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Location-Tipp: La Tour Fondue

La Tour Fondue auf der Halbinsel Giens.
La Tour Fondue auf der Halbinsel Giens.

Mittelalterliche Festung direkt am Hafen

Ganz im Süden der zu Hyères gehörenden Halbinsel Giens liegt der Tour Fondue. Eine Festung aus dem 17. Jahrhundert. Direkt am Hafen gelegen ist der Tour Fondue hervorragend mit dem Auto zu erreichen. Vorausgesetzt, man findet einen Parkplatz. Zwar gibt es mehrere große, kostenpflichtige Parkplätze, doch da am Tour Fondue auch die Fähren nach Porquerolles abfahren, ist hier in der Saison oft die Hölle los. Da ich bisher immer nur im Herbst  außerhalb der französischen Sommerferien dort war, war die Parkplatzsituation mehr als entspannt. 

Nicht ohne mein Stativ.

La Tour Fondue auf der Halbinsel Giens.
Immer dabei: Das Rock Solid Gamma von Rollei.

Fotografiere ich Landschaften, arbeite ich in den meisten Fällen vom Stativ aus. Zurzeit benutze ich das Rock Solid Gamma von Rollei. Das Stativ hilft mir, am Bildausschnitt zu arbeiten und ist bei der Benutzung von ND-Filtern überhaupt nicht wegzudenken.


 

Standpunkt Hafenmole

Am Beginn der aus großen Steinblöcken bestehenden Hafenmole liegt der Tour Fondue auf einem vorgelagerten, großen Felsen. Dieser ist mit einer kleinen Brücke mit der Festung verbunden. Die Hafenmole selbst ist kein besonders reizvoller Vordergrund. Aber manchmal hat man Glück und es findet sich Treibholz, was sich bestens als Vordergrund eignet.

An sich nicht besonders reizvoll: Die Hafenmole besteht aus großen Felsblöcken.
An sich nicht besonders reizvoll: Die Hafenmole besteht aus großen Felsblöcken. Mit Glück findet man Treibholz, das den Vordergrund erheblich aufwertet.

 

Langzeitbelichtung

Die Festung an sich ist normalerweise geschlossen, was mich aber nicht gestört hat, da ha der Turm selbst das Fotomotiv sein sollte. Auch außerhalb der Saison sind meistens einzelne Besucher am Turm. Wenn man das Gebäude ohne Menschen fotografieren möchte, bietet sich eine Langzeitbelichtung an.

fondue02Belichtungszeiten von mehreren Sekunden sorgen dafür, dass sich bewegende Menschen nicht mehr zu sehen sind.
Belichtungszeiten von mehreren Sekunden sorgen dafür, dass sich bewegende Menschen nicht mehr zu sehen sind.

 

Die Festung bei Nacht

Östlich vom Hafen gehen mehrere sehr stabile und erschütterungsarme Stege ins Wasser, die sich auch nachts sehr gut eignen, den passenden Standpunkt zu suchen, um z.B. die Milchstraße an passender Position hinter der Festung zu fotografieren. Ich nutze zu diesem Zweck gerne die App SunSurveyor. Mit dieser praktischen Smartphone-App kann man die Position der Sonne, des Mondes und auch der Milchstraße vorhersagen und sich so eine geeignete Fotolocation suchen. Leider wird der Tour Fondue nachts beleuchtet, sodass der Kontrast zwischen Sternenhimmel und Flutlicht sehr groß ist. Für schöne Fotos der Milchstraße wäre es besser, wenn der Turm nicht beleuchtet wäre.

Nachts wird die FEstung angestrahlt.
Nachts wird die Festung angestrahlt.

 

Wind und Wellen

Wie viele andere Fotomotive, ist auch der Tour Fondue kein reines Schönwetterziel. Bei Wind und Wellen zeigt sich die Küste von einer ganz anderen Seite und der Tour Fondue bietet einen schönen Hintergrund für das tosende Meer. Um die Dynamik der Wellen zu betonen, bieten sich mittlere Verschlusszeiten an. Bei kurzen Verschlusszeiten werden die Bewegung der Wellen eingefroren. Das ist reizvoll bei wirklich spektakulären Wellen. Bei langen Verschlusszeiten von mehreren Sekunden verschwindet die Wellenbewegung.

In diesem Fall war es mein Ziel, die Wellen möglichst dynamisch festzuhalten. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war es sehr windig und es hat geregnet. Der Wind rauschte durch die Gasse am Hafen und es war nicht leicht, unter diesen Bedingungen Fotos zu machen und die Kamera halbwegs zu schützen. Ich habe mich an diesem Tag dreimal umgezogen.

Eine längere Belichtungszeit verleiht dem Bild Dynamik.
Eine längere Belichtungszeit verleiht dem Bild Dynamik.

Filtertechnik: Um den bedrohlichen Himmel zu erzeugen, habe ich einen GND 0,9 Grauverlaufsfilter benutzt. Um die längeren Verschlusszeiten zu erreichen und durch die (ohne Filter) sehr kleine Blende keine Beugungsunschärfe zu erzeugen, habe ich zusätzlich noch einen ND 64x Neutralgraufilter benutzt.

Um die Wellenbewegung festzuhalten, habe ich im oberen Bild mit einer Verschlusszeit von 1/4 Sekunde belichtet. Besonders schöne Effekte erzielt man, wenn man die Belichtung beginnt, wenn sich das Wasser im Vordergrund gerade zurückzieht. Die Belichtungszeit war hier mit 1,6 Sekunden etwas länger gewählt.

Abfließendes Wasser lässt besonders schöne Bewegungseffekte entstehen.
Abfließendes Wasser lässt besonders schöne Bewegungseffekte entstehen.

Outtakes

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Die kurze Verschlusszeit (1/150 Sekunde) friert die Bewegung des Wassers ein. Das Meer sieht langweilig und unspektakulär aus. Um die Bewegung der Wellen festzuhalten, benutze ich je nach Wellengang und Geschwindigkeit der Wellenbewegungen ich in diesen Situationen Belichtungszeiten zwischen 1/2 und 2 Sekunden.

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Wegen des starken Windes, des Regens und der Gischt, hatte ich jeweils nur wenige Sekunden Zeit, um zu fotografieren. Danach war der Filter so nass, dass ich erst einmal wieder zum Auto eilen musste, um die Ausrüstung trocken zu legen und wieder einsatzbereit zu machen. Das war das erste Mal, dass ich mir eine spritzwassergeschützte Kamera und Fujinon-WR-Objektive gewünscht hätte. Und eine Regenkombi.

Ockergelben im Luberon
Dieser Location-Tipp ist Teil einer Serie zum Thema Landschaftsfotografie in Südfrankreich. Ich werde in den kommenden Wochen folgende Ausrüstungsteile in einen Beiträgen näher beleuchten:

Außerdem werde ich zu weiteren tollen Locations Fotos zeigen und Tipps geben.

Eine Antwort

  1. […] Location-Tipp: La Tour Fondue November 1, 2016 […]

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