit sammeln wollte. Und so bin ich beim Googeln auf das Örtchen Trans-en-Provence gestoßen.

Idyllisches Städtchen mit Schlucht direkt im Zentrum

Trans-en-Provence liegt im Département Var in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Von unserem Urlaubsort La Londe-les-Maures fährt man ca. 90 Minute. Mitten durch den kleinen, idyllischen Ort fließt das Flüsschen Nartuby. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Nartuby eine beeindruckende Schlucht in den Fels geschnitten. Über den Fluss führen mehrere alte, schmale und sehr fotogene Brücken. Im Sommer fließt die Nartuby eher gemächlich dahin. Ein genauerer Blick auf die steinernen Strukturen und festgeklemmten Holzstämme lässt aber erahnen, dass sich das beschauliche Flüsschen auch in einen reißenden Fluss verwandeln kann. In katastrophalem Ausmaß ist das zuletzt im Juni 2010 geschehen. Damals sich nach einem heftigen Unwetter riesige Wassermassen durch die enge Schlucht geschossen und haben alleine in Trans-en-Provence fünf Menschenleben gekostet. Wenn ich mir die Bilder der Katastrophe anschaue und mir überlege, dass ich genau dort gestanden und idyllische Landschaftsfotos geschossen habe, kann ich beide Orte nur schwer in Einklang bringen. Die Filme, der Augenzeugen sind wirklich furchteinflössend.

Locationsuche

Trans-en-Provence an sich ist ein kleines Städtchen. Auf der Suche nach der Nartuby muss man einfach nur der Beschilderung zum Zentrum folgen und in der Nähe der Mairie parken. Das Ufer der Nartuby ist von beiden Seiten an mehreren Stellen zugänglich. Ich empfehle, sich erst einmal von den Brücken herab einen Überblick zu verschaffen und nach passenden Motiven und Locations Ausschau zu halten. 

Der ruhige Abschnitt der Nartuby

Oberhalb der Pont Vieux fließt die Nartuby ruhig und gemächlich. Hier finden sich auch ein paar fotogene kleine Stromschnellen. Dieser Abschnitt ist von beiden Flussseiten einfach zugänglich und man kann sich seinen idealen Standpunkt suchen. Die Grand Pont stellt einen reizvollen Hintergrund dar.

Die Schlucht

Wenige Meter weiter bietet sich ein völlig anderes Bild: Zwar gibt es hier auch einen breiten und flachen Abschnitt. Doch beginnt hier eine kleine, schroffe Schlucht die die Nartuby ins Gestein gefressen hat. Diesen Flussabschnitt erreicht man am besten über den kleinen Weg, der der Südseite der Pont Vieux beginnt und dann flussabwärts führt. Bei niedrigem Wasserstand kann man an mehreren Stellen problemlos die Flussseite wechseln. 

Making of

Wie ich schon in der Review zu meiner Peak Design Fototasche geschrieben habe, besitze ich als Tauchlehrer Neoprenboots in mehrfacher Ausführung. Nur leider habe ich nicht daran gedacht, die mitzunehmen. Und da die Bildgestaltung - wie das meist so ist - einen Aufnahmestandpunkt in wenig komfortabler Umgebung oder wie in diesen Fällen - im Wasser erfordert haben, blieb mir nichts anderes übrig, als meine gewünschten Blickwinkel barfuß aufzusuchen. Doch was tut man nicht alles für sein Wunschfoto...

Einige der Aufnahmesituationen seht ihr in der folgenden Galerie. Für tiefe Aufnahmepositionen habe ich, je nach Wassertiefe, entweder mein großes Stativ mit umgekehrter Mittelsäule verwendet oder mich bei flachem Wasser für mein Manfrotto Tischstativ entschieden, welches ich mit einer Arca-Swiss-Kupplung versehen habe.

Um den gewünschten Fließeffekt des Wassers zu erreichen habe ich diverse ND-Filder genutzt. Um die starken Kontraste zwischen Himmel und Vordergrund auszugleichen kamen teilweise GND-Filter, also Grauverlaufsfilter zum Einsatz. Zurzeit arbeite ich mit Filtern von HAIDA, mit denen ich sehr zufrieden bin. Sie haben ein in meinen Augen sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind bemerkenswert neutral. Zum Thema Filtertechniken werde ich in den kommenden Wochen im Rahmen dieser Serie noch ein separates Blogposting verfassen.

Ausgelöst habe ich entweder mit einem Kabelauslöser oder mit dem Selbstauslöser der Kamera mit zwei Sekunden Vorlauf.

Die beiden Hochformatevon der Rue de la Calade aus auf relativ unkonventionelle Weise entstanden. Die Straße wird hier von einer oben abgerundeten Mauer begrenzt, wodurch das Aufstellen des großen Stativs nicht möglich war. Ich habe mich deshalb entschieden, das Tischstativ einzusetzen. Zwar war es wegen der Rundung der Mauer nicht möglich, das Stativ so aufzustellen, dass es nicht von der Mauer fällt. Deshalb habe ich das Tischstativ mit der Hand an die Mauer gedrückt und gehofft, so eine ausreichend stabile Ausnahmesituation zu ermöglichen. Und wie ihr sehr, hat das auch funktioniert. Die Bilder sind mit vier bzw. achtzehn Sekunden Belichtungszeit aufgenommen worden und sind dennoch nicht verwackelt.

Ockergelben im Luberon
Dieser Location-Tipp ist Teil einer Serie zum Thema Landschaftsfotografie in Südfrankreich. Ich werde in den kommenden Wochen folgende Ausrüstungsteile in einen Beiträgen näher beleuchten:

Außerdem werde ich zu einigen tollen Locations Fotos zeigen und Tipps geben.

Review Peak Design Everyday Messenger 13″

Der Everyday Messenger von Peak Design in 13" mit dem Field Pouch.
Der Everyday Messenger von Peak Design in 13" mit dem Field Pouch.

 

Kurz vor der photokina kam sie bei mir an: die kleinere Variante des äußerst erfolgreich bei kickstarter crowdgefundeten 15" Everday Messengers von Peak Design. Ich wollte diese schicke Tasche so benutzen, wie es von den Entwicklern gedacht war: Einerseits als Arbeitstasche, mit der ich mein Firmennotebook mitsamt einer kleineren Fujifilm-Fotoausrüstung auf die Arbeit transportieren kann und andererseits als robuste Tasche für die Landschaftsfotografie im Urlaub. Wie sich die Tasche in den letzten fünf Wochen geschlagen hat, lest ihr in der nun folgenden Review des Everyday Messanger 13" von Peak Design.

 

Ausgangssituation

Wie ich in diversen Reviews schon geschrieben habe, bin ich total glücklicher Nutzer der Oberwerth FreiburgWetzlar und Heidelberg (eine Review zu dieser Tasche folgt auch noch). Als Arbeitstasche  zum Laptoptransport taugen diese Modelle jedoch nicht, da sie für meine Notebooks zu klein sind. Und für Landschaftsfotografie ohne Rücksicht auf's Material waren mir diese Taschen schlichtweg zu schade. Auch meine Thinktank Retrospective 7 und 30 nicht das, was ich mit vorgestellt habe. Ich habe mir den Everyday Messenger von Peak Design in 13" dann nach langer Überlegung bei enjoyyourcamera bestellt und gehofft, dass diese Tasche beide Zwecke erfüllen kann.

 

Der Hersteller: Peak Design

2010 von Peter Dering gegründet und mit Sitz in Los Angeles ist Peak Design inzwischen eine feste Größe im Fotoequipment-Zubehör-Markt. Angefangen hat alles mit den Capture Clip, der 2011 erfolgreich per Kickstarter finanziert worden ist. Und bis heute ist Crowdfunding das zentrale Finanzierungsmodell des Unternehmens. So will sich das Team finanzielle Unabhängigkeit und Kreativität erhalten, ohne sich von Investoren und deren Vorgaben abhängig zu machen. Jüngst wurden drei neue Taschen, darunter zwei Rucksäcke erfolgreich finanziert, die Ende des Jahres auf den Markt kommen sollen.

 

Die Idee hinter dem Everyday Messenger

2015 hat Peak Design sich dann an ihre erste Tasche, den Everyday Messenger in 15" herangewagt. Die Everyday-Produkte von Peak-Design sollen wie der Name schon sagt universell sein und ohne großen Aufwand die unterschiedlichen Nutzungsszenarien des Alltags erfüllen. Also eine Fototasche für eine kleine, mittlere und größere Fotoausrüstung, mit und ohne Notebook und/oder Tablet und ausreichend Platz für weitere Dinge, die man tagtäglich mit sich herumschleppt. Also eine Alltagstasche für Fotobegeisterte. Das Konzept wird in diesem Video ganz nett erklärt.

Der 15" Messanger hat mir vom Design und den verbauten Ideen grundsätzlich schon sehr gut gefallen. Er war mir als Fuji-X-User aber einfach zu groß. Für alle Infos zum 15"-Modell möchte ich euch die Review von meinem Freund Jörg Langer ans Herz legen. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als Peak Design im Mai 2016 dann eine kleinere Variante in 13" angekündigt hat.

 

Die Fakten:

Gewicht: 1100g

Innenvolumen: 6 - 14 Liter

Taschenmaße: 38 cm x 27 cm x 12 cm

Laptopfach: für 13"-Notebook -  2.5 cm Höhe, 32.5 cm Breite x 23cm Tiefe

Preis: ca. 229 €

Erster Eindruck:

Der EDM wird in einer schwarzen Papiertüte geliefert. Um an die Tasche zu kommen muss man an einer roten Lasche ziehen. Dadurch öffnet man eine Naht und gelangt so an sein Objekt der Begierde. Das ist natürlich total unnütz, gibt dem "Unboxing" aber einen wirklich festlichen Rahmen, bleibt definitiv in Erinnerung und ist gewiss der Albtraum jedes Onlinehändlers. Da ich keine "Unboxing"-Fotos gemacht habe, empfehle ich euch die Fotos von Taschenfreak Jörg Langer.

Hat man die Tasche erst einmal aus ihrem Papierkleid befreit, war mein erster Eindruck: "Die ist aber klein!". Das war zwar einerseits das, was ich wollte, aber so klein? Jetzt, nach über vier Wochen Nutzung kann ich sagen, dass die Größe bzw. gleichzeitige "Kleine" der Tasche einer ihrer größten Vorteile ist. Was will ich damit sagen? Ganz einfach: Mit wenig Beladung ist die Tasche wirklich schlank (6 Liter). Sie wächst aber durch die clevere Anordnung der Dehnungsfalten mit ihren Aufgaben - sprich ihrem Inhalt.

Die Verarbeitung macht einen ordentlichen Eindruck. Lediglich ein paar lose Fäden, die sich leicht heraus zupfen ließen, ohne dass man damit irgendwas auftrennt, haben Eindruck ein kleines bisschen getrübt. Das ist Jammern auf hohem Niveau, aber mit ein bisschen mehr Sorgfalt, könnte der vietnamesische Fertigungspartner den eigentlich absolut hochwertigen Eindruck der Tasche noch verbessern.

Erste Erkenntnis:

Schnell merkt man, dass diese Tasche wirklich anders ist als die meisten anderen Fototaschen. Während die meisten reinen Fototaschen heute mit einer reichhaltigen Auswahl unterschiedlicher Innenteiler geliefert werden, finden sich im EDM nur zwei einsame Einteilungen - so genannte Flex-Folder Dividers. Das ist auf den ersten Blick relativ mager - gehört aber zum Konzept der Tasche. Schließlich ist sie nicht nur für Fotoausrüstung gedacht, sondern soll zusätzlich auch noch andere Dinge transportieren können.

Durch die vielfältigen Faltmöglichkeiten sind die Flexfolder tatsächlich vielfältiger einsetzbar, als es auf den Ersten Blick wirkt. Will man die Tasche aber wirklich komplett mit Fotoausrüstung füllen, kommt man nach meinem Empfinden nicht um weitere Innentaschen wie z.B. den Field Pouch oder die Ende des Jahres erhältlichen Range Pouches, herum. Das ist mit Extrakosten verbunden und muss einem gefallen.

Ich muss zugeben, dass ich mit dem EDM anfangs ziemlich gefremdelt habe und wirklich unsicher war, ob das Konzept für mich passt. Nach der Anschaffung des Field Pouches, in dem ich wahlweise meine kompletten Filter oder zwei Festbrennweiten inkl. einem Haufen Zubehör verstauen kann, war ich versöhnt und die Tasche durfte bleiben.

Im Detail betrachtet:

Der Boden besteht aus einer Kunststoffplane.
Der Boden besteht aus einer Kunststoffplane.

Man merkt wirklich an allen Ecken und Enden, dass die Macher dieser Tasche den Anspruch hatten, eine Fototasche zu erschaffen, wie es sie bisher nicht gab. An keiner Stelle finden sich bekannte Lösungen, wie oft gesehene Beschläge oder Schnallen. Alles macht den Eindruck absoluter Individualität. 

Der Everyday Messanger Bag 13" ist aus einem 500D-Kodura-Nylon gefertigt und wasserabweisend imprägniert. Die Reißverschlüsse sind ebenfalls wasserabweisend. Die Tasche ist in den Farben "Charcoal" und "Heritage Tan" erhältlich. Die unzähligen Details der Tasche hat das Team von enjoyyorcamera auf der Produktseite ausführlich geschildert. Es ist aus meiner Sicht nicht nötig, das alles zu wiederholen. Schaut auch das lieber bei enjoyyourcamera an. Hier gibt es auch ausführliche Videos zu der Tasche

Ich habe mich für die Farbvariante Charcoal entschieden, was einfach einem dunkelgrau gemasertem Stoff entspricht. Alle Taschen von Peak Design sind in dieser Farbe erhältlich und ich finde sowohl die Farbe als auch das "Anfassgewühl" bzw. neudeutsch das "look and feel" sehr, sehr ansprechend. Die Tasche sieht dezent und edel aus und ist so wirklich universell einsetzbar. Was mir sehr gut gefällt: Die Unterseite der Tasche ist aus einer Kunststoffplane, was die Tasche sehr unempfindlich gegen Nässe und Schmutz macht. Füße hat die Tasche keine. Die Standfestigkeit ist sehr von der Beladung der Tasche abhängig gut bis anlehnungsbedürftig.

Der EDM ist schön leicht und nicht unnötig dick gepolstert. Gleichzeitig macht er nicht den Eindruck, dass man sich um den Schutz seiner Ausrüstung sorgen müsste. Dazu trägt auch der verbaute Kustfilz bei, der offenbar relativ gute Polsterungseigenschaften bei gleichzeitig geringer Dicke hat.

An den beiden Wangen der Tasche sind stabile Laschen für die Capture Clips von Peak Design angenäht. Hierzu kann ich nichts sagen, da ich die Capture Clips nicht nutze und meine Kamera nicht außen an der Tasche befestigen will. Ich habe diese nur gelegentlich benutzt, um die Taschenlampe samt Etui an der Tasche zu befestigen.

Im Deckel befindet sich ein wettergeschützter Reißverschluss. So kann man Ausrüstung entnehmen, ohne den Taschendeckel aufzuklappen. Ein gerade im Gedränge praktisches Feature.

Was passt hinein? Mein Packbeispiel

Meine Landschaftsausrüstung findet problemlos Platz im Everyday Messenger
Meine Landschaftsausrüstung findet problemlos Platz im Everyday Messenger
  • Fujifilm X-E2 mit Handgriff
  • Fujinon XF 10-24
  • Fujinon XF2/18
  • Fujinon XF 1,4/35
  • Fujinon XF 1,2/56
  • Fujinon XF 3,5-4,8 55-200
  • Manfrotto Tischstativ mit Kameraadapter Acra Swiss
  • Rollei Rock Solid Gamma zusätzlich mit kurzer Mittelsäule
  • Macbook 13" mit Ladegerät und Sandisk SSD
  • Inbusschlüssel
  • Think Tank SD-Kartenetui
  • Think Tank 2x Akku-Etui
  • Peak Design Field Pouch mit:
    • Mindshift Filter Hive Mini
    • Haida 100 GND 0,9 und 1,2 Soft
    • Haida 100 ND 3,6
    • Haida ND 0,9 & ND 1,8 & ND 3 Schraubfilter
    • Haida Polfilter für Filterhalter
    • Haida 100 Filterhalter
    • Adapterringe für Schraubfilter
  • Peak Design Leash Gurt
  • Peak Design Slide Light Gurt
  • Kabelauslöser
  • Powerbank & Taschenlampe

 

Die Detaillösungen im Einzelnen:

Flex-Fold Dividers

Mit den beiden in zig Varianten faltbaren Flex-Fold Dividers lässt sich der EDM tatsächlich ziemlich flexibel einteilen. Die Divider sind angenehm dünn, ohne das Gefühl zu vermitteln, die Ausrüstung nicht genug zu schützen. Für mich sind die Dividers bisher nicht das "Killerfeature" und ich bin sehr gespannt auf die neuen, mit den neuen Taschen vorgestellten doppelwandigen Divider. Diese haben in meinen Augen noch deutlich mehr Verwendungsmöglichkeiten. Der größte Vorteil der Flex-Folders ist, dass man die Taschen in unterschiedlichen Höhen mit Fotoausrüstung befüllen kann. So kann man z.B. nur die untere Hälfte der Tasche mit Kamera und Objektiven nutzen und in der oberen Hälfte den Field Pouch und andere Dinge unterbringen. So habe ich es in Südfrankreich gemacht. Ansonsten haben die aktuellen Trenner nach meinem Empfinden keinen entscheidenden Vor- oder Nachteil zu herkömmlichen Lösungen.

MagLatch Taschenverschluss

Was einem beim EDM sofort ins Auge fällt, ist der neuartige Verschluss des Deckels. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein simpler Hakenmechanismus entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eine ziemlich clevere Konstruktion. Wie der Name MagLatch schon andeutet, ist der Verschluss magnetisch und fällt so in vielen Fällen schon an die richtige Stelle, um sich festzuhaken. Das Öffnen ist nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht, was in meinen Augen ein großer Vorteil ist: Um die Tasche zu öffnen, muss man den Verschluss leicht anheben und kann den Haken dann lösen. Tut man das nicht, öffnet sich die Tasche auch nicht. Das erhöht die Diebstahlgefahr und verhindert ein ungewolltes Öffnen der Tasche, wenn man z.B. irgendwo hängen bleibt. Taschenseitige sind vier verschiedene Metallleisten angebracht, ab denen sich der Verschluss einhaken kann. Das Taschenvolumen kann so von 6 Litern auf 14 Liter mehr als verdoppelt werden. Durch die MagLatch ist es möglich, die Tasche sehr geäuscharm zu öffnen und zu schließen. Besonders diebstahlsicher ist der Verschluss nicht. Aber das sind die wenigsten Fototaschenverschlüsse, die ich kenne.

Begurtung

Der Schultergurt ist aus dem typischen Material gefertigt, das wir von den Sicherheitsgurten im Auto kennen. Allerdings ist der Gurt des EDM gepostert Er hat eine glatte und eine gummierte Seite. Peak Design schlägt für den EDM verschiedene Tragweisen vor. Die glatte Seite ist für die Tragweise als Messengerbag gedacht ist (also mit Gurt über dem Kopf getragen) und die gummierte Seite für die Nutzung als normale Schultertasche. Man soll den Gurt einfach so drehen, wie man es braucht. Anfangs war eich skeptisch, aber es funktioniert völlig problemlos. Generell kann man den Schultergurt in vielen Varianten verstellen. Dazu trägt auch die Schnalle zur Längenverstellung bei. In den Videos sieht es so aus, als ob der Metallbügel an der Schnalle die Position arretiert. Das ist nicht der Fall. Er dienst lediglich der Griffigkeit des Verstellgleiters, was erstaunlich gut funktioniert.

Der Gurt lässt sich ohne größe Mühe von "Linksträger" auf "Rechtsträger" verstellen, indem man die Haken löst und den Gurt um 180° gedreht wieder befestigt. 

Zusätzlich verfügt der EDM über einen schmalen Hüftgurt der in versteckten Taschen ruht solange er nicht benutzt wird. Er lässt sich aber auch komplett demontieren. Mein Lieblingsfeature: Eine Seite des Hüftgurts lässt sich am Schultergurt einhaken, was eine fast rucksackänliche Tragweise ermöglicht und den Rücken spürbar entlastet.

Fronttasche

Die Fronttasche ist mit einem Reißverschluss versehen und ist in geöffnetem Zustand seitlich geschlossen, was verhindert, dass der Deckel der Fronttasche komplett aufklappt und versehentlich Dinge herausfallen können.

Gleichzeitig entsteht so euch eine Ablage z.B. zum Objektivwechsel. In der Fronttasche finden sich zahlreiche Netztaschen verschiedener Größe, die rot und grün gekennzeichnet sind und so die Unterscheidung zwischen vollen und leeren Akkus oder Speicherkarten ermöglichen sollen. In der Fronttasche bekommt man eine Menge unter und ich habe hier nichts auszusetzen.

Taschen und Täschchen

Die EDM verfügt über zahlreiche mehr oder weniger erkennbare oder versteckte kleinere Taschen. Im Taschendeckel ist auf der Rückseite des Lasche für das Stativbein eine längliche Reißverschlusstasche, in der ich z.B. Kabel untergebracht habe. In der Rückwand der Tasche ist eine kleine Tasche, in der Microfasertuch und Powerbank Platz gefunden haben. An den Seiten der Tasche befinden sich außen zwei Taschen, eine davon mit einer Befestigung für die Peak Design-Anker. Hier lässt sich z.B. ein Schlüssel oder ein Speicherkartenetui befestigen. Allerdings würde ich hier keine wertvollen Dinge verstauen, da diese leicht herausfallen oder entwendet werden können. Aber auch eine 0,5-Liter Flasche findet hier Platz.

Stativhalterung

Der EDM bietet eine einfache wie geniale Möglichkeit, sein Stativ auf der Tasche zu befestigen: Man steckt dazu einfach ein Stativbein durch eine Lasche, die sich innen im Taschendeckel befindet. Die Stativbeine werden mit Hilfe eines mitgelieferten Gummibands an der entgegengesetzten Seite gesichert. Das Stativ liegt fest, sicher und was ich besonders gut finde, symmetrisch Taschendeckel, was den Tragekomfort erheblich verbessert. Die Tasche lässt sich auch mit befestigtem Stativ noch gut öffnen. Für mein Rollei Rock Solid Gamma aus Carbon ist diese Art der Befestigung sehr tauglich. Größere und schwerere Stative würde ich separat tragen.

