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Review Peak Design Everyday Messenger 13″

Der Everyday Messenger von Peak Design in 13" mit dem Field Pouch.
Der Everyday Messenger von Peak Design in 13" mit dem Field Pouch.

 

Kurz vor der photokina kam sie bei mir an: die kleinere Variante des äußerst erfolgreich bei kickstarter crowdgefundeten 15" Everday Messengers von Peak Design. Ich wollte diese schicke Tasche so benutzen, wie es von den Entwicklern gedacht war: Einerseits als Arbeitstasche, mit der ich mein Firmennotebook mitsamt einer kleineren Fujifilm-Fotoausrüstung auf die Arbeit transportieren kann und andererseits als robuste Tasche für die Landschaftsfotografie im Urlaub. Wie sich die Tasche in den letzten fünf Wochen geschlagen hat, lest ihr in der nun folgenden Review des Everyday Messanger 13" von Peak Design.

 

Ausgangssituation

Wie ich in diversen Reviews schon geschrieben habe, bin ich total glücklicher Nutzer der Oberwerth FreiburgWetzlar und Heidelberg (eine Review zu dieser Tasche folgt auch noch). Als Arbeitstasche  zum Laptoptransport taugen diese Modelle jedoch nicht, da sie für meine Notebooks zu klein sind. Und für Landschaftsfotografie ohne Rücksicht auf's Material waren mir diese Taschen schlichtweg zu schade. Auch meine Thinktank Retrospective 7 und 30 nicht das, was ich mit vorgestellt habe. Ich habe mir den Everyday Messenger von Peak Design in 13" dann nach langer Überlegung bei enjoyyourcamera bestellt und gehofft, dass diese Tasche beide Zwecke erfüllen kann.

 

Der Hersteller: Peak Design

2010 von Peter Dering gegründet und mit Sitz in Los Angeles ist Peak Design inzwischen eine feste Größe im Fotoequipment-Zubehör-Markt. Angefangen hat alles mit den Capture Clip, der 2011 erfolgreich per Kickstarter finanziert worden ist. Und bis heute ist Crowdfunding das zentrale Finanzierungsmodell des Unternehmens. So will sich das Team finanzielle Unabhängigkeit und Kreativität erhalten, ohne sich von Investoren und deren Vorgaben abhängig zu machen. Jüngst wurden drei neue Taschen, darunter zwei Rucksäcke erfolgreich finanziert, die Ende des Jahres auf den Markt kommen sollen.

 

Die Idee hinter dem Everyday Messenger

2015 hat Peak Design sich dann an ihre erste Tasche, den Everyday Messenger in 15" herangewagt. Die Everyday-Produkte von Peak-Design sollen wie der Name schon sagt universell sein und ohne großen Aufwand die unterschiedlichen Nutzungsszenarien des Alltags erfüllen. Also eine Fototasche für eine kleine, mittlere und größere Fotoausrüstung, mit und ohne Notebook und/oder Tablet und ausreichend Platz für weitere Dinge, die man tagtäglich mit sich herumschleppt. Also eine Alltagstasche für Fotobegeisterte. Das Konzept wird in diesem Video ganz nett erklärt.

Der 15" Messanger hat mir vom Design und den verbauten Ideen grundsätzlich schon sehr gut gefallen. Er war mir als Fuji-X-User aber einfach zu groß. Für alle Infos zum 15"-Modell möchte ich euch die Review von meinem Freund Jörg Langer ans Herz legen. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, als Peak Design im Mai 2016 dann eine kleinere Variante in 13" angekündigt hat.

 

Die Fakten:

Gewicht: 1100g

Innenvolumen: 6 - 14 Liter

Taschenmaße: 38 cm x 27 cm x 12 cm

Laptopfach: für 13"-Notebook -  2.5 cm Höhe, 32.5 cm Breite x 23cm Tiefe

Preis: ca. 229 €

Erster Eindruck:

Der EDM wird in einer schwarzen Papiertüte geliefert. Um an die Tasche zu kommen muss man an einer roten Lasche ziehen. Dadurch öffnet man eine Naht und gelangt so an sein Objekt der Begierde. Das ist natürlich total unnütz, gibt dem "Unboxing" aber einen wirklich festlichen Rahmen, bleibt definitiv in Erinnerung und ist gewiss der Albtraum jedes Onlinehändlers. Da ich keine "Unboxing"-Fotos gemacht habe, empfehle ich euch die Fotos von Taschenfreak Jörg Langer.

