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Location-Tipp: Trans-en-Provence

Trans-en-Provence zur Blauen Stunde
Trans-en-Provence zur Blauen Stunde

Eine Gemeinsamkeit hatten die meisten Fotospots, die ich im Vorfeld unseres diesjährigen Urlaubs in Südfrankreich recherchiert hatte: Wasser. Das hatte gewiss auch damit zu tun, dass ich mir in den letzten Monaten einige neue Filter gekauft hatte und diese jetzt in passender Umgebung kennen lernen und Erfahrungen damit sammeln wollte. Und so bin ich beim Googeln auf das Örtchen Trans-en-Provence gestoßen.

Idyllisches Städtchen mit Schlucht direkt im Zentrum

Trans-en-Provence liegt im Département Var in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Von unserem Urlaubsort La Londe-les-Maures fährt man ca. 90 Minute. Mitten durch den kleinen, idyllischen Ort fließt das Flüsschen Nartuby. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Nartuby eine beeindruckende Schlucht in den Fels geschnitten. Über den Fluss führen mehrere alte, schmale und sehr fotogene Brücken. Im Sommer fließt die Nartuby eher gemächlich dahin. Ein genauerer Blick auf die steinernen Strukturen und festgeklemmten Holzstämme lässt aber erahnen, dass sich das beschauliche Flüsschen auch in einen reißenden Fluss verwandeln kann. In katastrophalem Ausmaß ist das zuletzt im Juni 2010 geschehen. Damals sich nach einem heftigen Unwetter riesige Wassermassen durch die enge Schlucht geschossen und haben alleine in Trans-en-Provence fünf Menschenleben gekostet. Wenn ich mir die Bilder der Katastrophe anschaue und mir überlege, dass ich genau dort gestanden und idyllische Landschaftsfotos geschossen habe, kann ich beide Orte nur schwer in Einklang bringen. Die Filme, der Augenzeugen sind wirklich furchteinflössend.

Locationsuche

Trans-en-Provence an sich ist ein kleines Städtchen. Auf der Suche nach der Nartuby muss man einfach nur der Beschilderung zum Zentrum folgen und in der Nähe der Mairie parken. Das Ufer der Nartuby ist von beiden Seiten an mehreren Stellen zugänglich. Ich empfehle, sich erst einmal von den Brücken herab einen Überblick zu verschaffen und nach passenden Motiven und Locations Ausschau zu halten. 

Der ruhige Abschnitt der Nartuby

Oberhalb der Pont Vieux fließt die Nartuby ruhig und gemächlich. Hier finden sich auch ein paar fotogene kleine Stromschnellen. Dieser Abschnitt ist von beiden Flussseiten einfach zugänglich und man kann sich seinen idealen Standpunkt suchen. Die Grand Pont stellt einen reizvollen Hintergrund dar.

Die Schlucht

Wenige Meter weiter bietet sich ein völlig anderes Bild: Zwar gibt es hier auch einen breiten und flachen Abschnitt. Doch beginnt hier eine kleine, schroffe Schlucht die die Nartuby ins Gestein gefressen hat. Diesen Flussabschnitt erreicht man am besten über den kleinen Weg, der der Südseite der Pont Vieux beginnt und dann flussabwärts führt. Bei niedrigem Wasserstand kann man an mehreren Stellen problemlos die Flussseite wechseln. 

Making of

Wie ich schon in der Review zu meiner Peak Design Fototasche geschrieben habe, besitze ich als Tauchlehrer Neoprenboots in mehrfacher Ausführung. Nur leider habe ich nicht daran gedacht, die mitzunehmen. Und da die Bildgestaltung - wie das meist so ist - einen Aufnahmestandpunkt in wenig komfortabler Umgebung oder wie in diesen Fällen - im Wasser erfordert haben, blieb mir nichts anderes übrig, als meine gewünschten Blickwinkel barfuß aufzusuchen. Doch was tut man nicht alles für sein Wunschfoto...

Einige der Aufnahmesituationen seht ihr in der folgenden Galerie. Für tiefe Aufnahmepositionen habe ich, je nach Wassertiefe, entweder mein großes Stativ mit umgekehrter Mittelsäule verwendet oder mich bei flachem Wasser für mein Manfrotto Tischstativ entschieden, welches ich mit einer Arca-Swiss-Kupplung versehen habe.

Um den gewünschten Fließeffekt des Wassers zu erreichen habe ich diverse ND-Filder genutzt. Um die starken Kontraste zwischen Himmel und Vordergrund auszugleichen kamen teilweise GND-Filter, also Grauverlaufsfilter zum Einsatz. Zurzeit arbeite ich mit Filtern von HAIDA, mit denen ich sehr zufrieden bin. Sie haben ein in meinen Augen sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind bemerkenswert neutral. Zum Thema Filtertechniken werde ich in den kommenden Wochen im Rahmen dieser Serie noch ein separates Blogposting verfassen.

Ausgelöst habe ich entweder mit einem Kabelauslöser oder mit dem Selbstauslöser der Kamera mit zwei Sekunden Vorlauf.

Die beiden Hochformatevon der Rue de la Calade aus auf relativ unkonventionelle Weise entstanden. Die Straße wird hier von einer oben abgerundeten Mauer begrenzt, wodurch das Aufstellen des großen Stativs nicht möglich war. Ich habe mich deshalb entschieden, das Tischstativ einzusetzen. Zwar war es wegen der Rundung der Mauer nicht möglich, das Stativ so aufzustellen, dass es nicht von der Mauer fällt. Deshalb habe ich das Tischstativ mit der Hand an die Mauer gedrückt und gehofft, so eine ausreichend stabile Ausnahmesituation zu ermöglichen. Und wie ihr sehr, hat das auch funktioniert. Die Bilder sind mit vier bzw. achtzehn Sekunden Belichtungszeit aufgenommen worden und sind dennoch nicht verwackelt.

Ockergelben im Luberon
Dieser Location-Tipp ist Teil einer Serie zum Thema Landschaftsfotografie in Südfrankreich. Ich werde in den kommenden Wochen folgende Ausrüstungsteile in einen Beiträgen näher beleuchten:

Eine Antwort

  1. […] da das hier nicht ein reiner Ausrüstungsblog sein soll, werde ich auch zu einigen tollen Locations Fotos zeigen und Tipps […]

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