Das Laptopfach

Das Laptopfach auf der Rückseite ist mit einem wettergeschützten Reißverschluss verschlossen und zweigeteilt. So kann man zusätzlich zum Notebook noch ein Tablet oder Papiere verstauen. Die Rückwand ist geplostert und die beiden Fächer sind von einer Lage Kunstfilz von einander getrennt und gepolstert. Eine wie ich finde edle und platzsparende Lösung.


 

Fazit

 

Und wie hat sich der EDM nun in der Landschaftsfotografie geschlagen?

Eine tolle Kombination: Messenger und Field Pouch
Eine tolle Kombination: Messenger und Field Pouch

Ich will euch nicht lange auf die Folter spannen. Alles in allem bin ich mit dem EDM sehr zufrieden. Auf den EDM muss man sich erst einmal einlassen, seine Besondernheiten verstehen, die Vorteile nutzen und überlegen, wie man seine Nutzungsgewohnheiten damit in Einklang bringen kann. Bei mir war es eher Liebe auf den zweiten Blick. Die Kehrtwende kam bei mir mit dem Field Pouch. Unten im EDM habe ich Kamera und Objektive verstaut. Oben auf liegt nun der Field Pouch.

Was ist nun so toll an der Kombination? Nun beide Taschen passen natürlich optisch perfekt zusammen. Das ist aber nicht der Hauptgrund. Ich bin auf dieser Reise wirklich sehr oft barfuß durch Bäche und Flüsse gewartet, um zu meiner Wunschlocation zu kommen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht die ganze Garage voller Neopren-Tauchequipment hätte und mindestens zwischen drei unterschiedlichen Neopren-Boots wählen könnte. Leider habe ich nicht daran gedacht, selbige auch mitzunehmen und musste deshalb barfuß laufen. Und das ist nicht nur schmerzhaft, sondern im veralgten Flussbett auch ausgesprochen riskant. Ein falscher Schritt und man liegt mitsamt der empfindlichen Ausrüstung im Wasser. Und so war es eine großartige Möglichkeit, alle Filter, Selbstauslöser und weiteres Zubehör mit dem Field Pouch dabei zu haben, während der Großteil der Ausrüstung sicher und trocken am Ufer zurückblieb. Und der Field Pouch ist wirklich ein Packwunder. Doch dazu folgt noch eine separate Review.

Aber um es auf den Punkt zu bringen: die "erzwungene" Ergänzung der Tasche um den Field Pouch hat für mich große Vorteile. Meine gewünschte Ausrüstung fand sicher und übersichtlich Platz im EDM. Durch die vielen Täschchen lässt sich das Zubehör übersichtlich verstauen. Da gibt es gar nichts zu meckern. Ich freue mich auch sehr auf die bald erscheinenden Range Pouches, mit denen man die Nutzungsmöglichkeiten des EDM sicherlich auch noch stark vergrößern kann.

Tragekomfort

Der sichere und kompakte Transport meiner Ausrüstung war ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor. Mein Ziel war es, meine komplette Ausrüstung inkl. Stativ fest und sicher in einer Einheit auf dem Rücken zu verstauen, um beim Aufsuchen der Location beide Hände frei zu haben. Denn man kraxelt ja schon einmal gelegentlich in unwegsamem Gelände, um an den gewünschten Standpunkt zu kommen. Und gerade hierbei bei sich der EDM hervorragend bewährt. Das Stativ sitzt bombenfest auf der Tasche und die Tasche sitzt in der diagonalen Messenger-Tragweise ggf. noch mit dem halben Hüftgurt zur besseren Gewichtsverteilung wie ein Rucksack auf dem Rücken. Er lässt sich aber auch mit wenigen Handgriffen nach vorne schwenken, so dass man schnell die Zugänglichkeit einer herkömmlichen Fototasche hat. Gleichzeitig trägt sich die Ausrüstung auch über längere Zeit wirklich bequem. Denn leider ist der perfekte Fotospot ja in den wenigsten Fällen direkt neben dem Parkplatz. Für eine Schutertasche ist der Tragekomfort hervorragend.

 

Kritikpunkte:

  • Das Laptopfach könnte breiter sein. Mein Macbook passt perfekt, aber mein neues Thinkpad T460 ist schon hart an der Grenze.
  • Ein Trolleyband hat die Tasche schlichtweg. Die vom Hersteller vorgeschlagene Nutzung des Hüftgurts zu diesem Zweck erscheint mit wenig alltagstauglich.
  • Der Schultergurt macht beim Tragen zeitweise knatschende Geräusche in den Schanieren. 
  • Bei aller Flexibilität der Flexfolder hätte ein wenig mehr Inneneinteilung der Tasche gewiss nicht geschadet.
  • Nach meinem Empfinden entfaltet der EDM seine ganze Faszination erst in Kombination mit weiteren, kleineren Taschen, seien das die Taschen von Peak Design wie der Field Pouch oder Taschen von Drittanbietern. Das erhöht die Kosten für diese ohnehin nicht gerade billige Tasche nocheinmal und solle meiner Meinung nach direkt einkalkuliert werden.
  • Etwas mehr Sorgfalt bei der Endverarbeitung (Versäuberung loser Fäden etc.) würde der Wirkung und Qualität der Tasche gut zu Gesicht stehen.

 

Worauf ich mich freue:

Ende des Jahres wird neben der Tote und Sling auch das Everyday Backpack in zwei Größen auf den Markt kommen. Der 30-Liter Rucksack reizt mich sehr. Ich habe auf der photokina schon einmal einen schnellen Blick darauf geworfen und der erste Eindruck war überzeugend. Besonders interessieren mich die weiterendwickelten Flex-Fold Divider, die im Backpack doppelwandig sind und so noch weitaus mehr Einteilungsvarianten versprechen. Im Herbst 2017 werde ich an einer Fotoreise in die Bretagne teilnehmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Backpack mich da begleiten wird. Außerdem sollen ebenfalls Ende des Jahren drei neue Range Pouches ausgeliefert werden. Auch diese überzeugen durch viele kleine, durchdachte Detaillösungen und könnten die Nutzung der Peak Design Taschen noch universeller machen. Nachdem ich meine Fujifilm X-E2 mitsamt nicht abgedichteter Objektive beim Fotografieren bei Sturm und Regen ziemlich nass gemacht habe, werde ich auch einmal einen Blick auf die Kamerahülle Shell von Peak Design werfen. Vielleicht kann ein solcher Schutz durchaus lebensverlängernd sein (also für die Ausrüstung). 😉

Ockergelben im Luberon
Diese Review ist Teil einer Serie zum Thema Landschaftsfotografie in Südfrankreich. Ich werde in den kommenden Wochen folgende Ausrüstungsteile in einen Beiträgen näher beleuchten:

Außerdem werde ich zu einigen tollen Locations Fotos zeigen und Tipps geben.

GDT Festival 2016 in Lünen

Reges Interesse beim Internationalen Naturfotofestival 2015 in Lünen. Foto: Radomir Jakubowski
Reges Interesse beim Internationalen Naturfotofestival 2015 in Lünen. Foto: Radomir Jakubowski

Herrje, wie die Zeit rennt. Kaum ist die photokina vergangen, naht schon das nächste Highlight: Wie schon 2015 werde ich auch beim GDT-Festival 2016 wieder dabei sein. Dieses Mal halte ich zwei unterschiedliche Vorträge:

Vortrag 1:

Samstag, 29.10.2016, 15:00 - 15:20 Uhr

Thema: Farben richtig gesehen

Vortrag 2:

Sonntag, 30.10.2016, 12:30-12:50 Uhr 

Thema: ColorEdge - Grafik-Monitore von EIZO

Beide Vorträge finden in der Rundsporthalle in Lünen statt. Der Eintritt ist frei.

Das komplette Vortragsprogramm im Fotomarkt findet ihr hier. Alle Infos zum Festival findet ihr auf der Seite der GDT.

Serie: Landschaftsfotografie in Südfrankreich mit Peak Design

Landschaftsfotografie in Südfrankreich - hier in Rustrel im Luberon.
Landschaftsfotografie in Südfrankreich - hier in Rustrel im Luberon.

Nachdem ich in der ersten Jahreshälfte auf zahlreichen Fotofestivals Vorträge gehalten habe, mich die Vorbereitung der photokina 2016 über viele Monate in Atem gehalten hat und wir mit dem ganzen Team eine extrem erfolgreiche Messe verzeichnen konnten, stand nun endlich Urlaubszeit an. Und so sind wir wieder mit Sack, Pack und Hund nach Südfrankreich gefahren. Hier hatte ich wieder Zeit und Muße, mich meiner alten Leidenschaft, der Landschaftsfotografie, zu widmen.

Neben der Motivrecherche im Web waren auch noch ein paar Modifikationen meiner Fotoausrüstung nötig: 
Normalerweise benutze ich meine heiß geliebten Ledertaschen von Oberwerth sowie Kameragurte von Thomas Leuthard, um meine Ausrüstung zu transportieren und zu tragen. Beides war noch nicht optimal für mein Vorhaben.

Tasche und Kameragurt

Ich muss ganz ehrlich sagen: Zwar haben sich meine Oberwerth Taschen im letzten Jahr intensiver Nutzung als erstaunlich robust und widerstandsfähig bewährt, doch sind sie mir schichtweg zu schade, um damit unter widrigsten Bedingungen über Felsen zu klettern, durch Flüsse zu warten und sie da, wo es nun einmal am praktischsten ist, abzuwerfen. Und so gerne ich die Leuthard-Staps auch benutze, haben sie für die Landschaftsfotografie einen entscheidenden Nachteil: Sie lassen sich nicht schnell lösen. Das aber ist mir bei der Fotografie vom Stativ aus wichtig. Bei Wind erzeugen baumelnde Gurte nun einmal Vibrationen, die ich gerne vermeiden will. 
Zeitgleich ist meine Arbeits-Tasche, mit der ich bisher nur den Firmenlaptop transportiert habe, so in die Jahre gekommen, dass Ersatz her musste. Im Idealfall eine Tasche mit Platz für Notebook, eine mittlere Fotoausrüstung und Kleinkram.

Lösung Peak Design?

Peak Design Everyday Messanger 13" mit Field Pouch
Peak Design Everyday Messanger 13" mit Field Pouch

Ich hatte vor einem Jahr die Kickstarterkampagne von Peak Design beobachtet und der Everyday Messanger hat mich schon ziemlich überzeugt. Allerdings war er mir zu groß. Da vor ein paar Monaten die 13“-Variante präsentiert wurde, habe ich mir die Tasche bei enjoyyourcamera bestellt und sie mir einmal genauer angeschaut. Vielleicht konnte ich ja mit dieser Tasche beide Anwendungsgebiete – Arbeitsalltag und Naturfotografie – abdecken. Ich war lange unentschlossen, ob mich die Tasche überzeugt, doch letztendlich habe ich sie behalten. Als Alltagstasche für die Arbeit ist sie perfekt. Kamera, drei Objektive, Notebook und weiteres Zubehör findet bequem Platz im Everyday Messenger 13“.

Blieb noch die Frage, was mache ich auf Reisen. Würde die Tasche auch hier meine Anforderungen erfüllen können?
Das waren meine Anforderungen: Eine Tasche robuste Tasche, mit der ich 1 Kamera mit 3-5 Objektiven, meine Filter (Schraub- und Steckfilter von Haida) und mein neues Stativ Rock Solid Gamma von Rollei gut und sicher auch durch unwegsames Gelände transportieren kann und dabei gleichzeitig die Hände frei habe. Der EDM ist groß genug, um meine Fotoausrüstung zu transportieren. Und durch den cleveren Befestigungsmechanismus lässt sich mein Stativ wunderbar und vor allem symmetrisch auf der Tasche befestigen. Blieb noch die Frage nach der Unterbringung der Filter. Ich hatte schon lange mit dem Field Pouch geliebäugelt und nachdem ich die Maße verglichen habe, war klar, dass er sich als perfekte Filtertasche eignen könnte. Auf der photokina habe ich dann bei den Kollegen von enjoyyourcamera zugeschlagen. Das Filteretui von Mindshift passt perfekt in den Field Pouch hinein. Somit war auch der Filtertransport gelöst. Blieb noch die Frage nach den Kameragurten.

Kameragurte

Leicht abnehmbar sollte er sein, mein neuer Kameragurt.
Leicht abnehmbar sollte er sein, mein neuer Kameragurt.

Nun, was läge näher, wenn man schon komplett mit Peak Design herumläuft, als den Kameragurten aus gleichem Hause eine Chance zu geben. Das Schnellwechselsystem macht einen soliden Eindruck und meine Universalreferenz GurtTaschenfreak Jörg Langer hat damit auch gute Erfahrungen gemacht. Ich habe mich deshalb für die Leash und den Slide Lite entschieden. So hängt jetzt auch kein Gurt im Wasser, wenn z.B. mit  dem kleinen Tischstativ im Fluss fotografiert wird. Und auch Verwacklungen bei Langzeitaufnahmen durch den Wind im Kameragurt ist nicht mehr zu befürchten. 

Somit war die Ausrüstung komplettiert, die Motive gepackt und zwei Wochen Südfrankreich stand fototechnisch nichts mehr im Wege.

Neue Blog-Serie

Da ich hier ein paar wirklich schöne Motive gefunden habe und über die Peak-Design Produkte im deutschsprachigen Raum noch nicht so wahnsinnig viele Reviews gefunden habe, habe ich mich entschlossen, hier in meinem Blog in den kommenden Wochen in loser Folge über meine Erfahrungen zu berichten.

Dabei werden folgende Ausrüstungsteile in einem eigenen Beitrag näher beleuchtet:

Doch da das hier nicht ein reiner Ausrüstungsblog sein soll, werde ich auch zu einigen tollen Locations Fotos zeigen und Tipps geben.

La Tour Fondue auf der Halbinsel Giens.
La Tour Fondue auf der Halbinsel Giens.

 

 

Weitere Beiträge der Serie

Quo Vadis photokina 2016

eingetragen in: EIZO, Fotografie | 1

Nun ist die photokina 2016 schon ein paar Wochen vorbei, ich sitze in Südfrankreich, wo der Herbst inzwischen auch die Oberhand gewonnen hat und hatte endlich Zeit, die Akkus wieder aufzuladen. Zeit also, einmal auf die Messe zurückzublicken:

Aus meiner persönlichen Sicht war die Messe ein großer Erfolg. Ich habe am EIZO-Stand unzählige alte und neue Kooperationspartner getroffen und tolle Gespräche geführt. Die Vorträge unserer Speaker waren extrem gut besucht und auch mit meinen Vorträgen zum Thema Farbmanagement haben wir viele Besucher erreicht. Wenn ihr selbst keine Gelegenheit hattet, uns zu besuchen, gibt euch der folgende Film einen guten Eindruck vom Geschehen an unserem Stand.

[wpdevart_youtube]z3hjzqCyCOk[/wpdevart_youtube]

Die photokina ist tot!

Oft hat man in den letzten Jahren den Abgesang auf große Messen wie die photokina gehört. Und in der Tat: Ein Neuheitenfeuerwerk wie vor über zehn Jahren gab es nicht. Ich habe meine erste photokina 1998 besucht. Damals war die ganze größtenteils noch analoge Fotoindustrie auf diesen Termin (und wenige andere international bedeutsame Messen) ausgerichtet. Alle zwei Jahre wurde das Produktportfolio überarbeitet und auf der photokina konnte man die Neuheiten das erste Mal sehen und erfuhr Details. In den folgenden Jahren boomte die Digitalfotografie. Alle zwei Jahre kamen Nachfolgemodelle auf den Markt, bei denen die Auflösung verdoppelt und der Preis gesenkt wurde. Auf der photokina überboten sich die Hersteller mit Superlativen und Rekorden.

Doch irgendwann stagnierte einerseits diese rasante Entwicklung und das Medium Internet hat inzwischen eine wesentlich höhere Bedeutung für die Informationsgewinnung als Fotomessen das aktuell haben. Außerdem gehören Inovationszyklen von zwei Jahren seit ein paar Jahren der Vergangenheit an. Man muss sich nur anschauen, welche Schlagzahl z.B. Sony in nden letzten Jahren vorgelegt hat. Kaum ist ein Modell in großen Stückzahlen endlich im Handel angekommen, wird schon das Nachfolgemodell angekündigt und das bisherige Modell dennoch weiter verkauft. Auch hat sich der Markt sehr verändert. Marken wie Agfa, Kodak, Rollei, Minolta oder jüngst Samsung sind vom Markt verschwunden. Neue Kamerasysteme, allen voran spiegellose Systemkameras haben sich am Markt etabliert. Und statt den bisherigen Platzhirschen Canon und Nikon präsentieren Hersteller wie Fujifilm, Olympus, Pentax und vor allem Sony regelmäßig  Innovationen.

In dieser Situation kann eine Messe, die nur alle zwei Jahre stattfindet in einem globalisierten Markt nicht die Bedeutung der vergangenen Jahrzehnte behalten. Und das zeigt sich auch sehr deutlich in der Releasepolitik der einzelnen Hersteller:

Canon hat seine EOS 1D X MK II und die EOS 5D MK IV schon vor der Messe präsentiert. Und auch Nikon hatte die D5 und die D500 Monate vor der Messe präsentiert. Die neue Hasselblad-Systemkamera war auch längst released. Kameratechnisch kamen die einzigen relevanten Neuheiten von Fujifilm und Olympus. Ein Produkt zur photokina zu präsentieren scheint nur noch nice to have zu sein, wenn es zufällig gerade in den Produktionsplan passt. Aber kaum ein Hersteller erweckt noch den Eindruck, Innovationen gezielt zur photokina zu releasen.

Es lebe die photokina!

Was bleibt also noch als Anreiz für eine Großmesse wie die photokina, wenn es nicht mehr die Innovationen sind? Hat sich im globalen Internetzeitalter eine Real-World-Veranstaltung wie die photokina erübrigt? Ich glaube das nicht.

Auf der einen Seite war die photokina 2016 aus der Sicht von EIZO die erfolgreichste photokina bisher. Der Stand war immer extrem gut besucht und die Vorträge haben das Interesse der Besucher total getroffen. Aber das mag ja nicht repräsentativ für die Messe zu sein. Ich glaube dennoch, dass die Messe nicht am Ende ist, sondern sich einfach wandelt.

Anfassen

Um die relativ wenigen neuen Kameras einmal anzufassen fährt man heute tatsächlich nicht mehr auf eine Messe. Wenn man das will, kann man auch ein paar Wochen warten und das Geraffel dann beim Fotohändler um die Ecke anschauen. Und grundsätzlich weiß man ja, wie sich die Sachen anfühlen. Schließlich besitzt man in der Regeln eines der Vorgängermodelle.

Anders sieht das beim Zubehör aus. Fototaschen und anderes Zubehör will man anfassen und einen persönlichen Eindruck davon bekommen. Datenblätter helfen da nicht weiter. Blitzanlagen will man mal in Realität sehen. Kein Fotohändler kann einem die Möglichkeit bieten, das komplette Produktsortiment fast aller Hersteller vorzuführen.

Gespräche führen

Wenn Hersteller die Messe ernst nehmen und kompetentes Personal am Stand haben, kann man als Kunde Gespräche führen und bekommt so einen tieferen und persönlichen Einblick in Produkte und die Unternehmenskultur, die hinter einer Marke steht.

Vorträge und Ausstellungen

Auf der Messe gibt es etliche Bühnen, auf denen wirklich tolle Vorträge gehalten werden. Auf keiner anderen Messe bekommt man so viel kostenlosen Input wie auf der photokina. Gleiches gilt für Ausstellungen.

Networking

Und last but not least, kann man nirgends sonst so viele Fotografie begeisterte Menschen treffen wie auf der photokina. Bei den großartigen Möglichkeiten der sozialen Medien ist es doch einfach noch einmal etwas anderes, wenn man sich einmal von Angesicht zu Angesicht trifft. Das gilt für "Promis" genau so wie für Otto-Normal-Fotografen.

Ich denke, hier genau liegen die Chancen der photokina. Wenn sie weiter daran arbeiten, die oben aufgezählten Benefits weiter auszubauen, hat die Messe auch in den nächsten Jahren noch eine Zukunft.

Krolop & Gerst photokina livetalk

Ein in meinen Augen ausgesprochen sehenswertes Stück Internet war die allabendliche Live-Talksendung die Martin Krolop und Marc Gerst und ihr Team auf die Beine gestellt haben:

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photokina 2016

eingetragen in: Fotografie | 1

Jetzt ist es bald so weit. In wenigen Tagen beginnt die photokina 2016 in Köln. Die erste Messe, zu der ich mit der Bahn fahren kann. Seit einem halben Jahr arbeiten wir an der "Weltmesse des Bildes" und ich werde das erste Mal nicht als Besucher dort sein.

In diesem Jahr und halte täglich mehrmals meinen neuen Vortrag "SEE REALITY" - Grundlagen des Farbmanagements. Worum es in diesem 30-minütigen Vortrag geht, erklärt sich wohl von alleine.

Außerdem moderiere ich das hochkarätig besetzte Bühnenprogramm auf der EIZO Bühne. Hier geben sich erstklassige Fotografen und Kreative wie Calvin Hollywood, Alexander Heinrichs oder Uli Staiger sowie Experten wie den DOCMA Chefredakteur Christoph Künne die Klinke in die Hand. Als Tauchlehrer freue ich mich natürlich besonders auf den Vortrag "Sea Reality - Faszination Ozean" von Forschungstaucher und Meeresbiologe Uli Kunz. Und Reportagefotograf Herbert Piel könnte ich stundenlang zuhören. Zumindest eine halbe Stunde gibt er den Besuchern in seinem Vortrag "SEE HISTORY - Geschichte(n) in Bildern" die Gelegenheit dazu. Ich könnte jetzt noch seitenweise weiter von den Referenten schwärmen, weil ich mich auf jeden einzelnen freue. Aber am besten kommt ihr selbst vorbei und erlebt es live.

Das komplette Vortragsprogramm findet ihr auf der EIZO Webseite.