Hat man die Tasche erst einmal aus ihrem Papierkleid befreit, war mein erster Eindruck: "Die ist aber klein!". Das war zwar einerseits das, was ich wollte, aber so klein? Jetzt, nach über vier Wochen Nutzung kann ich sagen, dass die Größe bzw. gleichzeitige "Kleine" der Tasche einer ihrer größten Vorteile ist. Was will ich damit sagen? Ganz einfach: Mit wenig Beladung ist die Tasche wirklich schlank (6 Liter). Sie wächst aber durch die clevere Anordnung der Dehnungsfalten mit ihren Aufgaben - sprich ihrem Inhalt.

Die Verarbeitung macht einen ordentlichen Eindruck. Lediglich ein paar lose Fäden, die sich leicht heraus zupfen ließen, ohne dass man damit irgendwas auftrennt, haben Eindruck ein kleines bisschen getrübt. Das ist Jammern auf hohem Niveau, aber mit ein bisschen mehr Sorgfalt, könnte der vietnamesische Fertigungspartner den eigentlich absolut hochwertigen Eindruck der Tasche noch verbessern.

Erste Erkenntnis:

Schnell merkt man, dass diese Tasche wirklich anders ist als die meisten anderen Fototaschen. Während die meisten reinen Fototaschen heute mit einer reichhaltigen Auswahl unterschiedlicher Innenteiler geliefert werden, finden sich im EDM nur zwei einsame Einteilungen - so genannte Flex-Folder Dividers. Das ist auf den ersten Blick relativ mager - gehört aber zum Konzept der Tasche. Schließlich ist sie nicht nur für Fotoausrüstung gedacht, sondern soll zusätzlich auch noch andere Dinge transportieren können.

Durch die vielfältigen Faltmöglichkeiten sind die Flexfolder tatsächlich vielfältiger einsetzbar, als es auf den Ersten Blick wirkt. Will man die Tasche aber wirklich komplett mit Fotoausrüstung füllen, kommt man nach meinem Empfinden nicht um weitere Innentaschen wie z.B. den Field Pouch oder die Ende des Jahres erhältlichen Range Pouches, herum. Das ist mit Extrakosten verbunden und muss einem gefallen.

Ich muss zugeben, dass ich mit dem EDM anfangs ziemlich gefremdelt habe und wirklich unsicher war, ob das Konzept für mich passt. Nach der Anschaffung des Field Pouches, in dem ich wahlweise meine kompletten Filter oder zwei Festbrennweiten inkl. einem Haufen Zubehör verstauen kann, war ich versöhnt und die Tasche durfte bleiben.

Im Detail betrachtet:

Der Boden besteht aus einer Kunststoffplane.
Der Boden besteht aus einer Kunststoffplane.

Man merkt wirklich an allen Ecken und Enden, dass die Macher dieser Tasche den Anspruch hatten, eine Fototasche zu erschaffen, wie es sie bisher nicht gab. An keiner Stelle finden sich bekannte Lösungen, wie oft gesehene Beschläge oder Schnallen. Alles macht den Eindruck absoluter Individualität. 

Der Everyday Messanger Bag 13" ist aus einem 500D-Kodura-Nylon gefertigt und wasserabweisend imprägniert. Die Reißverschlüsse sind ebenfalls wasserabweisend. Die Tasche ist in den Farben "Charcoal" und "Heritage Tan" erhältlich. Die unzähligen Details der Tasche hat das Team von enjoyyorcamera auf der Produktseite ausführlich geschildert. Es ist aus meiner Sicht nicht nötig, das alles zu wiederholen. Schaut auch das lieber bei enjoyyourcamera an. Hier gibt es auch ausführliche Videos zu der Tasche

Ich habe mich für die Farbvariante Charcoal entschieden, was einfach einem dunkelgrau gemasertem Stoff entspricht. Alle Taschen von Peak Design sind in dieser Farbe erhältlich und ich finde sowohl die Farbe als auch das "Anfassgewühl" bzw. neudeutsch das "look and feel" sehr, sehr ansprechend. Die Tasche sieht dezent und edel aus und ist so wirklich universell einsetzbar. Was mir sehr gut gefällt: Die Unterseite der Tasche ist aus einer Kunststoffplane, was die Tasche sehr unempfindlich gegen Nässe und Schmutz macht. Füße hat die Tasche keine. Die Standfestigkeit ist sehr von der Beladung der Tasche abhängig gut bis anlehnungsbedürftig.