ChristianOhlig

 

Die genauen Termine:

20.09.16, 12:00-12:30 Uhr und 16:30-17:00 Uhr

21.09.16, 11:00-11:30 Uhr und 16:30-17:00 Uhr

22.09.16, 16:30-17:00 Uhr

23.09.16, 12:00-12:30 Uhr und 15:30-16:00 Uhr

24.09.16, 12:00-12.:30 und 16:30-17:00 Uhr

25.09.16, 12:00-12:30 Uhr

Review Oberwerth Wetzlar

Oberwerth Wetzlar

 

Ein Taschentraum in Leder und Cordura

Mit den beiden neuen Ledertaschen Wetzlar und Heidelberg hat die deutsche Taschenmanufaktur Oberwerth ihr Sortiment edler Fototaschen vor einigen Wochen weiter ausgebaut. Ich hatte die Gelegenheit, die Oberwerth Wetzlar ausgiebig zu testen. Während die Taschen anfangs nur in schwarz zu haben waren, sind sie inzwischen in den unterschiedlichen Farbkombinationen erhältlich, die man von den anderen Oberwerth-Modellen kennt. Meine Testtasche ist in dunkelbraunem Leder mit olivefarbenem Cordura gefertigt. Eine, wie ich finde, wahnsinnig schöne Kombination. Ich nutze die Tasche seit einigen Wochen täglich und sie ist mit mir natürlich auch zum Fotofestival Horizonte nach Zingst gereist. Hier nun meine Erfahrungen:

 

Die größere Schwester der Freiburg

Ja, ich gebe es offen zu: ich habe einen Taschenfimmel. Und wenn nicht mein Fotokumpel Jörg die Seite taschenfreak.de betreiben würde, käme der Titel meinen Neigungen schon ziemlich nahe. Nach der München und der Freiburg ist die Wetzlar nun schon die dritte Oberwerth-Tasche, die ich getestet habe. Die Freiburg in dunkelbraunem Voll-Leder habe ich seit vielen Monaten im Dauereinsatz, finde sie nach wie vor absolut großartig und möchte sie nicht mehr missen. Für die "kleine Ausrüstung" aus der Fujifilm X-E2 mit drei Festbrennweiten (18mm, 35mm und 56mm) ist sie absolut perfekt. Wenn nötig passt auch noch ein iPad und eine Menge Zubehör hinein. Ein Blitz, ein weiteres, größeres Objektiv wie z.B. das 10-24 oder 55-200 oder ein zweites Gehäuse bekomme ich aber definitiv nicht mehr hinein. Die München ist hingegen erheblich größer. In die Lücke zwischen diesen beiden Taschen stößt nun die neue Wetzlar. Wie auch die Freiburg ist auch die Wetzlar von den Abmessungen her ideal auf digitale Systemkameras diverser Hersteller zugeschnitten. Das edle, zeitlose Design passt zum Beispiel hervorragend zum Retro-Charme einer Fujifilm X-E2, Leica M oder Olympus PEN-F.

Im Vergleich zu den bisherigen Cordura-Leder-Taschen von Oberwerth finden sich an der Wetzlar einige Neuerungen. Augenscheinlichster Unterschied ist für mich die Anmutung. Während die München und die Cordura-Leder-Freiburg auf mich wie Stofftaschen mit großflächigen Lederanteilen wirken, wirkt die Wetzlar wie eine Ledertasche mit Cordura-Anteil. Die Wirkung ist eine total andere. Ein Hauptgrund hierfür sind gewiss die an den Seiten aufgesetzten Ledertaschen, welche mit Magnetverschlüssen geschlossen werden. Diese sind zwar nicht übermäßig groß, aber um je einen Filter darin unterzubringen, haben sie mir gute Dienste geleistet. Das Rückenfach ist gut gepolstert doch vor allem die Inneneinteilung wurde spürbar weiterentwickelt.

Schnittmodell Oberwerth Wetzlar
Schnittmodell der Wetzlar. Foto: Oberwerth

Durchdachte Inneneinteilung

Die Wetzlar kommt mit den bewährten luftgepolsterten Inneneinteilern, die man von den anderen Modellen kennt. Zusätzlich werden kleine "Zwischenpolster" mitgeliefert, die jetzt einseitig an einer Seitenwand festgeklettet werden können. So kann man kleinere Objektive "stapeln", ohne Sorge vor Kratzern haben zu müssen. Neu sind ebenfalls zwei gepolsterte Würfel, womit man hochformatig in die der Tasche steckende Kameras mit angesetztem Objektiv abstützen kann und dadurch weitere, kleine Festbrennweiten unterbringen kann. So werden viele neue Einteilungsvarianten möglich. Da man sich das nur schwer vorstellen kann, hat Oberwerte eigens ein halb offenes Schnittmodell hergestellt, das die neue Inneneinteilung veranschaulicht. Je nach Kamera bzw. Objektiv fasst die Wetzlar bis zu vier Objektive und zwei Gehäuse. Meine Standardbeladung besteht aus einem Gehäuse, drei Festbrennweiten (18mm35mm und 56mm) und wahlweise dem 10-24 oder dem 55-200, die beide mitsamt der Gegenlichtblenden ausreichend Platz finden. In den beiden Fronttaschen sowie den beiden flachen Seitentaschen findet reichlich Zubehör Platz. Viele, aussagekräftige Packbeispiele finden sich hier auf der Oberwerth-Homepage.

Wie alle Oberwerth-Taschen besteht auch die Wetzlar aus einer herausnehmbaren Innentasche und einer Außentasche. Das ist sehr praktisch, da man die Innentasche auch mit anderen (Nicht-)Fototaschen nutzen kann, um die Fotoausrüstung geschützt unterzubringen. Andererseits kann man auch die Außentasche als Nicht-Fototasche und anderweitig befüllen.

 

Laschen Oberwerth Wetzlar
Auf Wunsch schützen "Lederohren" und ein gepolsterter Deckel die Ausrüstung zusätzlich.

Bester Schutz vor Wind und Wetter

Wie von den anderen Taschen von Oberwerth wird auch die Wetzlar von einem großen Lederdeckel und den genialen Loxx-Verschlüssen arretiert. Diese sind leicht zu schließen, halten die Tasche sicher zu und können sich so gut wie unmöglich unbeabsichtigt öffnen. Diese kleinen, aber entscheidenden Details machen neben der grandiosen Verarbeitungsqualität den Reiz der Oberwerth-Taschen aus.

Besondere Flexibilität erhalten die Taschen durch zwei weitere Verschlusskomponenten, die sich ebenfalls bereits in den anderen Oberwerte Taschen bewährt haben: Einerseits verfügt die Innentasche über einen gepolsterten Deckel, der entweder verwendet und mit Klebstreifen sogar fixiert oder alternativ nach innen zwischen Innen- und Außentasche geklappt werden kann. Andererseits gibt es zwei "Lederohren", die entweder noch über den Innendeckel geklappt werden oder ebenfalls zwischen Innen- und Außentasche verschwinden können. So kann man jeweils den idealen Kompromiss aus Schutz und Zugänglichkeit wählen. In Zingst am Strand war ist z.B. sehr froh, dass ich meine Ausrüstung durch die Verwendung des Innendeckels UND der beiden Lederlaschen erfolgreich vor dem allgegenwärtigen Sand schützen konnte. In weniger heikler Umgebung sind Deckel und Laschen bei mir nach innen geklappt und meine Ausrüstung ist superschnell zugänglich.

 

Viel robuster als gedacht

Dank des bisher eher unentschlossenen "Sommers", konnte bzw, musste ich meine Oberwerth-Taschen schon mehrfach in überraschenden Wolkenbrüchen testen. Ich hatte ja schon gehofft, dass die Taschen keine reinen Schönwettertaschen sind, aber sie haben sich noch viel besser geschlagen, als ich erwartet hatte: Beim ersten Wolkenbruch hatte ich noch Sorge. Schließlich kostet eine Vollleder Freiburg oder eine Wetzlar fast 800 € bzw. 700 € und die darin transportierte Fotoausrüstung ist ja in der Regel noch viel mehr wert. Die Sorge war allerdings völlig unbegründet. Die Fotoausrüstung ist absolut trocken geblieben und die Tasche ist völlig problemlos getrocknet und hat unter der Dusche nicht nennenswert gelitten. Und nach einer Pflegesession mit farbloser Schuhcreme sah sie wieder aus wie neu. Überhaupt verfügt das Oberwerth-Leder über ganz erstaunliche Heilfähigkeiten. Es bleibt natürlich nicht aus, dass man mal an etwas vorbei schrappt oder hängen bleibt, wenn man seine Fototasche nicht nur für die Vitrine gekauft hat. Auch die eigenen Fingernägel hinterlassen natürlich schon einmal Spuren. Das Resultat: größere oder kleinere Kratzer. Das tut am Anfang regelrecht weh. Es ist aber ausgesprochen überraschend, was ein Wenig Pflege mit Schuhcreme oder anderen handelsüblichen Pflegemitteln für Wunder wirkt. In den meisten Fällen muss man die Kratzer danach mit der Lupe suchen. Wirklich erstaunlich! Vor kurzem hat Oberwerth ein eigenes Pflegemittel auf den Markt gebracht. Das werde ich mir in den kommenden Wochen einmal näher anschauen. Mittlerweile schone ich meine Taschen gar nicht mehr, sondern verlasse mich einfach auf deren Robustheit. Eine gewisse Patina ist ja durchaus gewünscht. Schließlich ist auch eine Oberwerte Tasche in erster Linie ein Gebrauchsgegenstand. Aber auf das "selbstheilende Wunderleder" ist echt Verlass.

Wie bei allen Oberwerth Fototaschen ist der längenverstellbare Schultergurt fest mit der Tasche vernäht und zusätzlich vernietet und verfügt über eine weiteres seltenes Detail: In den stabilen Gurt aus Cordura und Leder ist ein unsichtbarer Schnittschutz integriert, der es Dieben nahezu unmöglich machen soll, die Tasche mit einem schnellen Schnitt von ihrem Besitzer zu lösen.

 

Qualität zum Vererben

Es lässt sich nicht wegdiskutieren: Mit einem Preis von 699 € (UVP) steht die Wetzlar gewiss am obersten Ende des Fototaschen-Preisgefüges. Aber anders als viele andere Luxusgegenstände, bei denen man oft hauptsächlich den Namen oder das Image bezahlt, steht dem saftigen Preis eine echte, greifbare Gegenleistung entgegen: Absolut hervorragende Verarbeitung und hochwertigste Materialen zeichnen alle Oberwerth-Taschen aus. Ich habe bisher keine andere Ledertasche gefunden, die einen ähnlich hochwertigen Eindruck bis ins kleinste Detail vermittelt. Die Nähte sind absolut präzise genäht und sämtliche Lederkanten sind nicht nur umnäht, sondern sogar laminiert. Das vegetabil gegerbte Leder ist extrem widerstandsfähig und haltbar. Die komplette Tasche wurde in Deutschland gefertigt. Eine solches Stück Handwerkskunst kann man tatsächlich Jahrzehnte lang nutzen und danach weitervererben. Die Tasche erzählt mit der Zeit ihre eigene Geschichte und gewinnt immer mehr einen individuellen Charakter. Ob man sich eine solche Tasche gönnen möchte, ob diese Qualität einem den Preis wert ist und ob man eine Fototasche überhaupt so lange nutzen möchte, muss jeder selbst entscheiden. In meinen Augen bekommt man jedenfalls einen tatsächlich greifbaren Gegen- und sichtbaren Mehrwert, der nicht nicht auf Marketing und Image beschränkt.

 

Mein Fazit

Die Wetzlar ist eine wunderschöne, exklusive Tasche, die mir in der hier getesteten Farbkombination dunkles, braunes Leder mit olive-farbenem Cordura wirklich extrem gut gefällt. Die Wetzlar wirkt auf mich Dank des höheren Leder-Anteils noch eine Spur edler als andere Cordura-Taschen von Oberwerth, passt bestens zu meiner Voll-Leder Freiburg und ergänzt diese hervorragend, wenn doch einmal eine etwas größere Ausrüstung transportiert werden soll. Für mich ist die Wetzlar die universellste Tasche für Systemkamera- bzw. Messsucherfotografen im Oberwerte Sortiment. Sie bietet erstaunlich viel Platz, ohne große Außenmaße zu haben. Man muss sie ja nicht immer voll beladen. Auch die Variante, zwei Gehäusen mit angesetzten Objektiven zu verstauen zu können, hat ihren Reiz.

Auch Fotografen, die mit Vollformat-Systemkameras wie z.B. der Sony Alpha A7-Baureihe fotografieren, sollten aufgrund der etwas höheren Bauform statt der Freiburg lieber die Wetzlar wählen. Wer mit noch größeren Kameras wie z.B. Spiegelreflexkameras oder der Leica SL fotografiert sollte einmal einen scharfen Blick auf die Heidelberg werfen. Diese entspricht im grundlegenden Design der Wetzlar - hat aber in alle Richtungen größere Abmessungen.

Als Verbesserungsvorschlag würde ich mir lediglich kleine Metall-Füße am Boden der Taschen wünschen, damit sich das Leder nicht direkt voll Wasser saugen kann, wenn man die Tasche einmal auf einem nassen Boden abstellt. Außerdem ließen sich so Kratzer am Boden reduzieren. Die schaden zwar weder Tasche noch Ausrüstung, aber irgendwie würde ich die Tasche dann noch etwas unbekümmerter nutzen.


Das schreibt Oberwerth selbst zur Wetzlar:

Die Fototasche Wetzlar erweitert die Oberwerth Produktpalette um ein neues, sportlicheres Format. Gefertigt aus hochwertigem Rindleder und widerstandsfähigem CORDURA®, ist sie geräumiger als die Freiburg, bleibt dabei aber kompakt und sehr leicht. Das macht die von Meisterhand gefertigte Tasche zum perfekten Begleiter für anspruchsvolle Fotografen, die ihre hochwertige Fotoausrüstung perfekt verstaut aber dennoch stilsicher transportieren möchten. In die Wetzlar passen bis zu zwei Kamerabodies und zwei Objektive – oder alternativ ein Objektiv und ein Blitz. Zusätzlichen Stauraum für Meßsucher, Netzteil und persönliche Gegenstände bieten die großzügigen Vorder- und Seitentaschen.

Die Innentasche ist separat herausnehmbar und schützt Ihr wertvolles Equipment perfekt. Sie ist aus CORDURA® gefertigt und im Inneren mit Fleece abgefüttert. Dazwischen eingearbeitete Luftpolster bewahren die Kameraausrüstung vor Stößen, Nässe und äußeren Einflüssen. Im Deckel sind zwei Fächer aus Leder für Speicherkarten eingearbeitet.

Die Oberwerth Wetzlar ist fast vollständig aus vegetabil gegerbtem Rindleder gefertigt, einzig die beiden Vordertaschen bestehen aus extrem strapazierfähigem CORDURA® und erzeugen einen gelungenen Materialmix.

 

Kameratasche Wetzlar im Überblick:

  • die Tasche für anspruchsvolle Fotografen mit vielfältiger, umfangreicher Ausrüstung

  • Neu: seitliche Außentaschen – mehr Raum für Messsucher, Netzteil und Co.

  • widerstandsfähiges CORDURA® und hochwertiges Leder schützen die Ausrüstung vor Nässe und äußeren Einflüssen

  • herausnehmbare, luftgepolsterte Innentasche mit flexibel verstellbaren Pads und Fächern für zwei Speicherkarten

  • geräumige Vordertaschen

  • Platz für ein Tablet im Innenraum (auch bei eingesetzter Innentasche)

  • gepolstertes Reisverschluß Fach auf der Rückseite

  • Wie alle Oberwerth Taschen: 100% Handmade in Germany

 

Fakten:

Äußere Abmessungen: 30 x 21,5 x 15,5 cm
Innere Abmessungen: 25 x 19,5 x 13 cm
Gewicht: 1150g

Preis: 699 €

 

Adobe Foto Nacht: Farben richtig gesehen

Am 28. Mai fand im legendären Flash-Gym der Kölner Fotografen Krolop & Gerst die "Zweite Lange Nacht des Foto-Abos" statt. Zu Gast waren unter anderem Social-Media-Schwergewichte wie Calvin Hollywood, Benjamin Jaworskij oder Laura Helena Rubahn, Photoshop-Gott Olaf Giermann und viele andere Gäste. Und auch ich war eingeladen und habe etwas zum Thema "Farben richtig gesehen" erzählt. Das ganze Event wurde live in YouTube Web gestreamt. Jetzt werden die Mitschnitte nach und nach online gestellt.


 

Weitere Mitschnitte:

Die Zweite Lange Nacht des Foto-Abos

FotoAbo

Am kommenden Donnerstag wird die "Zweite Lange Nacht des Fotoabos" live im PhotoshopDirekt-Kanal von Adobe Deutschland gestreamt. Sven Doelle und Matthias Schulze begrüßen junge, kreative Fotodesigner und Retusche-Künstler wie Laura-Helena Rubahn oder Lasse Behnke, die mit phantasievollen Bildwelten ihr Publikum verzaubern. Lasst Euch von Max Münch zeigen, wie er mit seiner Mobile Fotografie über 180.000 Follower auf Instagram gewinnen konnte. Dazu geben die beliebten Photoshop-Experten Benjamin Jaworskyj, Calvin Hollywood und Olaf Giermann Tipps und Tricks.

Und ich freue mich sehr, auch mit dabei zu sein. Um kurz nach Acht geht's um das Thema Bildschirme und mein ewiges Thema "Farben richtig sehen."

TechTalk

Die genauen Infos findest du hier im Adobe-Blog. Zum Live-Stream wird es hier gehen. Um 18 Uhr geht's am 28.04.16 los. Ich freu mich tierisch drauf.

Zingst immer eine Reise wert.

On-Top Training zusammen mit Epson

Zingst On-Top Training

Zwar ist die Anreise ins idyllische Ostsee-Städtchen Zingst vom Rheinland aus immer relativ beschwerlich - doch jeder Kilometer lohnt sich. Dieses Mal war die Foto-Convention Zingst »fit for future« 2016 Anlass meiner Reise. Vom 18.-­19.03.2016 konnten die Teilnehmer zwei Tage lang spannenden Vorträgen lauschen und danach unterschiedlichste ON-TOP-Trainings absolvieren. Zusammen mit meinem sehr geschätzten Kollegen Andreas Stephan von Epson standen wir den Teilnehmern nach einem Einführungsblock Rede und Antwort und konnten in kleinem Rahmen viele Fragen beantworten, die man im Rahmen eines großen Vortrags nur schwer beantworten kann.

Inspirierende Vorträge und nette Gespräche

Besonders gut gefallen haben mir die Vorträge von Tom Nagy und Till Brönner. Nagy hat mit seinen "Lost Animals" eine wirklich beeindruckende Symbiose aus realen Landschaften und gerenderten Tieren geschaffen und es war spannend zu hören, was Nagy sich dabei gedacht hat. Besonders überrascht hat mich der Vortrag von Till Brönner. Zwar war mir lange bekannt, dass der bekannte Jazz-Trompeter Brönner sich seit längerer Zeit einen Namen als Fotograf gemacht hat, aber ich muss gestehen, dass ich mich bisher nicht mir ihm beschäftigt habe und ihn bisher in der Kategorie "Promi mit gesponserter Leica fotografiert andere Promis" abgelegt hatte. Aus dieser Schublade muss ich ihn wohl schleunigst wieder herausholen. Seine Arbeiten haben mir sehr gefallen und die charismatische Art des Vortrags hat ihr Übriges dazu beigetragen, dass ich seinen Vortrag sehr genossen habe.

Und nicht zu vergessen: Zingst ist immer ein Branchentreffen. Man trifft immer interessante Marketingmenschen anderer Hersteller, Fotografen und Medienvertreter, mit denen man sich austauschen und über gemeinsame Projekte nachdenken kann. Zum Abschied haben wir uns noch das Feuerwerk "Lichtertanz der Elemente" angeschaut. Und Ende Mai geht es ja schon wieder in Richtung Nord-Osten. Dann findet in Zingst das große Umweltfotofestival »horizonte zingst« 2016 statt und ich bin natürlich auch wieder dabei.

Lesetipp: „Farbmanagement“ von Sam Jost

Der komplette Workflow in einem Buch

Jost: FarbmanagementWYSIWYG What you see is what you get - auf Deutsch: Fotografie und Bildbearbeitung auf Sicht. Das ist es, was man sich von der Digitalfotografie verspricht. Doch meist kommen die Bilder nicht so aus dem Drucker kommen, wie man sie am Monitor gesehen hat und meist sehen sie auf jedem Monitor anders aus. Ganz so von alleine und intuitiv funktioniert das wohl nicht da muss man wohl noch etwas beachten, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Die Lösung heißt Farbmanagement.

Doch was ist das eigentlich - Farbmanagement? Wo fängt es an, wo hört es auf und was liegt dazwischen. Auf diese Fragen und auf viele weitere gibt Sam Jost in seinem Buch "Farbmanagement für die Digitalfotografie" die Antworten. Sam schafft es dieses durchaus komplexe Thema anschaulich und leicht verständlich zu erklären.  "Farbmanagement für die Digitalfotografie" ist dabei die aktualisierte und überarbeitete 2. Auflage von Sams Buch "Farbräume & Farbmanagement: Wo Adobe RGB besser ist als sRGB", was wegen des geänderten Titels gewiss etwas verwirrend ist.

Zwei Dinge machen dieses Buch zu etwas ganz besonderem: Einerseits bekommt man hier den kompletten Workflow und alles, was man zu diesem Thema als Fotograf wissen sollte - das Gesamtpaket sozusagen. Andererseits gelingt es Sam, dieses komplexe Thema einzigartig verständlich zu erklären und die Zusammenhänge deutlich zu machen.

Folgende Themen werden ausführlich dargestellt:
  • Farbräume
  • Farbmanagement
    • in der Kamera
    • der Bildbearbeitungssoftware
    • am Monitor
    • im Druck
  • Gerätekalibrierung
    • Profilierung und Kalibrierung
    • Bildschirmkalibrierung
    • Druckerkalibrierung
    • Kamerakalibierung
    • Scannerkalibrierung
  • Softproofing in Lightroom und Photoshop

Zusätzlich bekommt man noch einen von ihm entwickelten Teststreifen, mit dem man die Qualität und das Dateihandling des Ausgabegeräts bzw. des Druckanbieters kritisch unter die Lupe nehmen kann. 

 

Fazit:

Sam Jost schafft es, seine Leser mitzunehmen und vermittelt in seinem Buch einen fundierten Gesamtüberblick über das Thema Farbmanagement. Und genau das ist es ja, was man als Fotograf braucht. Denn nur wenn der gesamte Workflow funktioniert, kann auch das Ergebnis aus dem Ausgabegerät kommen, was man als Fotograf erwartet. Somit ist Sams Buch die perfekte Ergänzung zu meinem Vortrag "Farbmanagement für einen farbtreuen Workflow – von der Aufnahme bis zum fertigen Bild"
Sam Jost hat ein Standardwerk geschaffen, das jeder, der sich auch nur halbwegs ernsthaft mit Fotografie auseinandersetzt, gelesen haben sollte.

 

Erhältlich als Hardcover und E-Book

Das Buch wird als Hardcover in Kürze im Buchhandel zu einem Preis von 24,90 € verfügbar sein (ISBN 978-3-945030-08-0). 

Als E-Book kann man es für 9,99 € bereits jetzt downloaden: 

Amazon Kindle-Edition

PDF bei digitalkamera.de

XinXii als PDF und ePub

 

Zum Autor

Sam Jost
Sam Jost

Der Flensburger Sam Jost begeistert sich für die digitale Fotografie in allen Aspekten von der Idee bis zum Druck und liebt es, scheinbar komplizierte Zusammenhänge auf ihren Kern zu reduzieren, um sie praxisnah ohne Fachvokabular zu erklären. Auch ein Blick in seine anderen Bücher lohnt sich:

Manuell belichten mit der Digitalkamera

Scharfe Fotos mit der Digitalkamera

Adobe Photoshop Lightroom 5 für Einsteiger

Review Leuthard Strap

Leuthard Strap

"Dieses Internetz"™ ist schon eine teuflische Sache. Es ist wie im wahren Leben. Da denkt man, man ist mit etwas zufrieden und dann sieht man etwas und das gefällt einem auch gut oder schlimmstenfalls sogar besser. Besonders schlimm ist dieses Social Web. Da muss man sich nicht einmal persönlich begegnen, um in Versuchung geführt zu werden. So geschehen mit meinem Freund Jörg. Es ist ja nun nicht gerade so, als ob Jörg nicht schon eine ganze Menge Kameragurte besitzen würde. Aber mein Blogposting scheint ihn bewogen zu haben, noch einen weiteren Gurt haben zu wollen zu brauchen. Was ich noch nicht ahnte: Er würde sich brutal rächen. Und da mir kurz danach zwei Analogkameras zugelaufen sind, die noch nicht begurtet waren, hatte ich einen guten Vorwand musste ich wohl oder übel auf Jörgs Expertise verlassen und mir selbst zwei Leuthard-Straps bestellen.

Zum Zeitpunkt meiner Bestellung gab es den Strap in zwei Farben: In zeitlosem Schwarz und in einem grauen Muster namens "Retro". Da ich eine schwarze und eine silberne Fuji mein Eigen nenne, wurden kurzerhand beide Varianten in der Länge 115cm bestellt. Die Länge hatte sich beim Ledergurt bewährt.

Zunächst die Fakten:

Material: 10 mm Bergsteigerseil

Länge: 96 cm, 108 cm, 120 cm oder für 5 € Aufpreis jede andere Länge auf Wunsch

Kamerabefestigung: Lederschlaufen mit verchromten Schlüsselringen

Zubehör: O-Ringe aus Gummi zum Schutz der Kamera (im Lieferumfang)

Preis: 38 € zzgl. 1,45 € Versand

Bezugsquelle: Thomas Leuthard Shop

Und nun die eigenen Erfahrungen:

Gesagt, getan. Wenige Tage nach der Bestellung kamen die Gurte auch schon an. Was soll ich sagen? Sie waren genau so wie ich sie mir vorstellt hatte. Ich hatte ja schon lange eine Affinität zu einem Seil als Kameragurt. So bin ich einige Jahre mit einem verstellbaren Gurt von Lance Camerastraps herumgelaufen. Der Verstellmechanismus ist zwar praktisch aber nicht besonders schön. Außerdem werden die Gummiringe mit denen der Gurt zusammengehalten wird mit der Zeit porös. Insofern war der Leuthard-Strap schon mal genau das, was ich ohnehin gerne mag.

Im Gegensatz zum Lance-Camerastrap, wird der Leuthard-Strap an den Enden nicht von Gummiringen umfasst, sondern von einem stabilen Schrumpfschlauch zusammengefasst. Natürlich kann ich nichts zur Langzeithaltbarkeit sagen, aber auf mich macht diese Lösung einen sehr dauerhaften Eindruck. Da ich nur noch mit meinen Fuji-Systemkameras fotografiere und die einfach sehr leicht sind, brauche ich auch nicht mehr Auflagefläche auf der Schulter oder am Hals. Ich habe mit den Leuthard-Straps schon eine Menge Bilder gemacht und empfand den Tragekomfort immer als sehr gut.

Im Lieferumfang des Gurts befinden sich auch zwei O-Ringe. Diese sollen verhindern, dass die kleinen Schlüsselringe das Kameragehäuse zerkratzen. Ich habe diese zunächst auch montiert. Aber ich habe festgestellt, dass diese Gefahr zumindest an meinen Fujis auch so nicht besteht und habe die Ringe dann wieder entfernt. 

Seither ziert nun der schwarze Gurt meine X-E2 und der Retro-Gurt meine X-E1. Ich für meinen Teil finde die Kombinationen einfach nur todschick, minimalistisch und funktionell. Wie auch mein Ledergurt, nehmen die Leuthards wenig Platz in der Fototasche weg. Ich habe schon oft gehört "was hast du denn da für ein Strick um den Hals? Probier' mal den EDDYCAM-Gurt!". Und da ich ja neugierig bin habe nich mir die Eddycam-Gurte beim nächsten Fotofestival direkt angeschaut. Und JA! Die Gurte haben mich völlig überzeugt. Sie sind toll verarbeitet und fühlen sich großartig an. ABER sie sind für mein Bedürfnis auch in der kleinsten Variante überdimensioniert und nimmt mir zu viel Platz in der Kameratasche weg. Würde ich noch tagtäglich eine EOS 1DX durch die Gegend tragen, hätte ich längst einen EDDYCAM-Gurt. Aber zum Glück muss ich das nicht mehr.  🙂

Mein Fazit:

Ich bin mit den Gurten wirklich absolut zufrieden. Sie halten, was sie versprechen. Zwar sind sie mittlerweile längst kein Geheimtipp mehr - dazu ist Thomas' Strap-Idee inzwischen zu erfolgreich, aber ich mag es sehr, einen Gurt zu haben, der mir nicht nur sehr gut gefällt, seinen Zweck perfekt erfüllt, sondern der auch noch in Handarbeit von einem wirklich inspirierenden Fotografen hergestellt wurde, dessen Fotografie ich sehr schätze. Erschwerend hinzu kommt, dass der Gurt für 38 € ein echtes Schnäppchen ist, das man für einen geringen Aufpreis (5 €) sogar exakt in seiner Wunschlänge bekommen kann.

 


 

"Funktionalität, Design und Minimalismus"

Leuthard-Strap

Ein Interview mit Thomas Leuthard

 

Wer steckt eigentlich hinter dem Leuthard-Strap? Klar: Thomas Leuthard - Street-Photographer aus der Schweiz. Zumindest ist der Strap nach ihm benannt. Aber macht er ihn auch selbst oder hat er sich nur das Design ausgedacht. Diese und weitere Fragen gingen mir durch den Kopf. Und da das vielleicht nicht nur mir so geht, habe ich Thomas Leuthard einfach angeschrieben und gefragt. Und sensationelle 25 Minuten später hatte ich die Antworten:

 

CO: Du bist in der deutschsprachigen Fotoszene wahrlich kein Unbekannter. Bisher kannte man dich jedoch als ausgezeichneten Street-Photographer. Und an Kameragurten herrscht ja eigentlich auch kein Mangel. Was hat dich bei anderen Kameragurten gestört und dich veranlasst, einen eigenen Kameragurt zu entwickeln?
TL: Es ist ganz einfach erklärt. Ich hatte seit mehreren Monaten die Idee, aus Bergsteiger Seil einen eigenen Kameragurt zu machen. Nicht weil die anderen Gurte schlecht waren, sondern einfach, weil ich meinen eigenen haben wollte. Also habe ich mehrere Anläufe genommen, mit Seil zu experimentieren. Vorerst waren alle gescheitert und die Idee wurde immer wieder vertagt. Irgendwann kam ich der Idee wieder näher und an Weihnachten 2015 gelang mir endlich der Durchbruch. Ich habe die Verbindung zwischen Kamera und Seil endlich auf eine Weise hinbekommen, die ich einfach und zeitsparend mit einfachsten Mitteln selber herstellen konnte. 
 
CO: Was macht deine Straps so besonders? Wie unterschieden sie sich von anderen Gurten und worauf hast du besonderen Wert gelegt?
TL: Meine Straps machen nichts anderes, wie die Kamera festzuhalten. Für mich war wichtig, Funktionalität, Design und Minimalismus zusammen zu bringen. Es soll jeder sofort sehen, dass es sich um einen Leuthard Strap handelt. Er soll stark, robust, aber trotzdem schlicht sein. Die Idee ist sehr einfach und jeder hätte sie haben können.
 
CO: Stellst du die Gurte selbst her, oder hast du jemanden, der das für dich macht?
TL: Für mich war wichtig, dass ich die Gurte selber herstellen kann. Schliesslich war es meine Idee, mein Design und der Gurt tragt meinen Namen. Ich stelle die Gurte zusammen mit meiner Freundin her. Im Moment können wir die Menge noch gut verarbeiten. Es hat auch den Vorteil, dass Du sofort auf Wünsche von Kunden reagieren kannst und sehr flexibel bist.
 
CO: Dein Gurt ist in der deutschsprachigen Fotoszene eingeschlagen wie ein Komet. Offenbar hast du damit wirklich einen Nerv getroffen. Hast du mit dieser Nachfrage gerechnet? 
TL: Nein, ich hatte keine Vorstellung, ob er ankommt oder nicht. Aber nachdem ich ihn cool fand, ein paar meiner Freunde gleicher Meinung waren und ich das Risiko nicht scheute, habe ich es einfach mal versucht. Viele scheitern, weil sie es nicht versuchen.
 
CO: Kommst du überhaupt noch zum Fotografieren oder musst du dich jetzt auf die Gurtproduktion konzentrieren? 😉
TL: Ich bin im Moment sowieso nicht so motiviert zum Fotografieren. Ferner ist es Winter und es wird früh dunkel. Also habe ich Zeit, ein paar Straps zu machen. 
 
CO: Deine beiden ersten Modelle in „Schwarz" und „Retro" wurden inzwischen (temporär) von weiteren Sonderfarben ergänzt. Deine Gurte können in unterschiedlichsten Längen bestellt oder ganz nach dem Wunsch des Kunden hergestellt werden. Wie sind deine Pläne? Wie geht es mit dem Thema Kamerastrap weiter? 
TL: Zuerst hatten wir die Idee, mehrere Farben zu machen, haben dann aber sehr schnell gemerkt, dass die meisten eh nur Schwarz wollten. Der Plan ist, den Strap langfristig in nur 3 Farben (Dezenten) anzubieten, sofern das Seil jeweils so lange verfügbar ist. Manche Seile sind nicht immer verfügbar. Ich weiss auch nicht, wie lange ich motiviert bin, Straps herzustellen. Denn das Interessante war die Entwicklung, den Strap an den Start zu bringen und zu sehen, ob so etwas funktioniert. Nun ist es nur noch Arbeit. 🙂
 
CO: Hast du noch mehr Ideen für gleichwohl nützliches wie schönes Fotozubehör?
TL: Im Moment nicht, aber wer weiss, was mir in Zukunft noch in den Sinn kommen wird. Neue Ideen kommen mit der Nutzung von Bestehendem und aus der Diskussion mit Freunden. Es kann schon sein, dass ich plötzlich auf eine Idee komme. Cool wäre natürlich, wenn ich meine eigene Kamera entwicklen könnte. Jetzt denken sicher wieder einige, das ist nicht möglich. Aber genau deshalb würde ich es wohl versuchen. 
 
CO: Hab’ ich was vergessen? Gibt es was, was du schon immer einmal loswerden wolltest?
TL: Nein, eigentlich nicht. Jeder kann alles erreichen, wenn er an sich glaubt und nicht auf die Anderen hört. 
 
CO: Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. 

Thomas Leuthard

Thomas Leuthard
Thomas Leuthard

"Es sind mein Auge, meine Neugier und meine Kreativität, welche mich immer wieder von neuem begeistern und jeden Tag meine Passion erleben lassen.."

Der Schweizer Thomas Leuthard (Jahrgang 1971) lebt in Hünenberg See. Erst im Alter von 35 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für Fotografie. Seit 2009 beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Street-Photography. Seitdem bereist er Großstädte auf der ganzen Welt und dokumentiert den Alltag der Menschen. Dabei findet er immer wieder seinen ganz persönlichen Blickwinkel. Inzwischen gibt er sein Wissen und seine Erfahrungen in E-Books,  Video-Trainings und Workshops weiter. Um seine Leidenschaft für Fotografie zu finanzieren, arbeitet Leuthard als Informatiker. Thomas Leuthard fotografiert mit dem Olympus Kamerasystem und ist Olympus-Visionär.

 

Thomas Leuthard im Web:

Webseite

Blog

YouTube

facebook

Instagram

Flickr

Leuthard-Strap

 

X-Pro 2 und weitere Neuigkeiten von Fujifilm

eingetragen in: Ausrüstung, Fotografie | 1

Heute hat Fuji den Gerüchten endlich ein Ende gemacht und spannende, neue Produkte vorgestellt. Die meisten Details waren ja inzwischen durchgesickert und wurden nun auch bestätigt.

Die neue spiegellose Systemkamera FUJIFILM X-Pro2

Lange und äußerst ungeduldig wurde sie erwartet: Das neue Flagschiff und damit Nachfolger der ersten Fuji-Systemkamera mit Wechselobjektiven X-Pro1, die Fuji 2012 vorgestellt hat. Wie erwartet heißt sie X-Pro2.

Auf den ersten Blick unterscheidet sie sich nicht signifikant vom Vorgängermodell. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch schnell, dass es sich um eine komplett neue Kamera handelt, die die spürbar in die Jahre gekommene X-Pro1 in nahezu allen Details deutlich verbessert.

Die Eckdaten:

  • 24,3 Megapixel APS-C X-Trans CMOS III Sensor
    Die neue X-Pro2 von Fujifilm
    Die neue X-Pro2 von Fujifilm
  • X Prozessor Pro
  • Multi-Hybrid-Optischer-Sucher
  • Elektronischer Sucher mit 2,36 Millionen Pixeln
  • 7,6 cm (3 Zoll) LC-Display mit 1,62 Millionen Pixeln
  • Spritzwasser- und staubgeschützt
  • Kälteresistent bis minus 10 Grad
  • Filmsimulationsmodi (Neu: ACROS)
  • Neues Autofokus-System
  • ISO-Empfindlichkeit bis 51.200
  • Wi-Fi-Funktion
  • Intervallaufnahme
  • Full HD-Video (1080p)
  • Filmsimulationsmodi
  • Kreative Filtereffekte


FUJIFILM X-Pro2

UVP: 1.799,- Euro
Verfügbar: ab Februar 2016

Quelle: Fujifilm

Gerade der AF und die Auflösung des digitalen Suchers sowie des Rückdisplays der X-Pro 1 waren nach heutigen Maßstäben wirklich veraltet. Und auch in der Sensortechnologie hat sich in den letzten Jahren eine Menge getan. Ich bin sehr froh, dass Fuji der Versuchung nicht erlegen ist und die Auslösung nur moderat gesteigert hat. Die X-Pro2 ist jetzt auch gegen Umwelteinflüsse abgedichtet und kann ihrem professionellen Anspruch so auch bei miesem Wetter gerecht werden. Auch der zweite Speichkartenschacht wird viele Fotografen freuen, die Wert auf Redundanz bei der Aufnahme legen. Alles in allem finde ich die X-Pro2 sehr vielversprechend. Einzig ein Klappdisplay wie bei der X-T1 vermisse ich. Ich bin gespannt, wie das Feedback zur Bildqualität der ersten Serienmodelle im Alltagsbetrieb sein wird.

Einen schönen ersten Eindruck kann man schon im Blog vom Martin Hülle erlangen, der ein Vorserienmodell der X-Pro2 bereits ausgiebig nutzen konnte.


 

Die neue spiegellose Systemkamera FUJIFILM X-E2S

Bei der neuen X-E2S kann man, wie der Name bereits vermuten lässt, eher von Evolution als von Revolution sprechen. Die Hardware der X-E2 wird größtenteils unverändert gelassen. Die meisten Veränderungen spielen sich in der Software ab. Ein großer Vorteil für Besitzer der X-E2: Vom Großteil der Neuerungen können sie per Firmware-Update auch profitieren. Die neue Firmware 4.00 erscheint am. 04.02.2016 - mehr dazu in einem separaten Blogbeitrag.

Die Eckdaten:

  • 16,3 Megapixel APS-C X-Trans CMOS II Sensor
    Fujifilm X-E2S
    Fujifilm X-E2S
  • EXR Prozessor II
  • FUJIFILM X-Bajonett (für FUJINON XF- und XC-Objektive)
  • Neues Autofokus-System
  • Hochauflösender Echtzeit-Sucher mit 2,36 Millionen Pixeln
  • 7,6 cm (3 Zoll) LC-Display mit 1.04 Millionen Pixeln
  • Integrierter Pop-up-Blitz
  • Blitzschuh für externen Blitz (FUJIFILM TTL)
  • Wi-Fi-Funktion
  • Interner RAW-Konverter
  • Fokus Peaking
  • Digitaler Schnittbildindikator
  • Full HD-Video (1080p)
  • Filmsimulationsmodi
  • Kreativ-Filter

 

FUJIFILM X-E2S
UVP: 699,- Euro
Verfügbar: ab Februar 2016
Farben: Schwarz und Silber/Schwarz

Quelle: Fujifilm

Zugegeben: Besonders spannend oder gar innovativ ist die Fujifilm X-E2S gewiss nicht. Der UVP wurde auf 699 € gesenkt. Ich fotografiere sehr gerne mit der X-E2 und denke, dass auch das ugegradete Modell seine Liebhaber finden wird. Es richtet sich vor allem an Leute wie mich, denen das Messucherlayout der E-Modelle einfach besser gefällt als das SLR-Layout der T-Modelle. Umso mehr freue ich mich, dass Fuji den Großteil der Neuerungen der X-E2S per Firmware-Update auch Nutzern der X-E2 zugänglich macht. Viele Hersteller würden das eben nicht machen, um die Kunden zu "motivieren" trotz der minimalen hardwareseitigen Verbesserungen das Nachfolgermodell zu kaufen. Das ist wirklich ein feiner Zug von Fuji, das eben nicht zu tun! 🙂


 

Die neue Premium-Kompaktkamera FUJIFILM X70

Als Ergänzung zur beliebten Reise- und Reportage-Kamera Fujifilm X100T präsentierte Fuji heute die Fujifilm X70. Die beiden Kameras unterscheiden sich in drei Hauptpunkten:

  • Während die X100T über ein festverbautes Objektiv mit 23 mm Brennweite (35mm im Vergleich zu KB) und Lichtstärke F2 verfügt, ist in der X70 ein Objektiv mit 18,5 mm Brennweite (28 mm im Vergleich zu KB) und Lichtstärke F2.8 verbaut.
  • Bei der X100T hat man im Sucher die Wahl zwischen dem optischen und dem digitalen Sucher. Die X70 hat nur einen digitalen Sucher.
  • Die X70 hat nun ein Klappdisplay, wie es aus der X-T1 und der X-T10 bekannt ist. Neu für eine X-Kamera: das Touchdisplay.

Die Eckdaten:

  • 16,3 Megapixel APS-C X-Trans CMOS II Sensor
    Fujifilm X70
    Fujifilm X70
  • EXR Prozessor II
  • FUJINON Objektiv mit 18,5 mm Festbrennweite (28 mm im Vergleich zu KB) und Lichtstärke F2.8
  • Neues Autofokus-System
  • Schnelle Einschaltzeit von 0,5 Sekunden
  • Schnelle Auslöseverzögerung von 0,01 Sekunden
  • Aufnahmeintervall von 0,5 Sekunden
  • 7,6 cm (3 Zoll) Touchscreen mit 1.040 Millionen Pixeln
  • Fokus Peaking Funktion (rot, weiß, blau)
  • Digitaler Schnittbildindikator
  • Kreativ-Filter
  • Filmsimulationsmodi
  • Wi-Fi-Funktion
  • Full HD-Video (60 / 50 / 30 / 25 / 24 Bilder/s)

 

Mich persönlich reizen die X-Kameras mit fest eingebautem Objektiv nicht sonderlich. Ich bevorzuge da meine X-E1/2 mit dem XF18mmF2 R. Das ist fast genauso kompakt und deutlich flexibler.

 

FUJIFILM X70
UVP: 699,- Euro
Verfügbar: ab Februar 2016
Farben: Schwarz und Silber/Schwarz

Quelle: Fujifilm

 


 

Das neue Super-Teleobjektiv FUJINON XF100-400mmF4.5-5.6 R LM OIS WR

FUJINON XF100-400mmF4.5-5.6 R LM OIS WR
FUJINON XF100-400mmF4.5-5.6 R LM OIS WR

Schon seit langem bekannt war das neue Super-Teleobjektiv FUJINON XF100-400mmF4.5-5.6 R LM OIS WR, da Fuji seine Objektivroadmap bisher dankenswerterweise immer sehr lange im Vorhinein veröffentlicht. Das Objektiv ist wettergeschützt und deckt einen Brennweitenbereich von 152-609 mm (äquivalent zu KB) ab. 

Die Bildstabilisierung des Objektivs soll laut Fujifilm bis zu fünf Blendenstufen längere Verschlusszeiten ermöglichen.

Das FUJINON XF100-400mm verwendet einen Twin-Linearmotor, um einen schnellen Autofokus zu ermöglichen. Die Motoren arbeiten außerdem sehr leise.

Das neue Supertele ist mit dem Telekonverter XF1.4X TC WR kompatibel. In Verbindung mit dem Telekonverter wird die Brennweite des Objektivs auf 140-560 mm (F6.3.-8) oder 213-853 (äquivalent zu KB) erweitert. Der Phasendetektions-Autofokus bleibt erhalten – auch bei Blende F8.