Der EDM ist schön leicht und nicht unnötig dick gepolstert. Gleichzeitig macht er nicht den Eindruck, dass man sich um den Schutz seiner Ausrüstung sorgen müsste. Dazu trägt auch der verbaute Kustfilz bei, der offenbar relativ gute Polsterungseigenschaften bei gleichzeitig geringer Dicke hat.

An den beiden Wangen der Tasche sind stabile Laschen für die Capture Clips von Peak Design angenäht. Hierzu kann ich nichts sagen, da ich die Capture Clips nicht nutze und meine Kamera nicht außen an der Tasche befestigen will. Ich habe diese nur gelegentlich benutzt, um die Taschenlampe samt Etui an der Tasche zu befestigen.

Im Deckel befindet sich ein wettergeschützter Reißverschluss. So kann man Ausrüstung entnehmen, ohne den Taschendeckel aufzuklappen. Ein gerade im Gedränge praktisches Feature.

Was passt hinein? Mein Packbeispiel

Meine Landschaftsausrüstung findet problemlos Platz im Everyday Messenger
Meine Landschaftsausrüstung findet problemlos Platz im Everyday Messenger
  • Fujifilm X-E2 mit Handgriff
  • Fujinon XF 10-24
  • Fujinon XF2/18
  • Fujinon XF 1,4/35
  • Fujinon XF 1,2/56
  • Fujinon XF 3,5-4,8 55-200
  • Manfrotto Tischstativ mit Kameraadapter Acra Swiss
  • Rollei Rock Solid Gamma zusätzlich mit kurzer Mittelsäule
  • Macbook 13" mit Ladegerät und Sandisk SSD
  • Inbusschlüssel
  • Think Tank SD-Kartenetui
  • Think Tank 2x Akku-Etui
  • Peak Design Field Pouch mit:
    • Mindshift Filter Hive Mini
    • Haida 100 GND 0,9 und 1,2 Soft
    • Haida 100 ND 3,6
    • Haida ND 0,9 & ND 1,8 & ND 3 Schraubfilter
    • Haida Polfilter für Filterhalter
    • Haida 100 Filterhalter
    • Adapterringe für Schraubfilter
  • Peak Design Leash Gurt
  • Peak Design Slide Light Gurt
  • Kabelauslöser
  • Powerbank & Taschenlampe

 

Die Detaillösungen im Einzelnen:

Flex-Fold Dividers

Mit den beiden in zig Varianten faltbaren Flex-Fold Dividers lässt sich der EDM tatsächlich ziemlich flexibel einteilen. Die Divider sind angenehm dünn, ohne das Gefühl zu vermitteln, die Ausrüstung nicht genug zu schützen. Für mich sind die Dividers bisher nicht das "Killerfeature" und ich bin sehr gespannt auf die neuen, mit den neuen Taschen vorgestellten doppelwandigen Divider. Diese haben in meinen Augen noch deutlich mehr Verwendungsmöglichkeiten. Der größte Vorteil der Flex-Folders ist, dass man die Taschen in unterschiedlichen Höhen mit Fotoausrüstung befüllen kann. So kann man z.B. nur die untere Hälfte der Tasche mit Kamera und Objektiven nutzen und in der oberen Hälfte den Field Pouch und andere Dinge unterbringen. So habe ich es in Südfrankreich gemacht. Ansonsten haben die aktuellen Trenner nach meinem Empfinden keinen entscheidenden Vor- oder Nachteil zu herkömmlichen Lösungen.