 

FUJINON XF100-400mmF4.5-5.6 R LM OIS WR
UVP: 1.899,- Euro
Verfügbar: ab Mitte Februar 2016

Quelle: Fujifilm

Angekündigt: Firmware-Update 4.00 für die Fujifilm X-E2

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Angekündigt: Firmware-Update 4.00 für die Fujifilm X-E2

Nach der Vorstellung der Fujifil X-T10 wurde im Sommer 2015 die neue 4.00-Firmware für die Fujifilm X-T1 erwartet, die die neuen Funktionen auch den Nutzern des Flagschiffs X-T1 zugänglich machte. Die neue Firmware brachte nicht nur einen deutlich verbesserten Autofokus mit - hinzu kamen zahlreiche weitere neue Funktionen. Natürlich haben auch die Nutzer der X-E2, wozu ja auch ich gehöre, gehofft, mit einem ähnlich umfangreichen Update beglückt zu werden. Zwar mussten wir uns noch über ein halbes Jahr gedulden, aber die Hinweise verdichteten sich immer weiter, dass auch die Fujifilm X-E2 ein umfangreiches Firmwareupdate bekommen würde. Heute wurde das Update nun endlich vorgestellt und ich möchte ein paar Neuerungen vorstellen, auf die ich mich sehr freue.

 

Die vier Highlights aus meiner Sicht:

Autofokus

pic_01Endlich bekommt die X-E2 die Autofokusfunktionen der X-T10, die auch bei der X-T1 schon nachgeliefert wurden. AF-Felder lassen sich jetzt zu Zonen von 3x3, 5x3 oder 5x5 Feldern zusammenfassen. Im Wide/Tracking Modus soll der Servo-AF die passen AF-Felder erkennen und das Objekt dann im gesamten Sucherbereich verfolgen können.

Neu ist auch die Gesichtserkennung des AF, der automatisch auf die Augen fokussieren soll. Generell will Fuji die AF-Genauigkeit spürbar, insbersondere bei schlechtem Licht und geringen Kontrasten verbessert haben. Durch den Auto Macro Mode soll es in Zukunft nicht mehr nötig sein den Macro Mode für Nahaufnahmen zu aktivieren. Die Auswahl des AF-Feldes kann nun direkt durch die Cursertasten erfolgen, ohne dass vorher die Fn-Taste gedrückt werden musste.

 

Elektronischer Verschluss

Der elektronische Verschluss hat zwei Vorteile: Bei Sonne und lichtstarken Festbrennweiten stößt man bei offener Blende mit der 1/8000 Sekunde als kürzester Verschlusszeit des mechanischen Verschlusses schnell an die belichtungstechnischen Grenzen. Da hilft nur Abblenden, wobei man Bokeh einbüßt  oder die Verwendung eines ND-Filters, den man nicht immer dabei hat. Durch den elektronischen Verschluss und seiner kürzesten Verschlusszeit von 1/32.000 Sekunde gewinnt man also quasi zwei Blendenstufen mehr selektive Schärfe.

Auf der anderen Seite ist der elektronische Verschluss vollkommen geräuschlos - perfekt in Kirchen, bei Konzerten und in vielen anderen Situationen.

 

Sucher

pic_06Das Sucherlayout wurde verändert und soll nun erheblich übersichtlicher sein. Die Bilddarstellung im Sucher und auf dem Rückdisplay kann jetzt justiert werden. Ganz neu ist die Natural Live View Funktion. Diese Funktion soll den Bedürfnissen von Fotografen gerecht werden, die es von ihrer SLR gewohnt sind, dass das Sucherbild möglichst unverändert dem Blick durch den Sucher einer Spiegelreflexkamera entspricht. Kamerainterne Bildoptimierungen werden in dieser Darstellung im Sucherbild nicht vorgenommen.

 

Filmmodus

Filmen war nie die große Stärke der Fuji-X-Kameras. Doch immerhin kann man jetzt auch beim Filmen die Zeit und die Blende manuell einstellen. Endlich können auch Bildfrequenzen von 24, 25 und 50 Bildern/Sekunde eingestellt werden, was gerade uns Europäern mit unserem PAL-Signal entgegenkommt. Auch der AF soll im Filmmodus nun besser funktionieren.

 

Release am 4.Februar 2016

Daneben gibt es zahlreiche weitere Detailänderungen- und verbesserungen. Ich bin wirklich sehr gespannt auf die neue Software. Ab dem 04.02.2016 soll sie released werden.

Quelle: Pressemitteilung Fujifilm

 

Danke Fujifilm!

Was mal gesagt werden muss: Ich finde es großartig, dass Fuji seine Bestandskunden so "pflegt" und sie nicht zwingt, eine Kamera zu ersetzen, nur um in den Genuss von neuen Funktionen zu kommen, die man durch ein Softwareupdate auch Nutzern älterer Modelle zugänglich machen könnte. Hiervon können sich andere Hersteller wohl mehr als nur eine Scheibe abschneiden.

 

 

Mundologia 2016

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Jahr für Jahr zieht das Mundologia-Festival Natur- und Reisebegeisterte nach Freiburg.

Das neue Jahr ist mittlerweile so richtig da - der Weihnachtsurlaub längst Geschichte. Und das erste Foto-Festival 2016 beginnt auch schon bald: Vom 29. bis zum 31. Januar findet in Freiburg die MUNDOlogia statt.

Das MUNDOlogia-Festival ist mit 20.000 Besuchern das größte Reportage-Festival Mitteleuropas. Fotografen, Journalisten, Bergsteiger, Abenteurer und Weltreisende berichten live von ihren spektakulären Unternehmungen.

Ende Januar strömen für drei Tage Reise- und Fotointeressierte in das Freiburger Konzerthaus, um eindrückliche Live-Reportagen, Foto-Ausstellungen, Seminare, Workshops und die große MUNDOlogia-Messe zu besuchen.

Ich freue mich sehr, Teil dieses tollen Festivals zu sein. Am Sonntag um 13 Uhr halte ich einen Vortrag zum Thema Farbmanagement. Darin geht es darum, wie man es schafft, dass das bearbeitete Bild in all seinen Erscheinungsformen - also z.B. auf dem Bildschirm oder als Ausdruck gleich aussieht und man keine unangenehmen Überraschungen erlebt.  Was eigentlich relativ banal klingt, erfordert einen farbgemanegten Workflow. In meinem Seminar erkläre ich die Grundlagen für einen farbtreuen Workflow von der Aufnahme bis zum fertigen Bild. Dazu gehörten Kameraeinstellungen, Einstellungen bei der RAW-Konvertierung,  Anforderungen an den Bildbearbeitungsplatz sowie Einstellungen in der Computersoftware. Mit der richtigen Hard- und Software sowie den richtigen Einstellungen gehören Abweichungen zwischen Monitordarstellung, dem Druckergebnis und den eigenen Erwartungen der Vergangenheit an.

Auf der Facebook-Seite von EIZO könnt ihr bis zum 20.01.2016 fünf Eintrittskarten zum Seminar gewinnen. Ich drücke euch die Daumen.

Die übrige Zeit werde ich im Foyer des Konzerthauses im 1. OG am Stand von EIZO zu finden sein und freue mich auf interessante Gespräche.

Seminar Farbmanagement
Seminar Farbmanagement

Freiburger Konzerthaus

Vortragstipp

Wie man meinem Blogpost unschwer entnehmen kann, bin ich erklärter Fan von André Schumacher. Ich habe seinen Vortrag "In 80 Tagen um die Welt" in Duisburg gesehen und war schwer begeistert. Andrés Vorträge sind einfach sehr besonders. Das liegt in erster Linie an Andrés charismatischer Live-Präsentation seiner Erlebnisse. In Freiburg könnt ihr seinen Vortrag "Eiszeit - Abenteuer Antarktis" erleben. Für die beiden Vorträge am Sonntag um 11 Uhr und um 14 Uhr gibt es noch Restkarten. Das solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

Streitpunkt elektronischer Sucher.

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Optischer oder elektronischer Sucher… offenbar scheiden sich daran die Geister.

Fluch oder Segen... Kameras ohne optischen Sucher wie die Fujifilm X-E2.               Foto: Carsten Schouler
Fluch oder Segen... Kameras ohne optischen Sucher wie die Fujifilm X-E2. Foto: Carsten Schouler

Ernsthafte Fotografie = Spiegelreflex = Optischer Sucher?

Bis vor ein paar Jahren hießen die beiden marktbeherrschenden Kamerahersteller im Cosumer-, Prosumer- und Pro-Bereich Canon und Nikon. Wer sich ernsthaft mit Fotografie beschäftigt hat, hat zumindest mit großer Wahrscheinlichkeit (auch) mit einer Spiegelreflexkamera von Canon oder Sony fotografiert. Das war schon zu analogen Zeiten so und hatte auch im Digitalzeitalter so lange Bestand. Digitale Sucherkameras waren etwas für "Knipser". Doch heimlich, still und leise kamen andere Hersteller auf die Idee, Kameras für ambitionierte Fotografen auf den Markt zu bringen, die keinen Spiegelkasten mehr hatten. Die Bildgestaltung wurde damit nicht "amateurlike" mit ausgestreckten Armen mit dem Rückdisplay vorgenommen, sondern mit einem elektronischen Sucher. Eine der ersten wirklich leistungsstarken Kameras war die Fujifilm X100. Bei dieser Kamera stand neben dem traditionellen optischen Messsucher auch ein elektronischer Sucher zur Verfügung. Ergänzt wurde die X100 mit fest verbauter Festbrennweite wenig später von der X-Pro 1, die Wechselobjektive und ebenfalls die Wahl zwischen optischem und elektronischem Sucher bot. Gänzlich ohne optischen Sucher kam dann im nächsten Schritt die X-E1 aus. Ich schildere diese Entwicklung jetzt zwar am Beispiel Fuji - aber genauso brachten auch andere Hersteller wie Olympus, Panasonic oder Sony ähnliche Konzepte auf den Markt. Canon und Nikon nahmen diese Entwicklung lange überhaupt nicht ernst und reagierten mit den langweiligsten und unambitioniertesten Kameras, die sie je gebaut haben Kameras im absoluten Einsteigersektor. Bis heute haben beide Hersteller in meinen Augen kein ansatzweise überzeugendes spiegelloses System auf den Markt gebracht. Wie bereits in anderen Branchen, lassen sich hier erfolgreich Unternehmen aus Sorge, ihre bisherigen Produkte selbst zu kannibalisieren stattdessen von andern Unternehmen kannibalisieren. Ein Blick in die Umsatzzahlen spricht Bände.

Grundlegender Unterschied der beiden Kamerasysteme ist, wie der Name "spiegellose Kamera" schon sagt, der Wegfall des Spiegelkastens, der auf der einen Seite deutlich kompaktere Kameragehäuse ermöglicht - auf der anderen Seite wegen des veränderten Auflagemaßes auch neue Objektivlinien bzw. Adapter erforderlich macht.

Bei mir war die Fuji X-E1 die erste Systemkamera mit elektronischem Sucher. Zunächst als Zweitsystem zur Canon EOS 1DX, hatte ich tatsächlich zunächst Probleme, mit dem elektronischen Sucher warm zu werden. Grund dafür war die geringere Auflösung im Vergleich zum optischen Sucher, geringe Dynamik, Verzögerung sowie der wirklich langsame Autofokus - vor allem im zugegeben ungerechten Vergleich mit der EOS 1DX. Mittlerweile habe ich nur noch das Fuji-System im Einsatz und benutze vorwiegend die Fujifilm X-E2, deren Sucher in Sachen Menü-Auflösung, Dynamik und Verzögerung erheblich verbessert wurde und mir insgesamt erheblich besser vorkommt. Auch der AF ist deutlich schneller, wenngleich noch nicht auf professionellem DSLR-Niveau. Man sollte jedoch nocht vergessen, dass die X-E2 nicht dem aktuellen Stand der Technik entspricht.

Heise titelt: "Elektronischer Sucher: Mäusekino bleibt Mäusekino"

Sucherbild Fujifilm X-E2
Der Sucher: Abbild der Realität oder Vorschau der aufzunehmenden Datei?

Durch ein Blogposting meinen neuen Fotofreund Christian Rohweder bin ich den Kommentar von Sasche Steinhoff auf heise.de aufmerksam geworden. Steinhoff stellt in seinem Kommentar die Vor- und Nachteile elektronischer Sucher grundsätzlich korrekt dar. 

Steinhoffs Kritikpunkte sind:

  • Stromverbrauch
  • Verzögerung
  • Man sieht nicht "was man fotografiert"

Doch meiner Meinung nach ist Steinhoff nicht auf dem neuesten Stand aktueller Kameramodelle. Denn nach meiner Einschätzung haben viele Hersteller bei ihren neuesten Modellen an den Nachteilen digitaler Sucher intensiv gearbeitet und diese enorm verbessert. Insofern ist Steinhoffs Kritik nur begrenzt zutreffend, was in Christian Blogbeitrag sehr zutreffend dargelegt wurde.

Der elektronische Sucher wird auch bei hochwertigen Kameras salonfähig, dabei ist er dem optischen Sucher immer noch nicht ebenbürtig.

Nun, das liegt doch sehr im Auge des Betrachters. Denn dabei kommt es doch sehr auf das Anwendungsgebiet der Kamera und an die Erwartungshaltung an einen Sucher an. Was einen perfekten Sucher in Steinhoffs Augen ausmacht, schreibt er selbst:

Bevor ich auf den Auslöser drücke, möchte ich das das Motiv so sehen wie es ist. Und da gibt es nach wie vor keine Alternative zum optischen Sucher.

Und jetzt kommen wir schon zu einer fast philosophischen Dimension und zu zwei weiteren Fragen:

  • Ist ein optischer Sucher in der Lage, dieser Erwartungshaltung gerecht zu werden?
  • Nimmt die Kamera das Bild so auf, wie es wirklich ist?

Nun, zur ersten Frage: Im optischen Sucher einer DSLR erhalte ich ein relativ realistisches Abbild dessen, was ich auch ohne Kamera sehe. Beim Blick durch den Sucher erhalte ich zusätzlich einen Eindruck vom Bildausschnitt, der Wirkung der gewählten Brennweite und durch Drücken der Abblendtaste eine Ahnung von der Schärfenverteilung. Doch hier fängt das Problem schon an. Im DSLR-Sucher sieht die Schärfentiefe immer größer aus, als sie tatsächlich ist. Bei wenig Licht sehe ich im optischen Sucher noch weniger als mit bloßem Auge. Eine Bildgestaltung wird dadurch sehr erschwert. Gleiches gilt bei starkem Gegenlicht. Auch manuelles Fokussieren fällt mit der serienmäßigen DSLR-Mattscheibe sehr viel schwerer als im elektronischen Sucher einer DSLM mit Zoomfunktion und zusätzlichen Fokussierhilfen.

Doch ich habe mit der Ebenbürtigkeit ein ganz anderes Problem und deshalb kommen wir zur zweiten Frage. Will ich, dass mein Sucher mir ein möglichst unverfälschtes Abbild dessen liefert, was ich auch mit meinem Auge wahrnehmen kann oder wünsche ich mir eine möglichst repräsentative Vorschau der von meiner Kamera beim Auslösen gespeicherten Datei?

Mir persönlich geht es bei der Fotografie darum, Bilder festzuhalten. Der limitierende Faktor ist die dazu verwendete Fotoausrüstung. Und deshalb möchte ich beim Fotografieren schon einen möglichst realistischen Eindruck von der zu erstellenden Bilddatei haben. Auf Deutsch: welchen Ausschnitt der Realität kann meine Hardware festhalten und wie wirkt das? Und je näher das Sucherbild der gespeicherten Datei kommt, desto besser ist das für mich (Stichwort Ebenbürtigkeit). Während ich bei der DSLR einen Eindruck von Bildausschnitt, Bildwirkung und Schärfenverteilung bekomme, bekomme ich beim digitalen Sucher neben zahllosen zusätzlichen Einblendungen einen Eindruck von der Wirkung der gewählten Kameraeinstellungen, der Belichtungskorrektur und ich kann sogar noch ins Bild hineinzoomen. Das ist für mich ein großer Mehrwert. Natürlich kann ich im RAW-Konvertert noch eine Menge ändern, aber "On Location" hat der elektronische Sucher einen großen Mehrwert. Auch in der DSLR kann ich die Wirkung dieser Parameter auf die aufgenommene Datei begutachten, indem ich mir das aufgenommene Bild auf dem Rückdisplay anschaue. Doch das funktioniert eben nur nach der Aufnahme und das Rückdisplay ist je nach Lichtsituation relativ beschränkt geeignet, das Bild zu beurteilen.

Fazit:

Wie immer kommt es in meinem Augen darauf an, was man mit seinem Werkzeug anstellen will. Will ich Sport im High-End-Bereich fotografieren, führt in meinen Augen kein Weg an DSLR von Canon oder Nikon vorbei. Und das liegt nicht nur am Sucher, sondern am Gesamtpaket und vor allem am AF und den verfügbaren Linsen. In den meisten anderen Anwendungsgebieten kommen andere Faktoren hinzu, die in meinem Augen weitaus ausschlaggebender sind, als das Suchersystem. Dazu gehören Bedienkonzept (wie z.B. bei Retrokameras wie der Fuji-X-Serie), Größe, Objektivauswahl, Preis, Design und vieles mehr. In meinem Fall auch Gewicht und Volumen. Der Wegfall des Spiegelkastens war sicherlich der Auslöser für eine tiefgreifende Umwälzung im Kameramarkt. Doch unterscheiden sich SLR- und Systemkameras eben durch viele weitere Aspekte. Und das Schöne ist ja, dass jeder einfach das Werkzeug verwenden kann, was für die eigenen Ansprüche am geeignetsten erscheint.

Meine Erwartung an einen Sucher ist die gleiche wie an einen Monitor: Ich möchte ein möglichst unverfälschtes Abbild der zu erwartenden oder bereits gespeicherten Datei erhalten. Und deshalb ist ein elektronischer Sucher für mich und meine Art der Fotografie einem optischen Sucher überlegen. Wenn ich mich allerdings an den Sucher meiner alten Olympus OM1 erinnere, könnte ich noch einmal schwach werden. Bei den Suchern der aktuellen DSLR sieht das aber anders aus. 😉

Kein optischer Sucher... ich sehe eher die Vorteile und kann mit den Nachteilen gut leben.
Kein optischer Sucher... ich sehe eher die Vorteile und kann mit den Nachteilen gut leben.

Stefan Forster – Light Hunter

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Es ist jetzt über 7 Jahre her, dass ich auf einen jungen Fotografen aus der Schweiz aufmerksam geworden bin, der sich vorgenommen hat, die USA, Chile, Neuseeland und Tasmanien zu bereisen und darüber zu bloggen. Stefan Forster ist sein Name und er war damals 22 Jahre alt. Schon 2008 haben mich seine Fotos und sein Mut, sich auf ein siebenmonatiges Abenteuer einzulassen, schwer beeindruckt. Irgendwann habe ich ihn dann aus den Augen verloren. Seit 2008 ist viel passiert. Ich habe meinen Job bei der Kölnischen Rundschau gekündigt, Online-Redakteur studiert, die Bild-Fotoredaktion in Köln geleitet und bin nun schlussendlich bei EIZO gelandet. Und auch bei Stefan ist eine Menge passiert. All die Jahre hat er seinen einmal eingeschlagenen Weg gradlinig weiterverfolgt und unzählige Länder bereist.

Heute ist Stefan in meinen Augen einer der besten Naturfotografen der Welt. Seine Arbeiten sind einfach atemberaubend und in diesem Monat hat er nun einen spektakulären Film auf Vimeo veröffentlich, der seine Arbeit in Island dokumentiert.

Trailer

Und ich mich da nur Calvin Hollywood anschließen und euch nur dringend empfehlen: Schaut euch diesen Film an! Spektakuläre Landschaften am laufen Band und viele, spannende Einblicke in die Arbeit eines exzellenten Naturfotografen, der oft erst anfängt zu fotografieren, wenn andere Fotografen ihre Kamera besorgt einpacken. Die knapp 8 € sind bestens investiertes Geld. Ich kann euch nur raten, euch den Film zu kaufen und nicht nur auszuleihen. Ihr werdet ihn gewiss nicht nur einmal anschauen wollen.

Besonders spektakulär sind die zahlreichen Luftaufnahmen und -fotos im Film. Seit die Quadrocopter so gut und günstig geworden sind, gehören sie bei vielen Reisefotografen zur Standardausrüstung. Filmen können diese fliegenden Kameras inzwischen wirklich hervorragend. Stefan Forster geht mehr als nur einen Schritt weiter. Er nutzt einen Oktocopter und ist so in der Lage eine stabilisierte Nikon D800E zu nutzen. Und was da raus kommt (wenn Stefan die Fernsteuerung in Händen hält), spielt nun einmal nicht nur technisch in einer anderen Liga als eine GoPro o.ä.. 

Oktokopter

Ich bin jedenfalls schwer begeistert von Stefans Arbeit und werde ihn nicht so schnell wieder aus den Augen verlieren.

http://www.stefanforster.com/

Stefan Forster bei facebook

Review Oberwerth Freiburg

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Die kleine Schwester der „München“

Oberwerth Freiburg

 

Ich hatte im Südfrankreich-Urlaub reichlich Gelegenheiten, mich von der herausragenden Material- und Verarbeitungsqualität von Oberwerth Fototaschen zu überzeugen. Die Oberwerth München hat mir schon extrem gut gefallen. Allerdings ist mir die München für einige Anwendungen zu groß und für andere Anwendungen zu klein. Deshalb habe ich ich schlussendlich für zwei andere Taschen entschlossen. Eine davon ist das kleine Schwestermodell der München, heißt Freiburg und ist anders als die München auch in Vollleder zu haben.

Der Hersteller

Oberwerth Logo

Oberwerth ist eine kleine Taschenmanufaktur aus Koblenz. Die Taschen werden in Handarbeit aus sehr hochwertigen Materialien in Deutschland gefertigt. Hochwertige Materialien, Handarbeit und Fertigung in Deutschland - all das sind große Kostenfaktoren, die sich natürlich auch spürbar im Preis niederschlagen.

Das Design

Die Freiburg von Oberwerth ist rein optisch eine klassische Schultertasche und das Design ist klassisch, zeitlos. Der Retrolook passt hervorragend zum Fuji-X-System oder zur M-Leica. Für diese Kameragröße ist die Freiburg auch exakt zugeschnitten. Größere Kameras wie z.B. die Sony Vollformat Systemkameras sind etwas zu groß für die Freiburg. Ich habe mich für die Freiburg in dunkelbraunem Vollleder entschieden. Wie alle Oberwerth-Fototaschen besteht auch die Freiburg aus einer Außentasche und einer Innentasche - dem Fotoeinsatz. Dieser lässt sich entnehmen, so dass die Freiburg auch für andere Zwecke verwendet werden kann. Genauso lässt sich der Fotoeinsatz separat, z.B. in einer anderen Tasche, verwenden. Durch diese modulare Bauweise und die Lederklappen an der Außentasche, entstehen nun unterschiedliche Möglichkeiten, wie sicher man seine Fotoausrüstung verstauen will:

Variante 1: Möglichst offener Zugang
Die Laderklappen und der Deckel des Fotofaches werden nach innen geklappt. Das Fotofach ist nach oben hin immer offen, so wie man es von dem meisten Fototaschen kennt. Die Ausrüstung wird bei verschlossener Tasche nur vom Taschendeckel geschützt. 

Variante 2: Kompromiss zwischen Schutz und Zugänglichkeit
Hierzu kann man entweder die Lederklappen oder den Deckel des Innenfachs einklappen oder nutzen. So wird die Fotoausrüstung neben dem Taschendeckel noch von den Lederklappen oder dem gepolsterten Deckel des Innenfaches geschützt.

Variante 3: Maximaler Schutz
Durch die Nutzung der Lederklappen und des Deckels des Fotofachs ist die Fotoausrüstung beim Transport maximal geschützt. Wer will, kann das Innenfach noch mit den beiden Klettstreifen verschließen. Dieser maximale Schutz geht natürlich zulasten der Zugänglichkeit der Ausrüstung.

Und auch die Freiburg verfügt über die in meinen Augen genialen LOXX-Verschlüsse. Diese werden genau wie die Taschen selbst von einer kleinen, deutschen Firma gefertigt. Genaue Infos dazu hat mein lieber Freund Jörg Langer auf seiner Seite Taschenfreak zusammengetragen. Die LOXX-Verschlüsse lassen sich spielend leicht öffnen schließen und halten absolut sicher, bis man sie mit einer leichten Zugbewegung wieder öffnet.

Der Schultergurt ist fest mit der Tasche verbunden und verfügt über eine weiteres seltenes Detail: In den stabilen Ledergurt ist ein unsichtbarer Schnittschutz eingelassen, der es Dieben nahezu unmöglich machen dürfte, die Tasche mit einem schnellen Schnitt von ihrem Besitzer zu lösen und mit dem wertvollen Inhalt das Weite zu suchen. Der Schultergurt ist längenverstellbar und ein verschiebbares Schulterpolster erhöht den Tragekomfort. Der Schultergurt ist nicht abnehmbar und bombensicher mit der Tasche vernäht und zusätzlich vernietet. Der Boden besteht ebenfalls aus Leder. Zwar sieht der belederte Boden sehr schön und schlicht aus, doch genau wie bei der München würde ich mir aber auch bei der Freiburg passende Chrom-Füßchen wünschen, die das Leder z.B. gegen Feuchtigkeit und Beschädigungen schützen.

Was passt rein?

Die Freiburg ist meine neue Immer-Dabei-Tasche - mein Minimalbesteck sozusagen. Wenn man die Tasche von außen sieht, wundert man sich, was alles hinein passt. Nach diesem dieses Foto von Herbert Piel war meine Erwartungshaltung relativ hoch und sie wurde nicht enttäuscht. In die Tasche passt meine Fujifilm X-E2 mit Handgriff und angesetzten XF 1,4/35 (oder alternativ XF 2,8-4/18-55), XF 4/10-24 (ohne Gegenlichtblende) und das XF 3,5-4,8/55-200, Thinktank SD Pixel Pocket Rocket und Ersatzakkus. Zusätzlich findet noch ein 10"-Tablet (in meinem Fall iPad3) Platz.

Qualität und Verarbeitung

Um es kurz zu machen: Die Freiburg ist unumstritten die wertigste Fototasche, die ich je in der Hand hatte. Das Leder sieht toll aus und fühlt auch so an. Die Verarbeitung ist bis ins kleinste Detail perfekt. Gut, bei dem Preis hatte ich auch nicht weniger erwartet. Ich habe die Tasche jetzt seit etlichen Wochen in täglicher Benutzung. Natürlich bekommt die Tasche Gebrauchsspuren. Und genau diese "Patina" macht für mich auch den Reiz einer Ledertasche aus. Doch die Nähte machen den Eindruck, als ob sie wirklich für immer halten.

 

Preiswert?

Kommen wir jetzt zum unangenehmen Teil: dem Preis. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 499 € für die Cordura-Variante und satten 799 € für die Vollleder Variante ist die Freiburg von Oberwerth alles, nur sicherlich nicht günstig oder gar billig. Das  sind wahrlich stattliche Preise, doch die Frage ist für mich, ob die Tasche ihren Preis wert ist. Und diese Frage, ob die Tasche preiswert ist, kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Ich sehe das so: Die Uhrzeit zeigt auch das Handy an. Doch eine hochwertige Armbanduhr kauft man sich auch, um sie das ganze Leben zu behalten. Und so ist es auch mit einer Oberwerth Tasche. Die Taschen sind so gut verarbeitet, dass man zumindest die Chance hat, sie fast unbegrenzt zu nutzen. Und unter diesem Aspekt kann der Preis schon in Ordnung sein.

 

Photoshop & Farbmanagement – der Weg zu besseren Bildern

Ich freue mich sehr, im kommenden März den Workshop "Photoshop & Farbmanagement – der Weg zu besseren Bildern" von Alexander Heinrichs unterstützen zu können.

Worum geht es?

Die Arbeit eines Fotografen hört nicht beim Druck auf den Auslöser auf. Der digitale Workflow in der Bearbeitung ist entscheidend für die finale Bildqualität.

Folgende Punkte werden dabei intensiv besprochen:Photoshop und Farbmanagement

  • Welche Einstellungen mache ich an der Kamera?
  • Welchen Monitor brauche ich?
  • Farbmanagement: Wie kalibriere ich meinen Monitor richtig?
  • Optimierung der RAW-Bilder in Lightroom
  • Alexander Heinrichs zeigt seinen kompletten Workflow der Bildbearbeitung in Photoshop für Landschaft, Architektur und People, incl. seiner kompletten Beautyretusche
  • Vorbereitung der Aufnahmen für den Druck
  • Druck der Bilder, Einfluss der Papierart auf das Druckergebnis

 

Ihr bekommt also von der Einstellung der Kamera bis hin zum Druck alle Informationen, die ihr braucht, um ein perfektes Bildergebnis zu erzielen.

Ich bin dabei, um den Teilnehmern ihre Fragen zum Thema Monitortechnik, Kalibrierung und Farbmanagement zu beantworten.

Tecco Deutschland stellt jedem Teilnehmer ein umfangreiches Musterpaket in DinA4 zur Verfügung, so dass jeder Teilnehmer Zuhause seine eigenen Bilder auch (dann hoffentlich in den richtigen Farben) ausdrucken kann (Wert 60,00€).

Ein Skript zum Thema Photoshop mit allen besprochenen Themen, wie Beautyretusche, S/W-Konvertierung, Schärfen oder Farblooks uvm. runden den Workshop ab.

Ein Laptop wird nicht benötigt, ich arbeite live per Beamer, so dass ihr die Schritte nachvollziehen könnt.

Termin

Datum: 12.03.2016

Ort: ah-Studios, Würzburger Str. 164, Aschaffenburg

Zeit: 10:00 - 16.00 Uhr

Kosten: 129,00 €

Foto-Convention »fit for future« 2016 in Zingst

Convention

Vom 18.-­19.03.2016 findet in Zingst schon zum dritten Mal  die Foto-Convention »fit for future« statt. Das Festival »fit for future« richtet sich vor allem an Young-Professionals aus dem Bereich Fotografie. Das Programm der Foto-Convention wird getragen von den »Speakers« – ausgewählte Persönlichkeiten, die in ihrem Bereich herausragende Leistungen erbracht, bespielhafte Erfolge erzielt haben und/oder den fachlich herausragenden Durchblick haben, um Aspekte der Zukunft des Mediums Fotografie beschreiben zu können. Die Foto-Convention »fit for future« schafft Durchblick, wirkt einzigartig inspirierend und schafft kollegiale Kontakte und macht zudem auch noch Riesenspaß. Ich werde mit zwei ON-TOP-Trainings in Zingst sein:

ON-TOP Training: Fine Art Printing & Colormanagement

Der Einfluss von Farbprofilen, Color Management und welche Druckgrößen mit welcher Auflösung möglich und sinnvoll sind - Warum weicht das ausgedruckte Bild stark von der Darstellung meines Monitors ab?  Für den, der durch einen Fine-Art-Print das volle Potenzial seiner kreativen Arbeit sichtbar machen möchte, ist dieses Training genau das richtige. Zusammen mit dem Kollegen Andreas Stephan von Epson erkläre ich die Grundlagen für einen farbtreuen Workflow: Von der Aufnahme bis zum fertigen Bild.

Die Trainingsinhalte sind:

Einführung in das Thema Licht und Farbe |  Unterscheidung verschiedener Farbsysteme | Bedeutung der Farbtemperatur | Grundlagen des Farbmanagements | Kalibrierung eines Monitors, Druckeinstellungen in Photoshop | Hilfe zur Selbsthilfe bei ICC-Profil Fehlern | Die wichtigsten Einstellungen auf einen Blick

Das Programm:

SPEAKER: Tom Nagy
Thema: Fantastische Ideen – geniale Umsetzung

SPEAKER: Esther Haase
Thema: Zukunft mit dynamischer Kreativität

SPEAKER: Nicole und Ralf Obermann
Thema: Zukunft einer Geschäftsidee
powered by NIKON & Centralverband Deutscher Berufsfotografen

SPEAKER: Till Brönner
Thema: Jazz und Fotografie
powered by LEICA

 

SPEAKER: Thomas Kettner
Thema: Zukunftsprojekt als Network

SPEAKER: Natalia Luzenko & Peter Hytrek
Thema: Dem Nachwuchs eine Chance
powered by PIC-Verband

SPEAKER: Frank Stöckel, Bernd Opitz, Konrad Schmidt
Thema: Kritischer Blick auf die Ausbildungswege
powered by ADOBE

SPEAKER: Uta Maxin
Thema: Zukunft der Printmedien
powered by GEO

Im Paket sind weiter kostenlos enthalten:

OnTopTraining

Sehen, Erkennen und theoretische Kenntnisse anhäufen ist eine Sache. Die praktische Anwendung ist bekannterweise eine ganz andere Dimension. Die Foto-Convention »fit for future« bietet deshalb im Rahmenprogramm die ON-TOP Trainings. Kenner und Könner lassen sich dabei nicht nur über die Schulter schauen, sondern begleiten praktische Übungen mit der Erfolgsgarantie zur direkten persönlichen Anwendung.

Fotomarkt

Hier geht es nicht um Spielzeug, hier wird über Werkzeug geprochen und bei Touch-and-Try-Sessions die Anwendung demonstriert. Wichtige Marken aus dem gesamten Fotomarkt stellen sich professionellen Fragestellungen. Ausgewiesene Experten geben Antworten, die Klarheiten schaffen. So nah kommt sonst niemand an die Wahrheit heran.

 Get_together

Mit erfolgreichen Professionals der Fotoszene an einem Tisch sitzen, die eigenen fotografischen Leistungen präsentieren und im direkten Gespräch Erkenntnisse für die weitere Arbeit sammeln. Wer will, der kann an den »Profi-Tables« die versammelte Kompetenz in kollegialer Atmosphäre herausfordern. Besser warden, durch konstruktive Kritik. Nur Mut, auch hier öffnen sich Türen in Richtung Zukunft.

Get_together

Zingst startet mit dem »Lichtertanz der Elemente« effektvoll in eine neue Saison! Nach der Laser-Licht-Show an der Seebrücke wird mit »Zingst live! – Die Musiknacht« gleich weitergefeiert.

 

Pakete + Preise

Foto-Convention Zingst »fit for future« 2016

•    Ticket für 2-tägiges Bühnenprogramm mit Profis - Vorträge zu aktuellen Foto‐Themen
•    Know-How in praktischen ON-TOP-TRAININGS
•    Fotomarkt – Touch and Try – die neueste Fototechnik live erleben
•    Live-­Events: Licht- und Lasershow am Zingster Strand – Lichtertanz der  Elemente
•    Get together mit den Profis

139,- €

 

Sonderpreis CONVENTION TICKET für Auszubildende und Studenten:

79,-­ €

 

Buchung und Informationen unter:  
Tel 03 82 32 – 16 51 10 | E-­‐Mail fotografie@zingst.de  | www.fotoconventionzingst.de

Foto-Convention Zingst »fit for future« 2016

Review: Slim Strap Kameragurt von Deadcamera

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Der Slim Strap von Deadcameras aus Portugal.
Der Slim Strap von Deadcameras aus Portugal.

 

Ich bin ja schon geraume Zeit Besitzer einer zweiten Fuji-X und war deshalb schon länger auf der Suche nach einem anständigen Schulterriemen. Bisher habe ich einen verstellbaren roten Kameragurt von Lance Camera Straps benutzt, der mir auch sehr gute Dienste geleistet hat. Doch für die zweite Kamera sollte es en Gurt aus Leder sein. Auf diversen Fotofestivals war ich schon auf die Gurte von Eddycam gestoßen und ich muss zugeben, dass sich das Leder wirklich einzigartig anfühlt und einen wirklich großartigen Eindruck macht. Jedoch sind mir auch die schmalsten Gurte noch zu breit und nehmen mir in der Fototasche zu viel Platz ein. Würde ich noch mit DSLRs fotografieren, hätte ich mittlerweile sicher einen Elchledergurt. Aber bei der leichten Fuji-Ausrüstung brauche ich keine großartige Polsterung. Nach eingehender Recherche bin ich auf die Gurte von Deadcameras Vintage & Leathers gestoßen. Die Gurte haben mir von Anfang an sehr gut gefallen und ich habe mich dann für den für "Slim Strap" entschieden.

Die Gurte von Deadcameras Vintage & Leather werden in Portugal handgefertigt. Man hat die Wahl zwischen drei verschiedenen Modellen, die sich in erster Linie in der Dicke und Beschaffenheit der Schuterpolsterung unterscheiden. Die Gurte werden in schwarzem und braunem Leder angeboten.

Der Slim Strap und besteht aus einem relativ dicken Lederriemen, der in der Mitte mit einer weiteren schmalen Lederschicht umnäht ist und so als minimale Polsterung dient. Das Polster kann verschoben werden, verschiebt sich aber nich ungewollt selbst.Der Gurt ist nicht längenverstellbar und mit kleinen Edelstahlringen  an der Kamera befestigt. Um ein Verkratzen der Kamera zu verhindern, werden drei runde Lederscheiben (eine als Reserve) mitgeliefert, die man über die Gurtösen der Kamera stülpt. An den Enden ist der Gurt sehr solide umgenäht und mit einem Leder-Endstück umfasst (so ähnlich wie das Schulterteil). Darauf sitzt an der Außenseite ein kleiner Knopf, den man in verschiedenen Farben bekommen kann. Für einen Preis von knapp 60 € kann man eine gute Verarbeitung erwarten und der Gurt enttäuscht auch hohe Erwartungen nicht. Er ist hervorragend verarbeitet und macht den Eindruck, als würde er ein Fotografenleben lang halten. Der Gurt ist ja wie erwähnt nicht längenverstellbar - jedoch ist er in drei unterschiedlichen Längen (105cm, 115cm und 125cm) erhältlich.

Daten:

Länge: 105cm, 115cm und 125cm

  • Schulterpolster: Länge ca. 35cm, Dicke ca. 1,3 cm
  • 2 x 16mm Edelstahlringe
  • 2 x Kameraschutz aus Leder
  • Gewicht: ca.65g
  • Preis: 59,80 € inkl. Versand

Fazit:

Ich bin mit dem Slim Strap sehr zufrieden. Der Kameragurt ist exzellent verarbeitet und erfüllt genau meine Erwartungen: er ist ausreichend gepolstert, edel und stabil. Er nimmt wenig Platz in der Fototasche ein und passt hervorragend zu Retrokameras wie meiner Fuji X-E2. Im Anbetracht der Qualität und Verarbeitung finde ich den Preis völlig angemessen.

Relaunch EIZO.de

Es ist vollbracht! Seit vielen Monaten hat ein großes Team mit Hochdruck am kompletten Relaunch der EIZO Homepage gearbeitet. Und seit heute ist die neue Website online.

Die neue Startseite: modern, übersichtlich und natürlich responsive.
Die neue Startseite: modern, übersichtlich und natürlich responsive.

 

Sämtliche Seiten wurden inhaltich überarbeitet und völlig neu zusammengestellt. Selbstverstänldlich ist die Website jetzt auch responsive. So bekommt ihr immer ein optimiertes Seiten-Layout. Egal, ob ihr die Seite mit einem PC, Tablet oder Smartphone besucht - die Seite wird automatisch passend für euer Endgerät dargestellt.

Inhaltlich bietet die neue Website bietet speziell für Fotografen eine riesige Informationsfülle, wovon ich euch hier gerne ein paar Highlights vorstellen möchte:

Einstieg für Hobby-Fotografen

Hobbyfotografen haben andere Bedürfnisse als Profis. Meist verdienen Sie mit ihren Fotos kein Geld und setzen andere Prioritäten als Profis.

Beratung für Hobby-Fotografen
Beratung für Hobby-Fotografen

 

Einstieg für Profi-Fotografen

Als Profi stellt man andere Anforderungen an sein Equipment. Schließlich muss man damit sein Geld verdienen und die Ausrüstung unterliegt einer anderen Beanspruchung.

Beratung für Profi-Fotografen
Beratung für Profi-Fotografen

Tests, Reviews und Auszeichnungen

Zu vielen Produkten gibt es zahlreiche Tests, Reviews und Auszeichnungen. Diese finden sich übersichtlich auf der Produktseite unter dem Reiter "Meinungen".

Tests, Reviews und Auszeichnungen
Tests, Reviews und Auszeichnungen

Referenzen

Besonders freue ich mich, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, die Kundenreferenzen optisch ansprechend mit schönen, großen Fotos zu präsentieren. Auf der alten Homepage waren die Möglichkeiten sehr eingeschränkt.

Referenz Guido Karp
Referenz Guido Karp

Farbmanagement & Kalibrierung

Zum Thema Farbmanagement & Kalibrierung findet ihr zahlreiche Informationen auf einer separaten Seite.

Viele hilfreiche Informationen zum Thema Farbmanagement & Kalibrierung
Viele hilfreiche Informationen zum Thema Farbmanagement & Kalibrierung

Monitor Know-how

Auch auf der allgemeinen Know-how- Seite zum Thema Monitore finden sich zahlreiche Hintergrundinformationen, die für Fotografen interessant sind. Wer kann tief ins Thema einsteigen will, findet hier auch zahlreiche Whitepaper.

Monitor Know-how
Monitor Know-how

Detailseiten

Eine große Informationsfülle bieten die Detailseiten zu den einzelnen Monitoren. Die einzelnen Funktionen werden jetzt noch anschaulicher mit Bildern illustriert und erklärt.

Die Monitor-Detailseiten bieten jetzt eine Fülle von Informationen.
Die Monitor-Detailseiten bieten jetzt eine Fülle von Informationen.

Lesetipp: Pictures 10/2015

In der aktuellen Ausgabe des Fotomagazins "Pictures" findet ihr gleich mehrere empfehlenswerte Themen, die mehr als nur einen flüchtigen Blick verdienen:

So findet Ihr findet im Heft eine Doppelseite zum Thema Farbmanagement. Darin wird im Detail beschrieben, was einen guten Grafikmonitor zur Bildbearbeitung ausmacht.

Pictures Oktoberausgabe - Farbmanagement: Der richtige Monitor für perfekte Farben
Pictures Oktoberausgabe - Farbmanagement: Der richtige Monitor für perfekte Farben

 

Außerdem findet ihr einen langen Artikel zur neuen Kamera meines derzeitig bevorzugten Kameraherstellers Fujifilm, der X-T10. Ich selbst bevorzuge zwar Kameras im Messsucherdesign, aber sämtliche Rezensenten sind sich einig, dass die X-T10 eine wirklich hervorragende, kleine Kamera ist.

Und auch der Artikel zum Thema Timelaps-Fotografie klingt vielversprechend. Doch schaut selbst und macht euch selbst ein Bild:

Review Oberwerth München

Mein ständiger Begleiter in Südfrankreichen: die "München" von Oberwerth.
Mein ständiger Begleiter in Südfrankreichen: die "München" von Oberwerth.

Ich war auf der Suche nach einer Fototasche, die einerseits genug Platz für meine Alltagsfotoausrüstung bietet und in der ich gleichzeitig noch ein Notebook unterbringen kann. Da mir auf den Fotofestivals, die ich in den letzten Monaten besucht habe, immer wieder die edlen Fototaschen der Marke Oberwerth aufgefallen sind, habe ich die Gelegenheit genutzt und zwei Testtaschen mit in Urlaub genommen. In Südfrankreich hatte ich ausgiebig Zeit, mir die Taschen genau anzuschauen und eingehend im Alltag zu testen. Heute möchte ich meine Erfahrungen mit der "München" -  der größten Tasche im Oberwerth-Sortiment - mit euch teilen.

Es sollte also eine mittelgroße Fototasche sein, die genug Platz für Fujifilm X-E2, drei Zooms und zwei Festbrennweiten  bietet und in die zusätzlich noch ein 13"-Notebook (wahlweise mein privates Macbook oder mein dienstliches Thinkpad T440) passt.  Die Tasche soll praktisch und alltagstauglich und gleichzeitig so schick sein, dass ich sie sowohl im Alltag als auch bei einer Hochzeit oder einem Kundentermin einsetzen kann. Ich bin mit meiner Thinktank Retrospective 7 in schwarz sehr zufrieden, doch leider passt keine Notebook hinein, und nach intensiver Benutzung sieht die Tasche auch nicht mehr ganz taufrisch aus.

Oberwerth - Edeltaschen aus Deutschland:

Oberwerth LogoOberwerth ist eine kleine Taschenmanufaktur aus Koblenz. Die Taschen werden in Handarbeit aus sehr hochwertigen Materialien in Deutschland gefertigt. Einen schönen Einblick in die Fertigung bekommt man auf der Homepage. Hochwertige Materialien, Handarbeit und Fertigung in Deutschland - all das sind große Kostenfaktoren, die sich natürlich auch spürbar im Preis niederschlagen. Doch dazu später mehr.

Die "München" - die Konzeption:

Eine klassische Schultertasche, die nicht auf den ersten Blick als Fototasche zu erkennen ist: die Oberwerth "München".
Eine klassische Schultertasche, die nicht auf den ersten Blick als Fototasche zu erkennen ist: die Oberwerth "München".