MagLatch Taschenverschluss

Was einem beim EDM sofort ins Auge fällt, ist der neuartige Verschluss des Deckels. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein simpler Hakenmechanismus entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eine ziemlich clevere Konstruktion. Wie der Name MagLatch schon andeutet, ist der Verschluss magnetisch und fällt so in vielen Fällen schon an die richtige Stelle, um sich festzuhaken. Das Öffnen ist nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht, was in meinen Augen ein großer Vorteil ist: Um die Tasche zu öffnen, muss man den Verschluss leicht anheben und kann den Haken dann lösen. Tut man das nicht, öffnet sich die Tasche auch nicht. Das erhöht die Diebstahlgefahr und verhindert ein ungewolltes Öffnen der Tasche, wenn man z.B. irgendwo hängen bleibt. Taschenseitige sind vier verschiedene Metallleisten angebracht, ab denen sich der Verschluss einhaken kann. Das Taschenvolumen kann so von 6 Litern auf 14 Liter mehr als verdoppelt werden. Durch die MagLatch ist es möglich, die Tasche sehr geäuscharm zu öffnen und zu schließen. Besonders diebstahlsicher ist der Verschluss nicht. Aber das sind die wenigsten Fototaschenverschlüsse, die ich kenne.

Begurtung

Der Schultergurt ist aus dem typischen Material gefertigt, das wir von den Sicherheitsgurten im Auto kennen. Allerdings ist der Gurt des EDM gepostert Er hat eine glatte und eine gummierte Seite. Peak Design schlägt für den EDM verschiedene Tragweisen vor. Die glatte Seite ist für die Tragweise als Messengerbag gedacht ist (also mit Gurt über dem Kopf getragen) und die gummierte Seite für die Nutzung als normale Schultertasche. Man soll den Gurt einfach so drehen, wie man es braucht. Anfangs war eich skeptisch, aber es funktioniert völlig problemlos. Generell kann man den Schultergurt in vielen Varianten verstellen. Dazu trägt auch die Schnalle zur Längenverstellung bei. In den Videos sieht es so aus, als ob der Metallbügel an der Schnalle die Position arretiert. Das ist nicht der Fall. Er dienst lediglich der Griffigkeit des Verstellgleiters, was erstaunlich gut funktioniert.

Der Gurt lässt sich ohne größe Mühe von "Linksträger" auf "Rechtsträger" verstellen, indem man die Haken löst und den Gurt um 180° gedreht wieder befestigt. 

Zusätzlich verfügt der EDM über einen schmalen Hüftgurt der in versteckten Taschen ruht solange er nicht benutzt wird. Er lässt sich aber auch komplett demontieren. Mein Lieblingsfeature: Eine Seite des Hüftgurts lässt sich am Schultergurt einhaken, was eine fast rucksackänliche Tragweise ermöglicht und den Rücken spürbar entlastet.

Fronttasche

Die Fronttasche ist mit einem Reißverschluss versehen und ist in geöffnetem Zustand seitlich geschlossen, was verhindert, dass der Deckel der Fronttasche komplett aufklappt und versehentlich Dinge herausfallen können.

Gleichzeitig entsteht so euch eine Ablage z.B. zum Objektivwechsel. In der Fronttasche finden sich zahlreiche Netztaschen verschiedener Größe, die rot und grün gekennzeichnet sind und so die Unterscheidung zwischen vollen und leeren Akkus oder Speicherkarten ermöglichen sollen. In der Fronttasche bekommt man eine Menge unter und ich habe hier nichts auszusetzen.

Taschen und Täschchen

Die EDM verfügt über zahlreiche mehr oder weniger erkennbare oder versteckte kleinere Taschen. Im Taschendeckel ist auf der Rückseite des Lasche für das Stativbein eine längliche Reißverschlusstasche, in der ich z.B. Kabel untergebracht habe. In der Rückwand der Tasche ist eine kleine Tasche, in der Microfasertuch und Powerbank Platz gefunden haben. An den Seiten der Tasche befinden sich außen zwei Taschen, eine davon mit einer Befestigung für die Peak Design-Anker. Hier lässt sich z.B. ein Schlüssel oder ein Speicherkartenetui befestigen. Allerdings würde ich hier keine wertvollen Dinge verstauen, da diese leicht herausfallen oder entwendet werden können. Aber auch eine 0,5-Liter Flasche findet hier Platz.