Die München ist eine klassische Schultertasche, die von der Form an klassische Leder-Aktentasche bzw. Tornister erinnert. Auf den ersten Blick ist sie nicht als Fototasche zu erkennen, was ich persönlich immer für einen Vorteil halte. Die Tasche an sich besteht aus einem Materialmix aus Cordura und Leder. Anders als die meisten anderen Fototaschen ist die Fotopolsterung bzw. die Fütterung nicht fest mit der Tasche verbunden, sondern lässt sich vollständig herausnehmen. So entsteht eine ganz normale Aktentasche. Auch das "Innenleben" lässt sich unabhängig von der Tasche nutzen - etwa in einer noch größeren Tasche oder einem Rucksack, da es über einen Deckel mit Klettverschluss verfügt. Die Einsatzmöglichkeiten der Komponenten erweitern sich also spürbar.

Die "München" von außen:

Die Tasche besteht größtenteils aus Cordura. Der Deckel, der Boden, der Griff, das Schulterpolster und zahlreiche Applikationen bestehen aus Rindleder. Ich habe die Tasche in der Farbvariante Cordura/Rindleder hellbraun gestestet. Daneben gibt es die Tasche noch in Farbvarianten mit dunkelbraunen Rindleder und schwarzem oder oliv-farbenen Cordura und in einer komplett schwarzen Variante.

Ein Highlight der Tasche sind für mich die Verschlüsse. Anders als viele vergleichbare Fototaschen, die meist mit Magnetverschlüssen verschlossen werden, nutzt Oberwerth die großartigen LOXX-Verschlüsse. Diese werden genau wie die Taschen selbst von einer kleinen, deutschen Firma gefertigt. Genaue Infos dazu hat mein lieber Freund Jörg Langer auf seiner Seite Taschenfreak zusammengetragen. Die LOXX-Verschlüsse lassen sich spielend leicht schließen und halten absolut sicher, bis man sie mit einer leichten Zugbewegung wieder öffnet. Es ist nur ein Detail, aber in meinen Augen unterscheiden genau diese Detaillösungen gute Produkte von sehr guten.

Zwar sind auf der Herstellerseite auch Fotos zu sehen, auf denen die Tasche mit einer DSLR beladen ist - in meinen Augen ist die Tasche aber mustergültig für die Verwendung mit Systemkameras konzipiert. Während sich DSLR nur schwer mit angesetzten Objektiv verstauen lassen, finden Systemkameras wie meine Fujifilm X-E2 mit sämtlichen Objektiven Platz. Der Deckel aus Leder verfügt über einen Ledergriff, welchen ich nicht missen wollen würde. Ich bin ein Fan von Handgriffen, die es mir ermöglichen, die Tasche schnell und sicher in meinem Auto (z.B. hinter dem Sitz) verstauen zu können, ohne erst den Schultergurt zurecht wickeln zu müssen. Auf der Rückseite findet ich ein ungepolstertes Reißverschlussfach. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man eine Schlaufe, mit der sich die Tasche am Bügel eines Trolleys befestigen lässt. Bei Nichtbenutzung ist die Schlaufe nahezu unsichtbar an die Tasche geklettet. Der Schultergurt ist fest mit der Tasche verbunden und verfügt über eine weiteres seltenes Detail: In den mit Leder verstärkten Corduragurt ist ein unsichtbarer Schnittschutz eingelassen, der es Dieben nahezu unmöglich machen dürfte, die Tasche mit einem schnellen Schnitt von ihrem Besitzer zu lösen und mit dem wertvollen Inhalt das Weite zu suchen. Der Schultergurt ist längenverstellbar und ein verschiebbares Schulterpolster erhöht den Tragekomfort. Der Schultergurt ist nicht abnehmbar und bombensicher mit der Tasche vernäht und zusätzlich vernietet. Anfangs ist der Schultergurt relativ steif, durch die Benutzung wird er allerdings geschmeidiger. Der Boden besteht ebenfalls aus Leder. Zwar sieht der belederte Boden sehr schön und schlicht aus, aber ich würde mir hier passende Chrom-Knöpfe wünschen, die das Leder z.B. gegen Feuchtigkeit und Beschädigungen schützen.

Stichwort Leder: Leder ist ein Naturstoff und jedes Stück Leder ist etwas anders. Außerdem sieht man Leder seine Benutzung an. Das heißt, dass eine Ledertasche mit der Zeit eine gewisse Patina entwickelt. Aber das genau macht für mich auch den Reiz von Leder aus - es bekommt Charakter.

Auf der Vorderseite der Tasche sind zwei Fronttaschen angebracht. Diese sind relativ tief und bieten deutlich mehr Platz für Zubehör, als ich auf den ersten Blick erwartet habe.

Das Innenleben:

Die Außentasche und die Innentasche der Oberwerth München.
Die Außentasche und die Innentasche der Oberwerth München.

Wie bereits erwähnt, lässt sich das "Innenleben" der "München" herausnehmen. Tut man das, kommt an der inneren Rückseite der Tasche eine Reißverschlusstasche und ein Handyfach zum Vorschein, welches genug Platz z.B. für ein iPhone 6 bietet. Fest mit der Außentasche sind zwei Lederklappen verbunden, welche dafür sorgen, dass die Tasche fest verschlossen ist und nichts seitlich aus dem Deckel rutschen kann. Möchte man diese Klappen nicht nutzen, lassen sich diese zwischen Außenhaut und dem inneren Fotofach verstauen. Das Fotofach ist an der Vorderseite der Tasche mit einem Klettstreifen fixiert.

Das gepolsterte Fotofach besteht ebenfalls aus Cordura und hat die gleiche Farbe wie die Außentasche. Allerdings ist das Material erheblich feiner. Das Innenfach verfügt über einen eigenen Deckel, der mit zwei Klettstreifen verschlossen werden kann. Möchte man diesen zusätzlichen Deckel nicht nutzen, lässt er sich genau wie die beiden Lederklappen zwischen Außentasche und Fotofach verstauen. Im Deckel finden sich zwei kleine Fächer aus Leder, in denen man CF- oder SD-Karten verstauen kann. Im Innern des Fotofachs finden sich zwei gepolsterte Stoffteiler, die jeweils mit doppelten Klettflächen im Fotofach befestigt werden und über einen Klappdeckel verfügen. Hier würde ich mir bei so einer großen Tasche noch zusätzliche Polster wünschen - da bin ich von Thinktank verwöhnt.

Und wo kommt jetzt das Notebook hin?

Das Notebook wird einfach zwischen die Außentasche und das Innenleben geschoben. Wer einen zusätzlichen Schutz will, kann sich bei Oberwerth noch ein passendes Notebooksleeve für 89 € ordern, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass das Notebook nicht ausreichend geschützt ist. Die Außentasche ist groß genug, dass auch bei voll beladenem Fotofach noch genug Platz für mein nicht gerade dünnes Thinkpad bleibt.

Zubehör:

Neben dem Notebooksleeve bietet Oberwerth zusätzliche Einteilungs-Pads an. Außerdem gibt es noch Kameragurte für DSLR und Systemkameras aus Leder. Auch das Innenleben lässt sich separat nachkaufen.

Die Sache mit dem Preis:

Für 599,00 € UVP ist die München sicher kein Schnäppchen - ganz im Gegenteil. Ob die Tasche preiswert ist,  also ihren Preis wert, liegt immer im Auge des Betrachters bzw. Kunden. Für den Preis bekommt man eine absolut hochwertig verarbeitete Fototasche, die in Deutschland aus ausgesuchten Materialien, in Handarbeit und in kleinen Stückzahlen hergestellt wurde. Oberwerth zielt mit seinen Produkten sicherlich auf das Luxus- bzw. Edel-Segment und findet sicher einen Teil seiner Kundschaft unter der Leica-Klientel. Doch auch eine Leica macht bekannter Weise nur Fotos, mit einem edlen Mont-Blanc-Füller kann auch man nur schreiben und auch ein Porsche bringt einen nur von A nach B. Dennoch finden sich immer wieder Kunden, die bereit sind für das gewisse Extra tiefer in die Tasche zu greifen.

Fazit:

Die "München" von Oberwerth ist eine für meinen Geschmack sehr schöne, edle und hochwertig verarbeitete Fototasche mit vielen cleveren Detaillösungen, die man durch die modulare Bauweise sehr flexibel nutzen kann. Mit dieser Tasche wird man sicher lange Freude haben. Je mehr man sie nutzt, desto mehr Patina und Charakter bekommt sie. Wer für seine edle Sucher- oder Systemkamera-Ausrüstung eine hochwertige Schultertasche sucht, sollte sich die "München" einmal näher ansehen.

Ausrüstungstests: Was ich mir vorgenommen habe…

Ich war ja nicht nur zum Tauchen und Entspannen in Urlaub gefahren -  ich wollte mir ja auch mal wieder Zeit zum Fotografieren nehmen. In den vergangenen Monaten ist meine Fotoausrüstung wieder um einiges gewachsen und ich wollte meine Beute endlich einmal unter Realbedingungen ausprobieren. Zusätzlich habe ich ein paar neue Filter und Fototaschen zum Testen mitgenommen.

Neue Fotoausrüstung

AusrüstungVor ein Paar Monaten suchte ich zu meiner silbernen Fujifilm X-E1 ein zweites Gehäuse und konnte ich von Martin Hülle - einem von mir sehr geschätzten Outdoorfotografen aus Wuppertal - dessen Arbeit ich schon seit mehreren Jahren intensiv verfolge, eine sehr gut erhaltene schwarze Fujifilm X-E2 erstehen. Dazu habe ich mir die beiden Festbrennweiten Fujifilm 35 1:1,4 R und Fujifilm 18 1:2 R geleistet. Beide Objektive sind ein haptischer Genuss, aber ich wollte natürlich wissen, wie sie sich optisch schlagen. Außerdem war mir vor einiger Zeit noch der Nissin i40-Blitz zugelaufen und ich hatte noch keine Gelegenheit ihn ausgiebig zu testen. Meine Erfahrungen werde ich in den kommenden Wochen schildern.

Filter

Nachdem ich einsehen musste, dass meine teuren 77mm-Filter einfach nichtmehr auftauchen werden, hatte ich mir neue ND-Filter und einen neuen Polfilter vom chinesischen Filterhersteller Haida gekauft. Eher aus Neugier als aus einer ernsthaften Erwartungshaltung heraus habe ich mir bei ebay ein Billig-Filterhalter-Set mit ND- und Verlaufsfiltern gekauft. Ich wollte einfach wissen, was man für einen Spottpreis von nicht einmal 20 € für Filter bekommt. Da ich noch nicht bereit war, für ordentliche Verlaufsfilter richtig tief in die Tasche zu greifen und mir Filter z.B. von Lensinghouse zu kaufen, habe ich zusätzlich eine mittelpreisige Alternative getestet und mir zwei Verlaufsfilter von 84,5mm Camera Filters gekauft. Im Urlaub sind die Filter nun zum ersten Mal richtig zum Einsatz kommen und ich bin zu unerwarteten Ergebnissen gekommen. Mehr dazu in Kürze.

Haida Schraubfilter - Edelfilter aus China
Haida Schraubfilter - Edelfilter aus China
ND-Filter im Einsatz
Endlich am Meer. Hier konnten die ND-Filter zeigen, was sie drauf haben.

Fototaschen von Oberwerth

Auf den zahlreichen Fotofestivals, die ich dieses Jahr schon besucht habe, ist mir immer wieder der Taschenhersteller Oberwerth aufgefallen. Die Taschen werde in Handarbeit in Deutschland hergestellt - das verspricht Qualität, schlägt sich aber auch in einem hohen Preis nieder. Und da die Oberwerth-Taschen speziell für die Maße von Messsucher- bzw. Systemkameras zugeschnitten sind, habe ich unsere Reise genutzt, um die Luxustaschen "München" und "Garmisch" einmal auf Herz und Nieren zu testen. Ein Blogbeitrag zu meinen Erfahrungen wird folgen.

Oberwerth Fototasche "Garmisch"
Die Oberwerth "Garmisch" passt von der Größe perfekt zu meiner Fuji X-E1.

Wenn einer eine Reise tut…

...dann kann er was erleben. Unter diesem Motto schien unser diesjähriger Urlaub zu stehen. Einige von euch werden sich vielleicht gefragt haben, warum es hier in den vergangenen zwei Wochen so ruhig war. Nun, das liegt ganz einfach daran, dass ich mir eine Auszeit gegönnt habe und mit Frau und Hund nach Mallorca aufgebrochen bin. Zwei Wochen Gammeln, Tauchen und Knipsen. Doch dann kam alles anders.

Seit einem knappen Jahr gehört der Shih-Tzu-Rüde "Charlie" zu unserer Familie. Der Arme ist völlig verwahrlost, mitten im Winter am Tierheim Dormagen ausgesetzt worden. Und wie das in solchen Fällen so ist, wissen wir nichts über seine Vergangenheit. Was wir aber wissen ist, dass er große Angst vor engen Räumen hat. Wir wollten wie in den Vergangenen Jahren Urlaub auf Mallorca machen, aber es kam für uns nicht in Frage, dass Charlie im Gepäckraum des Flugzeugs nach Mallorca reist. Die drei Stunden Panik wollten wir ihm nicht antun. Stattdessen wollte wir im Auto fahren und die Fähre nehmen. Wir haben extra eine Kabine gebucht und dachten, so würden wir dem Hund eine erträgliche Reise ermöglichen. Am Tag vor dem Ablegen der Fähre - wir waren inzwischen schon in Montpellier - haben wir noch einmal genauer gegoogelt und mussten dabei feststellen, dass Hunde auf der Fähre offenbar die komplette Zeit der Überfahrt (also über sieben Stunden) in Zwingern eingesperrt bleiben. Toll! Wir hatten also für den vielfachen Preis eines Fluges drei Stunden Angst gegen sieben Stunden Angst eingetauscht. Leider war es nicht möglich gewesen, die Fährüberfahrt stornierbar zu buchen. Wir haben uns also entschieden, die bereits voll bezahlte und nicht stornierbare Fähre sausen zu lassen und unserem Hund zuliebe nicht nach Mallorca zu fahren.

Charlie am Strand
Ich glaube, Charlie hat es am Strand gefallen.
Kleine Abkühlung vor historischer Kulisse... natürlich immer in größten Matsch.
Kleine Abkühlung vor historischer Kulisse... natürlich immer in größten Matsch.

Also kein Mallorca… und nun?

Tauchboot von Divin' Giens
Ein ehemaliger bretonischer Fischkutter dient bei Divin' Giens als Tauchboot.

Nachdem der erste Frust überwunden war, haben wir uns nach einer Alternative auf dem Festland umgeschaut. Denn wenn wir schon über 1.000 km gefahren sind, wollen wir ja nicht unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren. Und da ich ja auch tauchen wollte und wusste, dass der Hessische Tauchsportverband seine Tauchlehrerprüfungen immer an der Côte d’Azur macht, sind wir kurzentschlossen nach Hyères gefahren. Dort habe ich bei Divin' Giens, bei der Basis von VDST TL*** Hansi Hähner, eingecheckt. Auf der Anfahrt haben wir dann noch über airbnb eine Ferienwohnung gebucht. Wie sich herausgestellt hat, war unser Vermieter kein geringerer als Stéphane Mifsud, der amtierende Weltrekordhalter im Zeittauchen. Wenn das kein netter Zufall war. Stéphane war 2009 in der Lage, für sagenhafte 11 Minuten und 35 Sekunden die Luft anzuhalten. Ein Rekord der bis heute nicht geschlagen worden ist. Ich bin schon schwer stolz, wenn ich die drei Minuten knacke! Mit Flossen hat er es schon auf 213 Meter gebracht. Auch hier komme ich mir mit meinen maximal 75 Metern relativ ärmlich vor.

Nachdem nun die Voraussetzungen geschaffen waren, uns auf dem Festland zu entspannen, konnte ein wirklich schöner Urlaub losgehen. Ich habe bei Hansi viele schöne Tauchgänge gemacht und z.B. das Wrack der "Le Grec", die eigentlich "Le Sagona" heißt, betaucht und die zahllosen, großen Zackenbarsche im Nationalpark um Port-Cros aus nächster Nähe bewundern dürfen.

Aber ich wollte ja auch mal wieder fotografieren und hatte mir ein paar Aufgaben gesetzt. Was das war, erfahrt ihr im nächsten Posting. Hier aber schon einmal ein kleiner Vorgeschmack, was dabei herausgekommen ist:

Pont du Gard
Pont du Gard in der Dämmerung

Hardware- vs. Softwarekalibrierung

Monitor
Hardwarekalibrierbarer Grafikmonitor mit Kalibrierungssensor

Immer wieder werde ich gefragt, wo denn der Unterschied zwischen einer Hardware- und einer Softwarekalibrierung liegt. Durch die vermeintlich weiterhelfende Benennung geistern viele falsche Erklärungsmuster durch die Fotogemeinde. Die Krux bei der Geschichte: Sowohl für eine Hardware- als auch für eine Softwarekalibrierung braucht man eine Kalibrierungssoftware und eine Hardware in Form eines Kalibrierungssensors. Wo aber liegt dann der Unterschied?

Grundproblem

Nun, zunächst einmal muss man das Grundproblem erkennen. Die Befehlskette sieht folgendermaßen aus: Der Computer sendet Signale über die Grafikkarte an den Monitor. Der Monitor mischt aus den Signalen der Grafikkarte in einem additiven Farbmischsystem Farben zusammen.

Weiße Farbe auf Subpixelebene
Weiße Farbe auf Subpixelebene

Jeder Pixel besteht aus drei Subpixeln in den Farben Rot, Grün und Blau. Das Helligkeitsverhältnis dieser drei Subpixel bestimmt die Farbe des Gesamtpixels. Und genau in diesem Übersetzungsprozess des Grafikkartensignals in eine ganz bestimmte Helligkeitsverteilung liegt die Fehlerquelle. Die meisten Monitore zeigen nämlich nicht exakt den Farbton an, den der Computer gemeint hat. Für den Fotografen wirkt sich das so aus, dass sein Foto verfälscht auf dem Monitor dargestellt wird. Die nun folgende Bildbearbeitung korrigiert ein verfälschtes Bild und wenn die Bilddatei hinterher mit einem anderen Medium wiedergegeben wird, sieht es anders aus, als der Fotograf sich das vorgestellt hat. Das Problem ist also, dass der Computer nur weiß, welche Farben angezeigt werden sollen - nicht aber, welche Farben tatsächlich dargestellt werden. Die Lösung liegt im ersten Schritt darin, zu überprüfen, welche Farben vom Monitor tatsächlich dargestellt werden.

Kalibrierungssensor

Kalibrierungssensor
Kalibrierungssensor

Um zu überprüfen, wie der Monitor die Signale vom Computer darstellt braucht es einen Rückkanal, mit dem die tatsächliche Darstellung erfasst werden kann. Dazu wird ein Kalibrierungssensor - auch Kalibrierungsgerät genannt - verwendet. Diesen schließt man per USB an den Computer an und misst mithilfe einer Kalibrierungssoftware, welche Farben der Monitor tatsächlich anzeigt, wenn er ein bestimmtes Farbsignal erhält. Die Kalibrierungssoftware ist nun in der Lage, die angestrebte Farbe mit der dargestellten Farbe zu vergleichen. In den allermeisten Fällen wird es hier zu mehr oder weniger großen Abweichungen kommen. Im nächsten Schritt wird die Software nun versuchen, diese Abweichungen zu korrigieren. Und kommen wir endlich zu dem Punkt, um den es ja eigentlich gehen soll: Abhängig davon, ob die Korrektur der Monitordarstellung von der Grafikkarte oder im Monitor selbst vorgenommen wird, spricht man von einer Hardware- oder Softwarekalibrierung

Hardwarekalibrierung

Hardwarekalibrierung mit dem eingebauten Messsensor.
Hardwarekalibrierung mit dem eingebauten Messsensor.

Bei der Hardwarekalibrierung kann die Kalibrierungssoftware direkt Einfluss auf die Monitoreinstellungen nehmen. So werden unter anderem Helligkeit, Weißpunkt und Gammawert im Monitor korrigiert. Nötige Änderungen werden direkt in die LUT (Lookup-Table) des Monitors geschrieben. Nach der Kalibrierung zeigt der Monitor also exakt die Farben an, die vom Computer vorgegeben werden. Das Signal aus der Grafikkarte wird 1:1 übernommen und wird nicht "verbogen".

Softwarekalibrierung

Bei der Softwarekalibrierung werden die zu einer korrekten Bilddarstellung nötigen Korrekturen in der Grafikkarte vorgenommen. Dazu erstellt die Kalibrierungssoftware ein Korrekturprofil. Renommierte Hersteller von Softwarekalibrierungslösungen sind datacolor und xRite. Jetzt könnte man an dieser Stelle zu der Meinung kommen, dass es doch reichlich egal ist, wo die Korrekturen vorgenommen werden. Hauptsache die Bilddarstellung ist hinterher korrekt. Doch leider ist eine Softwarekalibrierung mit Qualitätseinbußen verbunden, weshalb es eben doch nicht egal ist, an welcher Stelle korrigierend in das Farbmanagement eingegriffen wird.

Nachteile Softwarekalibrierung

Auch um den Nachteilen der Softwärekalibrierung auf die Spur zu kommen, müssen wir noch einmal zu den Grundlagen zurückkehren: Wie oben geschrieben, wird die Farbe jedes einzelnen Pixels durch die Helligkeit je eines roten, eines grünen und eines blauen Subpixel bestimmt.

Im 8 bit-Modus kann jede der drei Primärfarben in 256 Helligkeitsabstufungen dargestellt werden. Daraus ergeben sich insgesamt 16 Millionen unterschiedlicher Farben. Das klingt auf den ersten Blick nach sehr viel - allerdings stößt diese Farbtiefe nicht selten an ihre Grenzen. Das ist auch ein Grund, warum RAW-Dateien in den 16-bit Farbmodus konvertiert werden sollten. Und an diese Grenze kommt man nach einer Softwarekalibrierung noch schneller. Denn jede Korrektur bei der Softwarekalibrierung vermindert die Bandbreite der darstellbaren Primärfarben.

Simulation (übertrieben) eines Tonwertabrisses
Simulation (übertrieben) eines Tonwertabrisses

 

Beispiel:

Bei der Messung kommt heraus, dass der Rotkanal um den Wert 20 korrigiert werden muss. Das bedeutet: Standen ohne Softwarekalibrierung noch 255 unterschiedliche Helligkeiten des Rotkanals zur Verfügung, stehen nach der Softwarekalibrierung nur noch 235 unterschiedliche Farbabstufungen zur Verfügung um die gewünschte Farbe darzustellen. Da der 8-bit Farbraum aber ohnehin schnell an seine Grenzen kommt, kommt es beim weiteren Verlust von Farbtiefe durch die Softwarekalibrierung zu Tonwertabrissen. Diese machen sich durch einen stufenweisen Farb- oder Helligkeitsverlauf bemerkbar. Das kommt daher, da in Ermangelung einer feineren Differenzierung benachbarte Helligkeits- oder Farbwerte zu einem einzigen Wert zusammengefasst werden. Dieser Effekt ist besonders in homogenen Farbverläufen zu erkennen.

Ein weiterer Aspekt einer Softwarekalibrierung ist, dass ein Monitor, der vor der Softwarekalibrierung nahezu den kompletten sRGB-Farbraum abgedeckt hat, nach der Softwarekalibrierung (abhängig von der Stärke des Korrekturbedarfs) nur noch einen spürbar geringeren Teil des sRGB-Farbraums abdeckt. Der Monitor gibt das Bild also fortan zwar präziser bzw. korrekter wider. Dieser Vorteil wird aber durch eine verminderte Farbtiefe und die damit verbundenen Abbildungsfehler "erkauft". Bei einer Hardwarekalibrierung gibt es diese Nachteile nicht.

Fazit

Deshalb lautet meine Empfehlung für jeden, der in einem kalibrierten, farbverbindlichen Workflow arbeiten will: Kauft euch einen anständigen, hardwarekalibrierbaren Grafikmonitor. Die kosten nicht mehr die Welt und sind für den Preis einer mittleren Festbrennweite zu haben. Und nur ein anständiger, kalibrierter Monitor ermöglicht, dass ihr schon am Bildschirm seht, wie eure Bilder hinterher im Ausdruck, auf Leinwand oder als Ausbelichtung aussieht.

Wenn ihr keinen hardwarekalibrierbaren Monitor habt und ihr bisher keine Abweichungen zwischen der Monitordarstellung und dem Ausdruck o.ä. festgestellt habt, solltet ihr meiner Meinung nach die Finger von einer Softwarekalibrierung lassen.

Wenn ihr Unterschiede zwischen Monitordarstellung und dem Ausgabemedium bemerkt, ist in der Regel eine Softwarekalibrierung gegenüber einem unkalibrierten System das kleinere Übel. Denn die Tonwertabrisse sind ja zum Glück nur auf dem Monitor vorhanden und nicht in der Datei, die ihr weiterverarbeitet.

Vortrag Monitorkalibrierung und Farbmanagement

Back to the roots!

Logo FGO-Dinslaken

Oder: Der Täter kehrt immer wieder an den Tatort zurück. In meiner Sturm- und Drangzeit als junger Fotobegeisterter bin ich Mitglied in der 1. Fotogemeinschaft Objektiv Dinslaken geworden. Ich habe dort viele andere "Fotofreaks" kennen gelernt und konnte mir den einen oider anderen Kniff abgucken. Das ist jetzt fast schon 20 Jahre her. Durch meinen Umzug nach Köln wurden meine Besuche dort irgendwann immer seltener. Ich habe mich mit dem Verein und seinem langjährigen Vorsitzenden Axel Wolff - dem Fotohändler meines Vertrauens - aber immer sehr verbunden gefühlt. Umso mehr freue ich mich, dass ich am 1. Oktober mit einem Vortrag zum Thema "Monitorkalibrierung und Farbmanagement" in Dinslaken zu Gast sein werde. Ich bin sehr gespannt, wie der Club sich in den letzten Jahren verändert hat und freue mich schon sehr, einige alte Bekannte wiederzusehen.

Worum wird es gehen?

Jeder kennt das Problem... man bearbeitet seine Bilder am Bildschirm, bis sie genau so aussehen, wie man sie haben will. Und unabhängig davon, wie man sie dann weiterverarbeitet - sehen die Ergebnisse nicht so aus, wie man sich das vorgestellt hat bzw. wie die Bilder am Bildschirm ausgesehen haben.

So weit so schlecht. Doch was tun? Die Meisten gehen jetzt hin und versuchen, das Bild am Monitor so "falsch" zu bearbeiten und es erneut auszudrucken etc., bis das Ergebnis mit der Erwartung übereinstimmt. Das mag gelegentlich zum erwünschten Ergebnis führen, aber kann ja nicht der richtige Weg zum Ergebnis sein und ist nebenbei kostenintensiv und frustrierend. In meinem Vortrag erkläre ich die Grundlagen für einen farbtreuen Workflow von der Aufnahme bis zum fertigen Bild. Dazu gehörten Kameraeinstellungen, Einstellungen bei der RAW-Konvertierung,  Anforderungen an den Monitor sowie Einstellungen in der Computersoftware.

Das Ziel ist eigentlich jedem klar: Man will das, was man am Monitor gesehen hat, auch hinterher in Händen halten. Und den Weg dorthin erkläre ich in meinem Vortrag.

Grafikmonitor zum Anfassen

ColorEdge CS270Wer bei Fotografie und Bildbearbeitung hohe Ansprüche hat, kommt um folgende Einsicht nicht herum: er braucht neben einer guten Fotoausrüstung auch einen entsprechend guten Monitor.

Früher waren entsprechende Monitore aus preislichen Gründen vorwiegend auf den Schreibtischen von Profis zu finden. Seit einigen Monaten gibt es mit der ColorEdge CS-Serie von EIZO auch für Hobbyfotografen bezahlbare Grafikmonitore, die nicht mehr kosten, als eine ordentliche Festbrennweite.

Zur letzten Photokina hat EIZO mit dem ColorEdge CS240 einen sehr erfolgreichen 24-Zoll-Grafik-Monitor, der speziell für die Bedürfnisse engagierter Hobby-Fotografen zugeschnitten ist, auf den Markt gebracht. Dieses Modell wird jetzt durch das brandneue 27-Zoll-Modell ColorEdge CS270 ergänzt. Der CS270 bietet eine Auflösung von 2.360 x 1.440 Punkten, und deckt mit über 99 % fast den gesamten Adobe-RGB-Farbraum ab. Gegenüber dem sRGB-Farbraum erhält AdobeRGB deutlich mehr Farben bei den gesättigten Blau- und Grüntönen.

Ich werde beide CS-Modelle dabei haben und die Mitglieder der FGO-Dinslaken haben so die Möglichkeit, sich mit eigenen Augen von den Vorteilen eines hardwarekalibrierbaren Grafik-Monitors überzeugen zu können. Natürlich werde ich auch zeigen, wie man so einen Monitor kalibriert.

Weiterführende Informationen könnt ihr hier herunterladen:

Neuankömmlinge: Neutralgraufilter und Polfilter

eingetragen in: Ausrüstung, Fotografie | 1

Haida FilterIch war einmal stolzer Besitzer zweier richtig teurer 77mm-Filter – einem hochwertigen MC Polfilter und einem B+W 1000x Neutralgraufilter. Und nachdem ich mein Arbeitszimmer mindestens dreimal auf links gekrempelt habe, muss ich mich damit abfinden, dass ich die beiden Scheiben wohl abschreiben muss. Da ich aber auch nicht bereit war, wieder ein paar Hunderter in die Hand zu nehmen, um mir ähnlich hochwertige Filter zu kaufen, habe ich mich auf der Suche nach Filtern gemacht, die einerseits eine vernünftige Qualität bieten und andererseits noch bezahlbar sind. Nach intensiver Internetrecherche bin ich auf die Firma Haida gestoßen. Ein chinesischer Hersteller, der anders als die zahllosen Billiganbieter seinen Fokus auf Qualität zu legen scheint. Im Netz gibt es zahlreiche positive Bewertungen und Reviews. Den Ausschlag hat letztlich der Vergleich von Gunther Wegner gegeben. Denn er hat den Haida-Filter mit dem B+W-Filter verglichen, den ich auch jahrelang benutzt habe, weiß, wovon er redet und seine Erfahrungen decken sich mit meinen Erfahrungen.

Deshalb habe ich mir das Set aus ND8, ND64 und ND1000-Filter bestellt und dem Polfilter von Haida auch gleich eine Chance gegeben. Heute sind die guten Stücke angekommen. Rein äußerlich sind die Filter hochwertig verpackt und tadellos verarbeitet. Die Achtfachvergütung ist jedenfalls vielversprechend und ich bin gespannt, wie sie sich optisch schlagen. In ein paar Wochen werde ich die Filter auf Mallorca intensiv testen und dann hier berichten.

Review ThinkTANK Retrospective 7

Neues System, neue Tasche

Beruflich haben mir meine Domke J3 und meine Newswear Digital Chestvest über zehn Jahre treue Dienste geleistet. Nach dem Umstieg auf das Fujifilm X-Sytem, das ich in einem älteren Blogbeitrag schon einmal thematisiert habe, war es nun an der Zeit, mit auch eine neue Tasche anzuschaffen. Es sollte etwas kleines, unauffälliges und robustes sein, das den kleineren Dimensionen meiner Fuji-Ausrüstung gerecht wird. Nach längerer Suche und intensiver Recherche auf einer meiner Lieblinssseiten www.taschenfreak.de, ist die Wahl auf die Retrospective 7 von ThinkTANK gefallen. Und aus alter Gewohnheit sollte es die schwarze Variante sein. Ich benutze die Tasche inzwischen über ein Jahr und möchte euch nun an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

ThinkTANK Retrospective 7 von außen
ThinkTANK Retrospective 7 von außen

Die Retrospective 7 von Thinktank ist eine vergleichsweise kleine Schultertasche, die genau die richtigen Dimensionen für eine Systemkamera-Ausrüstung hat. Wie man aber bei anderen Fotografen sehen kann, passt auch eine DSLR-Ausrüstung oder sogar eine Mittelformatkamera hinein. Zur Auswahl stand auch die kleinere Variante, die Retrospective 5, doch da ich in der Tasche auch mein iPad unterbringen wollte, habe ich mich für die Retrospective 7 entschieden. Eine Entscheidung, über die ich mich schon oft gefreut habe. Anfang war die Tasche für mich heillos überdimensioniert, doch wie das immer so ist: Mit der Zeit wächst die Ausrüstung und dann ist irgendwann die Tasche wieder zu klein. Mit ihrem gewissen Retro-Charme, der sich nicht nur im Namen, sondern auch in einigen Designdetails niederschlägt, passt die Tasche in meinen Augen bestens zu den Retro-Kameras von Fuji.

Im Detail

Die schwarze Retrospective 7 besteht aus einem feineren, wasserabweisenden Stoff, während die Tasche in den Farben Pinestone und Blue Slate aus einem gröberen, bewusst gebraucht aussehenden Stoff besteht. Sie wird - typisch für Messenger-Taschen - mit einer großen Frontklappe verschlossen, die mit zwei großen Klettflächen verschlossen wird. Öffnet man die Tasche, so fällt einem zunächst die enorm große Fronttasche auf. Diese ist mit einem Stoffliegel gesichert, welcher aber durch eine Klettfläche auf der Innenseite der Tasche bei Nichtgebrauch befestigt werden kann. Im Innern der Fronttasche befindet sich an einer Lasche gesichert auch die ThinkTANK-typische "Duschhaube", eine Regenschutzhülle, die die ganze Tasche umschließt. Diese kann man auch entnehmen. In der Fronttasche ist wirklich jede Menge Platz. Sogar en großes DSLR-Gehäuse mit Batteriegriff findet hier problemlos Platz.

Im Deckel befinden sich die sog. Sound Silencer, womit man die Klettflächen abdecken kann, um die Tasche in leiser Umgebung geräuschlos öffnen zu können. Hier findet sich auch ein transparentes Fach für eine Visitenkarte oder ein Namensschild. Auf der Rückseite der Tasche befindet sich ein gepolstertes Fach, in dem ein iPad, ein Macbook Air 11" oder sogar das neue 12" Macbook Platz finden kann. Die Tasche wird mit einem Reißverschluss verschlossen.

An den Stirnseiten der Retrospective 7 findet man jeweils eine zusätzliche Tasche, wobei mir noch nicht wirklich viel eingefallen ist, was ich dort unterbringen will. Meist befindet sich darin nur die Schnellwechselplatte meines Stativkopfes. Durch die dort ebenfalls eingenähten Schlaufen lässt sich die Tasche bestens mit zusätzlichen Taschen oder z.B. Objektivköchern erweitern, falls es doch einmal im Innenfach zu eng wird.  

Der Schultergurt ist leider fest mit der Tasche vernäht und lässt sich nicht abnehmen. Zusätzlich gibt es noch einen Gurt, der als Taschengriff fungiert. Der verstellbare Schultergurt ist mit einem zusätzlichen, verschiebbaren Polster ausgestattet, das den Tragekomfort spürbar erhöht. Von innen ist das Schulterpolster mit Gummistreifen versehen, was ein Herunterrutschen der Tasche von der Schulter verhindert 

Die inneren Werte

Im gepolsterten Innenfach ist reichlich Platz für Kamera und Objektive. Die Tasche wird mit ausreichend Inneneinteilern geliefert, so dass jeder Fotograf eine für ihn passende Einteilung finden sollte. An den Stirnseiten befindet sich jeweils noch eine ungepolsterte und mit einer Klettlasche gesicherte kleine Innentasche, in der z.B. ein Blitzgerät oder Mini-Stativ Platz finden kann. Auf der Rückseite befindet sich eine weitere Innentasche, die über die gesamte Breite der Rückseite verläuft und mit einem Reißverschluss versehen ist.

Fazit

Meiner persönliche Einschätzung

Für mich ist die Retrospective 7 auch nach über einem Jahr Benutzung die ideale Tasche und ich habe noch keine bessere Alternative gefunden. Sie ist klein, leicht, unauffällig und sehr durchdacht ausgestattet. Die Verarbeitung ist absolut solide und die Materialien haltbar. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch lange Freude an dieser Tasche haben werde.

Pro

  • Material, Schnitt und Verarbeitung
  • Konzeption und Einteilung
  • sieht nicht wie eine typische Fototasche aus
  • Größe & Gewicht
  • gepolstertes Laptop/iPad-Fach
  • Regenschutz

Contra

  • keine Füße bzw. wasserabweisendes Material am Taschenboden
  • festgenähter Schultergurt
  • Das Hauptfach ist nicht mit einem Reißverschluss verschlossen. So muss man z.B. am Strand sehr aufpassen, dass kein Sand eindringt.

Daumenauflagen für Systemkameras – ein Vergleichstest

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Daumenauflagen

Wie heißt das eigentlich und wozu ist es da?

Kaum ein Kamerazubehör ist so klein und hat doch so einen großen Einfluss auf die Benutzung einer Systemkamera wie eine Daumenauflage, ein Daumengriff, eine Daumenstütze oder wie auch immer man das Ding nennen will. Diese kleinen Griffe werden in den Blitzschuh einer Systemkamera eingeschoben und geben dem Daumen der rechten Hand halt. Wenn man so einen Griff das erste Mal sieht, leuchtet einem der Sinn - insbesondere wenn man große Spiegelreflexkameras gewohnt ist - grundsätzlich ein. Doch ist der Effekt wirklich so groß, dass man sich dafür den Blitzschuh blockieren will? Um eines vorwegzunehmen: ja ist er.

Historie

Anfangs wurden diese Daumenauflagen für Leica-Messucherkameras von kleinen Edelschmieden (meist aus den USA) individuell passend zum jeweiligen Kameramodell angeboten, um bei den digitalen M-Leicas den fehlenden Filmspannhebel der analogen Modelle zu kompensieren. Mit dem Aufkommen weiterer digitaler Systemkameras wie der Fujifilm X-Pro1 und der X-E1 erweiterten die Hersteller ihr Sortiment schnell. Wie man sich denken kann, ist ein Produkt, das aus der Leica-Zubehörwelt stammt, in kleinen Stückzahlen und individuell an das jeweilige Kameramodell angepasst, im obersten Preissegment angesiedelt. Und so wundert es nicht, dass für diese kleinen Stücke Metall nach dem Import aus den USA in Deutschland ca. 150 € aufgerufen werden. Ein Preis, den man als rational denkender Mensch eigentlich unmöglich einsehen kann. Einige Zeit später ist natürlich auch die chinesische Zubehörindustrie auf dieses beliebte Zubehörteil aufmerksam geworden und bietet mittlerweile unzählige unterschiedliche Produkte an.

Umso mehr stellt sich natürlich die Frage, ob man den Preis eines Griffs aus der Edelschmiede in irgendeiner Weise vor sich selbst und vor allem vor dem gelegentlich mitspracheberechtigten ehelichen Beschaffungsausschuss rechtfertigen kann, wenn das Preisgefälle von 150 € zu 5 € lautet.

Nachdem ich mich nach eingehender Recherche vor Jahren für den Thumbs Up EP-9S in silber von match Technical für meine silberne Fujifilm X-1 entschieden hatte, mit dem ich bis heute extrem zufrieden bin, stand nach dem Kauf meiner schwarzen Fujifilm X-E2 nun wieder einmal die Frage nach dem Daumengriff im Raum, da ich ohne Griff nicht fotografieren will und den silbernen Griff an der schwarzen Kamera nicht gerade sexy finde. Da ich aber nicht bereit war wieder 150 € für einen Griff auszugeben, beschloss ich, den Chinanachbauten eine Chance zu geben. Für nicht einmal 6 € pro Stück konnte man ja nicht viel falsch machen. Doch bevor die Bestellung aus China ankam, fand ich auf Ebay einen gebrauchten Griff von Lensmate in schwarz und habe diesen für die Hälfte des Neupreises ersteigert. Da ich nun zwei Edelgriffe und zwei Chinanachbauten hier habe, will ich euch gerne an meinen Eindrücken Teilhaben lassen.

Thumbs Up EP-9S

Seit Jahren benutze ich den  Thumbs Up EP-9S in silber von match Technical und bin sehr zufrieden. Man sieht ihm die intensive Benutzung an -  an den Kanten ist die Lackierung abgerieben, aber das verleiht ihm Charakter. Meine Ausrüstung wird benutzt, nicht geschont und das darf man ihr auch ansehen. Der EP-9S wird einfach in den Blitzschuh geschoben. Mir war es wichtig keinen Griff zu kaufen, der mit Hilfe eines Inbusschlüssels arretiert wird. Einerseits hatte ich Angst um die Blitzkontakte, andererseits wollte ich den Griff schnell und ohne Werkzeug entfernen können, um zu blitzen. Der EP-9S gleitet satt in den Blitzschuh hinein und sitzt dort stabil drin. Man muss keine Angst haben, dass der Griff versehentlich herausgleitet und verloren geht. Er lässt sich aber auch leicht wieder entfernen. Die Kamera wird von einem Gummipad geschützt, so dass der Griff fest am Gehäuse aufliegt, aber keine Kratzer verursachen kann. Der Griffhebel ist relativ groß und bietet dem Daumen perfekten Halt. Nach meinem Empfinden macht der Griff einen riesengroßen Unterschied. Mit dem Griff sitzt die Kamera bombensicher in der Hand. Ohne Griff ist die X-E1/2 mit zu klein und ich kann sie nicht gut halten. Für mich ist der Effekt des Daumengriffs erheblich größer als der des Fujifilm HG-XE1 oder des Custom Bracket L Handgriff von Fittest. Ich möchte nicht mehr auf den EP-9S verzichten müssen.

Thumbrest X-E2

Zu meiner großen Freude konnte ich einen gebrauchten Thumbrest X-E2 von Lensmate in schwarz ohne nennenswerte Gebrauchsspuren bei ebay erwerben. Auch der Lensmate-Griff lässt sich mit perfektem Widerstand in den Blitzschuh hineinschieben, sitzt absolut sicher und lässt sich leicht genug wieder herausziehen. Der Lensmate-Griff ist spürbar leichter als der EP-9S, was aber für mich keine Relevanz hat. Im Gegensatz zum EP-9S, der an der Unterseite zum Blitzschuh hin nur eine Aussparung hat, hat der Thumbrest X-E2 ein kleines, geriffeltes Gummipad auf der Unterseite. Ich kann darin allerdings keinen Vor- oder Nachteil erkennen. Wie der EP-9S stützt sich auch der Lensmate-Griff mi einem Gummipolster gegen die Kamera ab, sodass der Griff sicher aufliegt, aber keine Lackschäden am Kameragehäuse verursachen kann. Im Gegensatz zum EP-9S geht das Gummi beim Lensmate X-E2 jedoch durch die Daumenauflage durch und polstert so auch noch die Daumen-Auflagefläche. Für mich ist das reine Geschmackssache. Ich spüre darin weder einen Vorteil noch einen Nachteil. Auch bei diesem Griff ist der Hebel groß genug, um dem Daumen sicheren Halt zu geben. Für mich liegen der Thumbrest X-E2 und der Thumbsup EP-9S absolut gleichauf. 

DSLRKIT New Version Thumbs Up Grip

Da man zu einem Preis von knapp 6 € kein großes Risiko eingeht, habe ich mir einen silbernen und einen schwarzen DSLRKIT new Version Thumbs Up Grip bestellt. Die beiden Griffe sind in angemessener Zeit geliefert worden. Die Griffe sind einfach in Plastiktütchen verpackt, sind sehr leicht und machen auf den ersten Blick einen ordentlich verarbeiteten Eindruck. Leider schlägt der gute erste Eindruck um, sobald man versucht, die Griffe zu montieren. Der silberne Griff lässt sich halbwegs gut, wenngleich auch etwas hakelig in den Blitzschuh schieben. Den schwarzen Griff bekommt man ohne Gewaltanwendung nicht in den Blitzschuh geschoben, gescheige denn wieder heraus. Ich habe das nicht versucht, da der Boden des Blitzschuhs der schwarzen Kameras lackiert ist und sicher Schaden genommen hätte. Insofern ist die schwarze Variante ohne nachträgliche Feilarbeiten schlichtweg unbrauchbar. Der silberne Griff lässt sich zwar problemlos montieren - hat aber zwei entscheidende Nachteile: Erstens liegt der Griff auf dem Gehäuse auf, was vermutlich mit der Zeit zu Lackschäden führen wird. Zweitens ist der Hebel nach meinem Empfinden viel zu kurz und somit nur sehr eingeschränkt wirksam. Während man bei den beiden Edelgriffen das Gefühl hat, dass einem die Kamera förmlich in die Hand geklebt worden ist, ist der DSLRKIT-Griff nur eine kleine Verbesserung. Die 6 € ist er sicher wert und solange er sich montieren lässt, funktioniert er auch. Für mich ist er aber leider keine Alternative zur Edelvariante.

Verpackung

Die Verpackung des DSLRKIT New Version Thumbs Up Grips besteht aus einem Plastiktütchen, das ich nicht fotografieren mochte.