Stativhalterung

Der EDM bietet eine einfache wie geniale Möglichkeit, sein Stativ auf der Tasche zu befestigen: Man steckt dazu einfach ein Stativbein durch eine Lasche, die sich innen im Taschendeckel befindet. Die Stativbeine werden mit Hilfe eines mitgelieferten Gummibands an der entgegengesetzten Seite gesichert. Das Stativ liegt fest, sicher und was ich besonders gut finde, symmetrisch Taschendeckel, was den Tragekomfort erheblich verbessert. Die Tasche lässt sich auch mit befestigtem Stativ noch gut öffnen. Für mein Rollei Rock Solid Gamma aus Carbon ist diese Art der Befestigung sehr tauglich. Größere und schwerere Stative würde ich separat tragen.

Das Laptopfach

Das Laptopfach auf der Rückseite ist mit einem wettergeschützten Reißverschluss verschlossen und zweigeteilt. So kann man zusätzlich zum Notebook noch ein Tablet oder Papiere verstauen. Die Rückwand ist geplostert und die beiden Fächer sind von einer Lage Kunstfilz von einander getrennt und gepolstert. Eine wie ich finde edle und platzsparende Lösung.


 

Fazit

 

Und wie hat sich der EDM nun in der Landschaftsfotografie geschlagen?

Eine tolle Kombination: Messenger und Field Pouch
Eine tolle Kombination: Messenger und Field Pouch

Ich will euch nicht lange auf die Folter spannen. Alles in allem bin ich mit dem EDM sehr zufrieden. Auf den EDM muss man sich erst einmal einlassen, seine Besondernheiten verstehen, die Vorteile nutzen und überlegen, wie man seine Nutzungsgewohnheiten damit in Einklang bringen kann. Bei mir war es eher Liebe auf den zweiten Blick. Die Kehrtwende kam bei mir mit dem Field Pouch. Unten im EDM habe ich Kamera und Objektive verstaut. Oben auf liegt nun der Field Pouch.

Was ist nun so toll an der Kombination? Nun beide Taschen passen natürlich optisch perfekt zusammen. Das ist aber nicht der Hauptgrund. Ich bin auf dieser Reise wirklich sehr oft barfuß durch Bäche und Flüsse gewartet, um zu meiner Wunschlocation zu kommen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht die ganze Garage voller Neopren-Tauchequipment hätte und mindestens zwischen drei unterschiedlichen Neopren-Boots wählen könnte. Leider habe ich nicht daran gedacht, selbige auch mitzunehmen und musste deshalb barfuß laufen. Und das ist nicht nur schmerzhaft, sondern im veralgten Flussbett auch ausgesprochen riskant. Ein falscher Schritt und man liegt mitsamt der empfindlichen Ausrüstung im Wasser. Und so war es eine großartige Möglichkeit, alle Filter, Selbstauslöser und weiteres Zubehör mit dem Field Pouch dabei zu haben, während der Großteil der Ausrüstung sicher und trocken am Ufer zurückblieb. Und der Field Pouch ist wirklich ein Packwunder. Doch dazu folgt noch eine separate Review.

Aber um es auf den Punkt zu bringen: die "erzwungene" Ergänzung der Tasche um den Field Pouch hat für mich große Vorteile. Meine gewünschte Ausrüstung fand sicher und übersichtlich Platz im EDM. Durch die vielen Täschchen lässt sich das Zubehör übersichtlich verstauen. Da gibt es gar nichts zu meckern. Ich freue mich auch sehr auf die bald erscheinenden Range Pouches, mit denen man die Nutzungsmöglichkeiten des EDM sicherlich auch noch stark vergrößern kann.

Tragekomfort

Der sichere und kompakte Transport meiner Ausrüstung war ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor. Mein Ziel war es, meine komplette Ausrüstung inkl. Stativ fest und sicher in einer Einheit auf dem Rücken zu verstauen, um beim Aufsuchen der Location beide Hände frei zu haben. Denn man kraxelt ja schon einmal gelegentlich in unwegsamem Gelände, um an den gewünschten Standpunkt zu kommen. Und gerade hierbei bei sich der EDM hervorragend bewährt. Das Stativ sitzt bombenfest auf der Tasche und die Tasche sitzt in der diagonalen Messenger-Tragweise ggf. noch mit dem halben Hüftgurt zur besseren Gewichtsverteilung wie ein Rucksack auf dem Rücken. Er lässt sich aber auch mit wenigen Handgriffen nach vorne schwenken, so dass man schnell die Zugänglichkeit einer herkömmlichen Fototasche hat. Gleichzeitig trägt sich die Ausrüstung auch über längere Zeit wirklich bequem. Denn leider ist der perfekte Fotospot ja in den wenigsten Fällen direkt neben dem Parkplatz. Für eine Schutertasche ist der Tragekomfort hervorragend.

 

Kritikpunkte:

  • Das Laptopfach könnte breiter sein. Mein Macbook passt perfekt, aber mein neues Thinkpad T460 ist schon hart an der Grenze.
  • Ein Trolleyband hat die Tasche schlichtweg. Die vom Hersteller vorgeschlagene Nutzung des Hüftgurts zu diesem Zweck erscheint mit wenig alltagstauglich.
  • Der Schultergurt macht beim Tragen zeitweise knatschende Geräusche in den Schanieren. 
  • Bei aller Flexibilität der Flexfolder hätte ein wenig mehr Inneneinteilung der Tasche gewiss nicht geschadet.
  • Nach meinem Empfinden entfaltet der EDM seine ganze Faszination erst in Kombination mit weiteren, kleineren Taschen, seien das die Taschen von Peak Design wie der Field Pouch oder Taschen von Drittanbietern. Das erhöht die Kosten für diese ohnehin nicht gerade billige Tasche nocheinmal und solle meiner Meinung nach direkt einkalkuliert werden.
  • Etwas mehr Sorgfalt bei der Endverarbeitung (Versäuberung loser Fäden etc.) würde der Wirkung und Qualität der Tasche gut zu Gesicht stehen.

 

Worauf ich mich freue:

Ende des Jahres wird neben der Tote und Sling auch das Everyday Backpack in zwei Größen auf den Markt kommen. Der 30-Liter Rucksack reizt mich sehr. Ich habe auf der photokina schon einmal einen schnellen Blick darauf geworfen und der erste Eindruck war überzeugend. Besonders interessieren mich die weiterendwickelten Flex-Fold Divider, die im Backpack doppelwandig sind und so noch weitaus mehr Einteilungsvarianten versprechen. Im Herbst 2017 werde ich an einer Fotoreise in die Bretagne teilnehmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Backpack mich da begleiten wird. Außerdem sollen ebenfalls Ende des Jahren drei neue Range Pouches ausgeliefert werden. Auch diese überzeugen durch viele kleine, durchdachte Detaillösungen und könnten die Nutzung der Peak Design Taschen noch universeller machen. Nachdem ich meine Fujifilm X-E2 mitsamt nicht abgedichteter Objektive beim Fotografieren bei Sturm und Regen ziemlich nass gemacht habe, werde ich auch einmal einen Blick auf die Kamerahülle Shell von Peak Design werfen. Vielleicht kann ein solcher Schutz durchaus lebensverlängernd sein (also für die Ausrüstung). 😉

Ockergelben im Luberon
Diese Review ist Teil einer Serie zum Thema Landschaftsfotografie in Südfrankreich. Ich werde in den kommenden Wochen folgende Ausrüstungsteile in einen Beiträgen näher beleuchten:

Außerdem werde ich zu einigen tollen Locations Fotos zeigen und Tipps geben.

5 Antworten

  1. […] ich schon in der Review zu meiner Peak Design Fototasche geschrieben habe, besitze ich als Tauchlehrer Neoprenboots in mehrfacher Ausführung. Nur leider […]

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  3. […] Peak Design Messenger 13“ […]

  4. […] ist er gekommen: der Everyday Backpack 30L in Charcoal von Peak Design. Ich habe ja bereits den Everyday Messenger 13" in Benutzung und damit bereits beste Erfahrungen gemacht. Aber für meine komplette Ausrüstung und zusätzliches Tagesgepäck, wie man es für eine […]

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